Alfdorf Sanierung der Hauptstraße startet erst 2020

Der schlechte Zustand der Hauptstraße ist schon lange ein Thema. Anfang 2021 soll auch der marodeste Abschnitt von der Unteren Mühlstraße bis zur Ortsmitte in Angriff genommen werden. Foto: ZVW/Mathias Ellwanger (Archiv)

Alfdorf. Die Alfdorfer müssen sich noch gedulden, bevor die sanierungsbedürftige Ortsdurchfahrt erneuert wird. Erst Anfang 2020 beginnt der Straßenbau für die Druckleitung zum neuen Pumpwerk. Und vor Anfang 2022 ist nicht mit der kompletten Erneuerung der Hauptstraße zu rechnen. Dafür gibt es Radwegemarkierungen und einen Fußgängerüberweg in der Ortsmitte.

In einer außerplanmäßigen Sitzung des Gemeinderats am Montagabend hat der Ingenieur Matthias Strobel den Plan der Verwaltung vorgestellt. Bis zur Einmündung in die Obere Schlossstraße soll die Ortsdurchfahrt einen Fahrradschutzstreifen bekommen, mit einer Breite von jeweils 1,25 Meter auf beiden Seiten. So dass sich die Restbreite für den motorisierten Verkehr dann auf 4,50 Meter beläuft.

Auf der Hauptstraße soll nur noch drei Minuten geparkt werden dürfen

Im Ausgleich dafür soll es ein Parkverbot geben und das Halten dann nur noch für drei Minuten erlaubt sein. Der Fahrradweg darf, sofern sich kein Radfahrer darauf befindet, überfahren werden. Die Kosten für die Markierung würden komplett vom Regierungspräsidium übernommen. Außerdem soll im Bereich der Hauptstraße 78 ein weiterer Zebrastreifen errichtet werden. Kosten für Markierung und Beleuchtung würde das Regierungspräsidium übernehmen, Bordsteinabsenkung und Blindenmarkierung müsste die Gemeinde zahlen.

Bürgermeister Michael Segan sagte: „Damit erreichen wir eine deutliche Verbesserung der Sicherheit für Radfahrer.“ Zuletzt hätten zahlreiche Pendler den Wunsch nach einem sicheren Radweg an die Verwaltung herangetragen. Außerdem werde die Straße optisch verengt, was erfahrungsgemäß verringerte Geschwindigkeiten zur Folge habe.

Gemeinderat Horst Metzger (UBL) wollte wissen, ob so etwas schon erprobt sei. „Wir sind nicht die erste Gemeinde, die so was macht“, entgegnete Segan und verwies dabei auf die Schorndorfer Straße in Welzheim.

Diskussion im Gemeinderat

Ob in dem Zuge auch die Untere Schlosstraße einen Radweg bekomme, wollte Gemeinderat Klaus Hinderer (FW) wissen. In einem ersten Schritt werde der Radverkehr zunächst in die Obere Schlossstraße abgeleitet, sagte Segan. Im Falle einer Markierung müsste hier die Gemeinde die Kosten übernehmen. In der Unteren Schlosstraße werde eine Markierung erst nach einer Sanierung erfolgen.

Wolfgang Hipp (FW) plädierte anstelle einer Markierung für einen Alternativradweg an der Peripherie. Das sei nicht nur für Hobbyradler attraktiver, sondern auch sicherer. Langfristig strebe die Gemeinde so etwas durchaus an, Gespräche seien hierfür bereits geführt worden. Hierfür seien aber längere Planungen und Grundstückserwerbe notwendig. Bei den Markierungen hingegen handle es sich um eine „schnelle, unproblematische und für uns kostenlose Maßnahme“.

