Alfdorf/Schwäbisch Gmünd Corona-Krise: So reagieren Bosch AS und ZF

ZF hat angekündigt, Teile von Produktion und Verwaltung herunterzufahren. Foto: ZVW/Alexandra Palmizi

Alfdorf/Schwäbisch Gmünd.
Bereits vor drei Wochen hat der Autozulieferer Bosch AS angesichts der Coronavirus-Pandemie den „Präventionssteuerkreis Corona“ ins Leben gerufen, in dem Arbeitgeber, Betriebsrat und Experten für den Standort Schwäbisch Gmünd über Vorsichtsmaßnahmen entscheiden und Aktivitäten koordinieren, „um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und die Mitarbeiter bestmöglich zu schützen“, wie das Unternehmen mitteilt. Wegen der Pandemie hatten inzwischen mehrere Autokonzerne die Produktion eingestellt.

Bosch AS: Drei-Stufen-Modell

Dazu gehören etwa VW, Audi oder BMW. Hinzu kommen ausbleibende Lieferungen durch Lieferanten, wie Bosch AS mitteilt. Die Folge: Diese Situation mache es unmöglich, den bisherigen Betrieb aufrechtzuerhalten, so der Konzern in einer Mitteilung. Das Unternehmen werde den Betrieb an den Standorten in Deutschland deshalb einschränken müssen. Hierfür werde es standortspezifische Vereinbarungen geben, die sich an den jeweiligen lokalen Voraussetzungen orientieren. Für den Standort Schwäbisch Gmünd haben Firma und Betriebsrat Folgendes vereinbart:

Bosch geht am Standort in drei Stufen vor: In der ersten Stufe vom 23. bis 28. März können Mitarbeiter nach Absprache mit ihren Vorgesetzten auf freiwilliger Basis Urlaub, Gleitzeit und Freistellungstage nehmen. Ab kommender Woche tritt dann die zweite Stufe in Kraft. Dann bleibt der Betrieb bis zum 11. April geschlossen. Ab dem 12. April ist geplant, für den gesamten Betrieb Kurzarbeit anzumelden. Damit folgt Bosch weiteren Automobilzulieferern.

ZF: Kurzarbeit startet am 27. März

ZF hat etwa angekündigt, Teile von Produktion und Verwaltung herunterzufahren. „Wir erleben mit der Corona-Krise eine Situation, die wir uns noch vor wenigen Wochen kaum vorstellen konnten“, sagt Achim Dietrich, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats von ZF. „Nachdem viele unserer Kunden ihre Produktion für mehrere Wochen ruhen lassen, reagiert ZF auf die ausbleibende Nachfrage“, sagt ein Sprecher. Der Konzern kombiniert 25 Prozent Gleitzeit und 25 Prozent Urlaubszeit sowie 50 Prozent Kurzarbeit. Die Regelung gilt bei ZF bis einschließlich Juni, wobei die Phase der Kurzarbeit sich danach richtet, zu welchem Zeitpunkt die Kunden von ZF ihre Werke wieder in Betrieb nehmen.

Zwei Drittel der Belegschaft

Konkret bedeutet das für den Standort Alfdorf: Teile der Produktions- und Fertigungsbereiche sowie der Verwaltung werden heruntergefahren. „Insgesamt betrifft dies rund 70 Prozent der Belegschaft“, so der Sprecher. Bereits in dieser Woche ruhe die Produktion am Standort. Dieses Aussetzen werde vorwiegend über Gleitzeit und den Abbau von Überstunden getragen. Die Phase der Kurzarbeit startet am Standort Alfdorf dann an diesem Freitag, 27. März.

  • Bewertung
    7
Der ZVW Morgen-Newsletter

Gut informiert in den Tag starten. Einfach kostenlos anmelden.

Heute in Ihrer Tageszeitung

Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!