Alfdorf Waldkindergarten bleibt als festes Angebot bestehen

, aktualisiert am 22.02.2019 - 15:07 Uhr
Waldkindergarten Hasenköhl, hier bei einer Pflanzaktion im vergangenen Jahr. Foto: Markus Metzger

Alfdorf-Pfahlbronn. Der Waldkindergarten Hasenköhl im Alfdorfer Ortsteil Pfahlbronn ist im 22. Jahr seines Bestehens nach wie vor sehr gut ausgelastet. „Aus pädagogischer Sicht sehen wir wie bisher einen Bedarf für diese Betreuungsform“, beschreibt Hauptamtsleiter Wolfgang Fauth die Situation.

Der Waldkindergarten Hasenköhl besteht seit 1997 und hat sich als feste Größe in der Alfdorfer Kindergartenlandschaft etabliert. Ein Kindergarten im Wald bietet einzigartige Möglichkeiten für eine optimale Entwicklung. Die Natur kann zu jeder Jahreszeit in all ihrer Vielfalt intensiv erlebt werden.

Die Gründung des Waldkindergartens in Pfahlbronn war vor 22 Jahren heftig umstritten gewesen. In mehreren Sitzungen hatte der Gemeinderat darum gerungen, ob dieses zusätzliche Angebot für Alfdorf nötig ist und ob die Gemeinde dafür Geld ausgeben sollte. Schließlich konnte sich die Initiative durchsetzen. Mittlerweile ist das Angebot in der Gemeinde unumstritten und wird als Bereicherung der Kindergartenlandschaft angesehen.

Waldkindergarten dient gleichzeitig als Puffer

Bei der Bedarfsberechnung der Gesamtgemeinde sind die 20 Plätze des Waldkindergartens nicht berücksichtigt. So dass diese wie die Tagesmütter als Pfuffer für die Gemeinde bei der Planung der Kindergartenplätze zur Verfügung stehen. Die Öffnungszeiten des Kindergartens wurden etwas erweitert und den Halbtageskindergärten der Gemeinde angepasst. Das Kindergartengesetz sieht vor, dass ein Bedarf anerkannt wird, wenn genügend Eltern das Angebot in Anspruch nehmen.

Noch bevor in Pfahlbronn ein Waldkindergarten gegründet wurde, gab es bereits in der Gemeinde Althütte ein solches, beispielhaftes Angebot.* Besucht wird der Kindergarten im Waldgebiet Ochsenhau auch von den Kindern der benachbarten Gemeinde Kaisersbach.

Der Waldkindergarten Althütte als gemeinnütziger Verein besteht seit dem Jahr 1996. Er setzt sich aus Eltern von ehemaligen, aktuellen und zukünftigen Waldkindergartenkindern und deren Familien zusammen.

Geschichte und Verbreitung

Der wesentliche Unterschied der Waldkindergärten gegenüber normalen Kindergärten ist, dass sich „Waldkinder“ weit überwiegend in der Natur aufhalten und vorwiegend mit den Dingen spielen, die sie im Wald oder auf dem Feld vorfinden. Nur bei besonders schlechtem Wetter bieten Zelte, Bauwagen oder Hütten Unterschlupf zum Geschichtenerzählen, Malen, Basteln und Frühstücken.

Die Idee für diese Form stammt aus Dänemark

Die Idee eines Waldkindergartens wird auf Ella Flatau, eine dänische Mutter aus Søllerød, zurückgeführt, die 1952 gerne mit ihren eigenen vier Kindern und Nachbarskindern den Tag im Wald verbrachte. Seit Anfang der 1970er Jahre wurden auf Grundlage dieses ersten Skovbørnehave (Waldkindergarten) in ganz Skandinavien Waldkindergärten gegründet. In Schweden gibt es heute unter der Bezeichnung „I Ur och Skur“ („bei Wind und Wetter“) rund hundert Angebote.

In Deutschland entstand schon 1969 ein erster Waldkindergarten. Mit der staatlichen Anerkennung eines Waldkindergartens in Flensburg kam es Anfang der 1990er Jahre auch hier zu einer Gründungswelle. Schätzungsweise 300 Waldkindergärten gibt es heute in Deutschland. (Quelle: Das Kita-Handbuch, herausgegeben von Martin R. Textor und Antje Bostelmann, Autorin Sandra Schaffert).

Neue Kindergartengruppen entstehen

Nachdem die Kinderzahlen in den letzten Jahren in Alfdorf stetig gestiegen sind, spricht die Gemeindeverwaltung im aktuellen Kinderbedarfsplan 2019/2020 eher von einer Stagnation.

Durch die Einrichtung einer dritten Gruppe im Kindergarten Sonnenschein im Teilort Alfdorf wurde eine Entlastung erreicht.

Im Ortsteil Pfahlbronn gab es durch eine weitere Gruppe mit 15 Kindern eine Entspannung. Der Anbau wird 2019 fertiggestellt, dadurch stehen dann weitere Plätze zur Verfügung.

In den Halbtageskindergärten bleiben die Kinderzahlen stabil.

Im Bereich Burgholz nehmen die Kinderzahlen leicht zu, so dass sich die Auslastung verbessert.

Im Bereich Rienharz stagnieren die Kinderzahlen auf einem Niveau, das den Gruppenerhalt ebenfalls rechtfertigt. Geringe Platzreserven sind vorhanden.

Im Bereich Vordersteinenberg bleiben die Kinderzahlen bis zum Ende des Planungszeitraums 2021 stabil beziehungsweise ziehen leicht an. Der Kindergarten ist damit ordentlich ausgelastet.

Im Bereich Hellershof schwanken die Kinderzahlen. Der Kindergarten ist auch mit Mädchen und Jungen aus Kaisersbach und Gschwend belegt. Die anderen Kommunen beteiligen sich am Abmangel nach der Zahl der betreuten Kinder.


Info

Der Waldkindergarten ist ein Halbtageskindergarten. Er ist von Montag bis Freitag von 8 bis 13 Uhr geöffnet. Die Kinder können von 8 bis 9 Uhr gebracht werden. Es gibt zwei feste Abholzeiten: erste Abholzeit um 12.30 Uhr und eine zweite Abholzeit um 13 Uhr. Kontakt: Waldkindergarten Hasenköhl e.V., Lorcher Straße 4, 73553 Alfdorf-Pfahlbronn, E-Mail: info@waki-hasenkoehl.de.

*Auch in der Gemeinde Alfdorf wird der Waldkindergarten – wie in Althütte – von einem Verein mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde Alfdorf geführt. Das hatten wir in der ersten Version dieses Artikels leider falsch berichtet. Für das Jahr 2019 ist zum Beispiel ein Zuschuss in Höhe von 112 600 Euro für den Waldkindergarten vorgesehen. Im Jahr 2018 lag der Zuschuss bei 105 000 Euro. Außerdem zahlt die Gemeinde Alfdorf zusätzlich immer wieder außerordentliche Zuschüsse zum Beispiel für Umgestaltungsmaßnahmen.

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