Kritik an der Parkregelung

Hans Dieter Folter (FW) kritisierte vor allem die Parkregelung, „das sehe ich durchaus als Problem für die kleineren Betriebe“. Eine Meinung, die er mit Stefan Knödler (CDU) teilt. Auch Wolfgang Hipp hält die Parkplatzsituation jetzt schon für kritisch. Man solle da lieber nichts übers Knie brechen. Worauf Segan entgegnete, es sei sicher bequem, direkt vor dem Laden zu parken, aber anderswo müssten die Leute auch etwas weiter laufen. „Ich sehe hier vor allem den Sicherheitsaspekt der Radfahrer.“

Hundertprozentig könne er die Argumente des Bürgermeisters unterstützen, sagte Michael Lauber (FW). „Wir riskieren nichts, es passiert baulich nichts, das ist doch wirklich einen Versuch wert.“ Auch Fraktionskollegin Eva Gölz hält die Idee für „einfach zeitgemäß“ und wünschte sich zudem eine Tempo-40-Regelung. (Was, da es eine Landesstraße ist, die Gemeinde aber nicht selbst entscheiden kann.)

Weit weniger kontrovers diskutiert wurde der geplante zusätzliche Zebrastreifen. Michael Lauber gab zu bedenken, ob dieser wirklich nötig sei, schließlich gebe es einen 150 Meter davon entfernt beim Rewe sowie 500 Meter weiter in der Ortsmitte. Und Hans Dieter Folter sorgte sich, dass, wenn beim Gebäude Nummer 82 in ein paar Jahren gebaut wird, unter Umständen wieder umgeplant werden müsse. Diese Sorge konnte Bürgermeister Segan jedoch entkräften. Auf der Nordseite des geplanten Übergangs steht nämlich ein Baum – und der bleibe definitiv auch künftig stehen.

Radweg und Zebrastreifen wurden schließlich mehrheitlich (bei zwei Enthaltungen) vom Gemeinderat beschlossen.

Die zeitliche Planung sieht wie folgt aus:

Der erste Bauabschnitt von Pfahlbronn bis zur Unteren Bühlstraße (Druckleitung, Kanalsanierung und Straßenbau) wird noch dieses Jahr ausgeschrieben, geplanter Baubeginn ist Januar 2020, Bauende voraussichtlich März 2021, Kosten: 3,2 Millionen Euro (wovon 1,5 Millionen durch Zuschüsse gedeckt werden, die auch noch für die kommenden Jahre gelten, wie Segan versicherte).

Für den zweiten Bauabschnitt von der Unteren Bühlstraße bis zur Ortsmitte (Kanalsanierung, Wasserleitung und Straßenbau) wird im September der Förderantrag eingereicht, voraussichtlicher Baubeginn ist Januar 2021, Fertigstellung im März 2022, Kosten: 2,1 Millionen Euro (750 000 Euro zahlt das Regierungspräsidium, Zuschüsse für Kanalsanierung und Wasserleitung werden noch beantragt).


Parkplätze am Kronenplatz?

Im Zuge der Diskussion um Parkplätze an der Hauptstraße brachte Bürgermeister Michael Segan den Kronenplatz ins Spiel. Dort könnten ja Parkplätze geschaffen werden (wohl wissend, dass es einen Beschluss des Gremiums von 2016 gibt, der genau dies ablehnt).

Klaus Hinderer (FW) hielt das in der Sitzung für eine gute Idee, erinnerte allerdings daran, dass er bereits im Oktober 2018 um die Erstellung eines Parkplatzkonzepts bat – und bis heute nichts passiert sei. In einer der nächsten Sitzungen soll dies nun behandelt werden, wie Hauptamtsleiter Wolfgang Fauth auf unsere Nachfrage hin erklärt.

Horst Metzger (UBL) hingegen konnte überhaupt gar keine Parkproblematik erkennen. „Wenn wir in Alfdorf das Parken nicht in den Griff bekommen, dann schafft das niemand.“ Den Vorschlag mit dem Kronenplatz lehnte er rundweg ab. „Da gibt es einen Beschluss des Gemeinderats, dass es keine Parkplätze geben soll. Dass man uns das jetzt unterjubeln will, finde ich nicht gut.“

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