Alfdorf Hauptstraße wird ab April saniert

Statt kurzfristiger Ausbesserungen wird es in der Hauptstraße von Alfdorf demnächst eine grundlegende Sanierung geben. Foto: Ellwanger/ZVW

Alfdorf. Nun ist es offiziell: Die marode Hauptstraße in Alfdorf wird grundlegend saniert. Und das schon bald. Bereits im April sollen die Tiefbauarbeiten beginnen. Das hat Bürgermeister Michael Segan jetzt bestätigt.

Schlaglöcher, Risse, Absenkungen: Dass die Ortsdurchfahrt in Alfdorf eine grundlegende Sanierung benötig, ist unstrittig. Anwohner Thomas Wiedmann hatte sich, wie berichtet, erst vergangene Woche über den maroden Zustand beklagt und Sicherheitsbedenken geäußert. Dass die Gemeinde etwas gegen diesen Zustand tun möchte, das hatte Bürgermeister Michael Segan im vergangenen Jahr mehrfach betont.

Die Ausschreibung für die Sanierung wird gerade vorbereitet

Und die Pläne sind offensichtlich ziemlich konkret. „Es gibt eine ganz klare Absprache mit dem Regierungspräsidium, dass ab April saniert wird“, sagt Segan. Der Gemeinderat habe bei einer Klausurtagung bereits darüber beraten. Die Ausschreibung für die Arbeiten sei in Vorbereitung. Auch ein Vertrag mit dem Regierungspräsidium sei gerade in der Ausarbeitung. Kurzum: Wenn nicht alle Stricke reißen, wird die Straße grundlegend demnächst saniert.

Möglich war dies aber nur, weil die Gemeinde im Moment ein zentrales Kläranlagenkonzept umsetzt. Und um die erweiterte, zentrale Kläranlage in Leineck in Betrieb nehmen zu können, muss in der Hauptstraße eine Druckleitung verlegt werden, die Abwässer aus den anderen Ortsteilen der Kläranlage zuführt. Da die Straße dazu zumindest teilweise geöffnet ist, könnte in diesem Zuge auch die Straße selbst gerichtet werden, so die Idee der Verwaltung. Einen anderen Hebel für eine Sanierung hatte sie im Grunde ja auch nicht.

Die L 1155 befindet sich nämlich in der Zuständigkeit des Regierungspräsidiums (RP). Und das hatte die Ortsdurchfahrt zwar in sein Erhaltungsprogramm 2017 bis 2020 aufgenommen, damit aber noch nicht definitiv darüber entschieden, ob und wann die Straße dann auch saniert wird. Dass dies zeitnah geschieht, bestätigt diese Woche nun auch das Regierungspräsidium. „Der im Erhaltungsprogramm enthaltene Abschnitt wird komplett erneuert“, teilt die Pressestelle mit.

Anwohner bereits informiert

Saniert werden soll auf rund 900 Metern genau jener Straßenabschnitt zwischen der Mündung zur Schützenstraße und dem westlichen Ortseingang, der die größten Schäden aufweist.

Die Anwohner seien übrigens bereits im vergangenen Jahr darüber informiert worden, dass die Gemeinde neue Abwasserleitungen plant, so Segan. Zumindest jene Anwohner der Hauptstraße, bei denen im Zuge der Sanierung auch eine neue Leitung verlegt werden muss.

Auch über die Finanzierung sind sich die Gemeinde Alfdorf und das RP laut Bürgermeister Segan einig: Alfdorf werde die Kosten für jene Teilbereiche der Straße übernehmen, in denen Kanalisation verlegt ist. Die Kosten für die restlichen Straßenbereiche übernimmt das Regierungspräsidium.

Die Abwasserdruckleitung wird mit Landesmitteln gefördert

Für die Abwasserdruckleitung und den Umbau der Alfdorfer Kläranlage zum Pumpwerk kann die Gemeinde dabei mit einer Förderung von rund 80 Prozent aus Landesmitteln des Programms „Förderrichtlinien Wasserwirtschaft“ rechnen. Das entspricht einer Summe von rund 1,7 Millionen Euro.

Neben dem Neubau der Abwasserdruckleitung sollen im Zuge der Baumaßnahme aber auch die Abwasserkanäle von der Einmündung der Schützenstraße bis zur Einmündung Vorstadtstraße erneuert werden. Dafür sind Kosten von 214 000 Euro veranschlagt. Hier hat die Gemeinde einen Antrag auf eine sogenannte „Härtefallregelung“ nach den „Förderrichtlinien Wasserwirtschaft“ gestellt, über den aber noch nicht entschieden ist.

Vollsperrung nötig

Der Förderhöchstsatz betrage bei einem „Härtefall“ knapp 40 Prozent. Aber: „Als Härtefall anerkannt zu werden ist relativ schwierig. Zudem ist dieser Fördertopf in der Regel überzeichnet“, sagt Segan. „Die Gemeinde wird aber - vorbehaltlich eines abschließenden Gemeinderatsbeschlusses - die Kanalauswechslung auch unabhängig von einer Förderungsbewilligung durchführen.“

Aufgrund der unfallschutzrechtlichen Vorschriften wird bei der Baumaßnahme übrigens keine einseitige Fahrbahnsperrung möglich sein. Die Gemeinde muss voll sperren und wird deshalb abschnittsweise vorgehen. Dazu gibt es bereits Umleitungspläne, die aber noch mit der Straßenverkehrsbehörde und dem öffentlichen Nahverkehr abgestimmt werden müssen.

Die Arbeiten an der Straße werden dann voraussichtlich im Laufe des kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Untere Schlossstraße: Vorerst keine Sanierung

So sehr es sich Bürgermeister Michael Segan auch wünschen würde: Vorerst steht in der Unteren Schlossstraße keine Sanierung an. Diesen Teilabschnitt der Ortsdurchfahrt hat das Regierungspräsidium zwar ins Erhaltungsprogramm 2017 bis 2020 aufgenommen, aber er liegt von der Priorisierung her lediglich im Mittelfeld.

„Es gibt eben offensichtlich Landesstraßen in schlechterem Zustand, die stärker befahren sind, auch wenn dies für manch einen nicht vorstellbar ist“, sagt Segan, der aber die Hoffnung hat, dass die Untere Schlossstraße bei der Neubewertung etwas weiter nach vorne rückt. Schließlich habe das Land im Dezember bereits punktuelle Ausbesserungsarbeiten durchführen lassen. Und im Laufe dieses Jahres werden auch die Zustände der Landesstraßen noch einmal neu bewertet.

Kanalarbeiten durch die Gemeinde wie in der Hauptstraße sind in der Unteren Schlossstraße derzeit aber nicht vorgesehen. „Daher sind Synergien wie in der Hauptstraße nicht möglich.“ Wegen der Frage der Sanierung der Unteren Schlossstraße stehe die Gemeinde aber in Kontakt mit dem Regierungspräsidium.

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