Alfdorf Darum wurde der Hagerwaldsee abgelassen

Der Bagger steht bereit: Der Hagerwaldsee wurde für die Sanierungsarbeiten abgelassen. Foto: ZVW/Rainer Stütz

Alfdorf. Der Hagerwaldsee ohne Wasser. Der Spaziergänger wundert sich: Eine Folge der Wasserknappheit? Nein, natürlich nicht. Der Stausee wird derzeit saniert, was unschwer am Bagger am Uferrand zu erkennen ist. Weil durch den Bach laufend Ablagerungen in den Seegrund eingetragen werden, muss der See immer wieder ausgebaggert werden. Hinzu kommen aufwendige Sanierungsarbeiten an den Bauwerken.

Auch das Betriebsgebäude muss, weil alt, erneuert werden. Hier sind sämtliche Steuerungseinheiten, hier wird der Wasserstand geregelt. Beim Alfdorfer Ortsteil Hüttenbühl, idyllisch vom bunten Herbstwald umgeben, liegt das Hochwasserrückhaltebecken Hagerwald. Der Hagerwaldsee wurde 1969 vom damals neu gegründeten Wasserverband Kocher-Lein gebaut und seither betrieben, um die unterliegenden Dörfer und Siedlungsflächen vor dem Hochwasser zu schützen.

Aber so ein Hochwasserbecken ist kein Selbstläufer. Der Verband muss sich dauernd darum kümmern. Für die Instandhaltung muss viel Geld in die Hand genommen werden. Die Gesamtkosten sind auf rund 875 000 Euro kalkuliert. Das Land Baden-Württemberg übernimmt 70 Prozent der Kosten, denn Hochwasserschutz ist eigentlich Landesaufgabe.

Für den Stausee wird ein neues Betriebsgebäude gebaut

Mit dem Geld wird zum Beispiel der Mönchsschacht unterhalb des Betriebsgebäudes mit den Schiebern zum Steuern der Becken gerichtet. Sämtliche Stahlbauteile sind witterungsbedingt stark korrodiert und müssen ausgetauscht werden. Das Betriebsgebäude ist wegen der hohen Luftfeuchtigkeit stark angegriffen und wird neu gebaut. Dort befinden sich die Schaltschränke und die Messeinrichtung. Die Anlage kann aus der Ferne gesteuert werden.

Bereits im September war der See komplett abgelassen worden. Schätzungsweise 10 000 Kubikmeter Sedimente haben sich im Lauf der Jahre am Seegrund angesammelt. Diese Ablagerungen werden entfernt und zur Bodenverbesserung auf nahegelenge Ackerflächen ausgebracht. Bei der letzten Entlandung im Jahr 2004 waren 16 800 Kubikmeter Sedimente entfernt worden.

Auch der Aichstrutsee wurde saniert

Zuvor war die Sanierung des Aichstrut-Stausees bei Welzheim abgeschlossen worden.

Der Aichstrutsee stammt aus dem Jahr 1959. Die letzte Sanierung war im Jahr 2001. Auch der Aichstrutsee erhielt ein neues Betriebsgebäude mit neuen Schiebern und neuer Messtechnik. Hier wurden 5000 Kubikmeter Sedimente abgefahren. Die Gesamtkosten lagen bei 900 000 Euro.

Wasserverband kümmert sich um elf Stauseen

Der Wasserverband Kocher-Lein erstreckt sich über die Landkreise Rems-Murr, Ostalb und Schwäbisch Hall. Außer den drei Landkreisen sind insgesamt 18 Städte und Gemeinden Mitglied des Verbandes.

Der Wasserverband hat die Aufgabe des Landes übernommen, den Wasserabfluss der Lein und des Kochers zu regeln. Deshalb werden insgesamt elf Stauseen mit einem Gesamtstauvolumen von rund elf Millionen Kubikmetern betrieben.


Seen mit großem Stauvolumen

Das Hochwasserrückhaltebecken Hagerwald liegt an der Blinden Rot.

Die Fläche des Dauerstaus beträgt fast fünf Hektar. Der Damm ist knapp 13 Meter hoch. Der Hagerwaldsee hat ein Einzugsgebiet von 14 Quadratkilometern und ein Stauvolumen von 762 000 Kubikmetern.

Der Aichstrutsee ist das erste Hochwasserrückhaltebecken im Verlauf der Lein, die in Kaisersbach entspringt.

Die Fläche des Dauerstaus beträgt vier Hektar, die Höhe des Dammes 8,2 Meter. Der Aichstrutsee hat ein Einzugsgebiet von 5,8 Quadratkilometer und ein Stauvolumen von 510 000 Kubikmetern.

Der Aichstrutsee hat für die Naherholung eine besondere Bedeutung. Die Stadt Welzheim hat in Zusammenarbeit mit dem Wasserverband die Naherholungseinrichtungen, wie Camping- und Grillplatz, ausgebaut. Der Aichstrutsee gilt als das „Welzheimer Freibad“.

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