Alfdorf-Haghof Erster Golfplatz für Nicht-Mitglieder im Kreis

Golfclub-Präsident Dr. Albrecht Sorg auf dem neuen Kurzplatz, der auch für Nicht-Mitglieder geöffnet sein wird. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

Alfdorf-Haghof. Golf ist ein exklusiver Sport. Wer auf dem Platz spielen will, muss Mitglied eines Clubs sein und über Platzreife verfügen. Der Golf- und Landclub Haghof verzichtet nun ein klein wenig auf diese Exklusivität und ermöglicht auch ungeübten Nicht-Mitgliedern das Spiel mit Holz, Putter und Eisen – auf dem ersten öffentlichen Golfplatz im Kreis.

Die Idee für den Kurzplatz ist schon fast zehn Jahre alt – und beinahe wäre sie nie realisiert worden. Doch nach vielen Verhandlungen mit der Naturschutzbehörde, Diskussionen und Streitereien im Verein und einem Vorstandswechsel vor anderthalb Jahren nahm das Projekt wieder an Fahrt auf. Im Januar konnte schließlich mit dem Bau begonnen werden. Jetzt wird der Kurzplatz, der sich fast direkt entlang der Landesstraße zwischen Breitenfürst und Haghof erstreckt, erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Problematisch: Starkregen im Juni und lang anhaltende Trockenheit

Nicht ohne Stolz präsentiert Dr. Albrecht Sorg, Präsident des Golfclubs Haghof, nun die fertiggestellte Erweiterung. Wobei: „Ganz ideal sind die Verhältnisse noch nicht“, gibt er unumwunden zu. Der Starkregen im Juni und die anhaltende Trockenheit haben dem gesamten Platz zugesetzt. „Es wächst nichts“, sagt Sorg – und das, obwohl die sechs Greenkeeper tagtäglich dafür sorgen, dass die Qualität der Spielflächen erhalten bleibt.

So trocken war es in diesem Sommer, dass die Teiche auf dem Gelände zeitweise leer waren und der Club sich von der Stadt Welzheim Wasser zukaufen musste. Nach der großen Hitze hat sich die Situation zwar etwas entspannt. Aber auch der am Kurzplatz neu errichtete Teich ist im Moment nicht einmal zur Hälfte gefüllt.

Noch befindet sich die Sieben-Loch-Anlage deshalb im Probebetrieb. Aber: „Man kann den Kurzplatz bespielen.“ Und damit sind, im Gegensatz zum bereits bestehenden Golfplatz, auch explizit jene gemeint, die keine Mitglieder sind und in den Sport erst einmal hineinschnuppern wollen. Denn der neue ist ein Golfplatz für alle. Nötig ist nur eine kurze Einweisung in das Spiel. Der Verein gibt damit ein Stück seiner Exklusivität ab. Denn bislang musste, wer auf dem Gelände spielen wollte, das größtenteils zur Gemarkung Welzheim gehört, Mitglied sein. Bei einem Jahresbeitrag von rund 1500 Euro ist das nicht unbedingt eine Angelegenheit für die breite Masse.

Familien willkommen

Der Kurzplatz hingegen ist öffentlich, kann gegen eine geringe Tagesgebühr genutzt werden – und soll die Einstiegshürden und Berührungsängste gegenüber dem Sport verringern. Explizit will der Verein damit auch Familien anlocken. Bei einer Gesamtlänge von rund 900 Metern und einer Bahnlänge zwischen 65 und 245 Metern ist der Platz auch für Ungeübte zu meistern.

Zum Vergleich: Der 18-Loch-Platz hat eine Gesamtlänge von rund neun Kilometern, in denen es viel auf und ab geht und der eine gewisse Zeit für das Spiel in Anspruch nimmt. Der neue Kurzplatz soll deshalb auch als Übungsplatz für die Vereinsmitglieder dienen und jenen, die vom Sport angefixt sind, bei der Vorbereitung zur Platzreife helfen.

„Mit der Natur ist der Platz gut vereinbar“, sagt Präsident Sorg

550 000 Euro hat der Golf- und Landclub insgesamt in den Umbau investiert, 5000 Euro davon kamen von der Stadt Welzheim. Allein viereinhalb Jahre hat es gedauert, bis die Planung vom Landratsamt genehmigt wurde. Weil die Fläche mitten im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald liegt, hat die Naturschutzbehörde besonders genau hingeschaut. „Mit der Natur ist der Platz aber gut vereinbar“, findet Sorg, der dazu auf das Zertifikat „Golf und Natur“ verweist, mit dem der Verein seit einigen Jahren zertifiziert wird. Auf die zwei Milanpaare, die sich inmitten der Golfer eingenistet haben. Und auf die vielen Ausgleichsflächen, die zu schaffen waren.

Von der ursprünglichen Planung ist der Verein dann aber noch einmal abgewichen. Zu abseitig und schlecht angebunden wäre der Kurzplatz rund um den Neuhof und direkt an der Landstraße gewesen. Stattdessen wurde jetzt die bisherige Bahn zwei vom Hauptplatz weggenommen und in den Kurzplatz integriert. So ist dieser bequem vom Clubhaus erreichbar. Und damit der Hauptplatz weiterhin 18 Loch hat, wurde die mit mehr als 500 Metern sehr lange Bahn acht in zwei Abschnitte aufgeteilt.

Wer nicht zahlt wird schnell entlarvt

Dass der neue, öffentliche Platz stellenweise immer noch sehr nah an der Landstraße verläuft und damit Schwarzgolfer anlocken könnte, ist Sorg bewusst. „Das gibt es immer wieder.“ Allerdings seien diese recht leicht an ihrer Golftasche zu erkennen: An die wird nämlich am Eingang ein „Backtag“ befestigt, ein farbiges Kennzeichen also, das jeden Tag wechselt und somit Schwarzgolfer schnell auffallen lässt.

800 aktive Mitglieder nutzen die Anlage regelmäßig, allein in diesem Jahr kamen 1700 Gäste aus anderen Golfclubs dazu. Auf dem Haghof hofft man durch den Sieben-Loch-Platz nun vor allem auf viele Besucher, die bislang noch gar nichts mit dem Sport zu tun hatten, sagt Club-Präsident Sorg: „Ich hoffe, dass die Leute dann das Golffieber packt.“

Was kostet das?

Gespielt werden darf auf dem Kurzplatz gegen eine Tagesgebühr von 20 Euro für Erwachsene. Unter 25-Jährige zahlen zehn Euro. Schläger können vor Ort geliehen werden. Es soll auch Zehner-Karten für 175 Euro geben.

Weitere Infos auf www.glc-haghof.de

  • Bewertung
    6
Der ZVW Morgen-Newsletter

Gut informiert in den Tag starten. Einfach kostenlos anmelden.

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!