Am Schulzentrum in Welzheim Was auf den Sportanlagen im Moment geplant ist

Dringend sanierungsbedürftig: Der Hartplatz beim Welzheimer Schulzentrum. Foto: ZVW/Mathias Ellwanger

Welzheim.
Schachbrettartige Rissbildungen über den ganzen Platz verteilt und kein Zusammenhang mehr zwischen den einzelnen Schichten im Unterboden: Wenn das Kleinspielfeld am Schulzentrum jetzt nicht saniert wird, muss es spätestens im Frühjahr gesperrt werden. Doch dazu wird es wohl nicht kommen, denn der Bau- und Verwaltungsausschuss hat die Sanierung empfohlen. Auch die Sportaußenflächen nebenan sollen bald umgestaltet werden.

Vieles Weitere ist noch unsicher

Doch fast wäre es dazu nicht gekommen. Denn zwei Fraktionen (Welzheimer Bürgerforum und die CDU) wollten die beiden Themen zunächst von der Tagesordnung nehmen. Die Begründung: Bevor Entscheidungen fallen, müsse erst die Planung für das angrenzende Lindenquartier konkreter sein. Dieses Quartier ist die größte noch unbebaute innerörtliche Fläche Welzheims und seit kurzem auch im Besitz der Stadt. Bislang vorgesehen ist dort eine neue Sporthalle sowie Wohnbebauung. Vieles Weitere ist aber noch unsicher: Etwa, ob die Turn- und Sportfreunde (TSF) dort wirklich ein Sportzentrum bauen werden. Die Planungen für das Areal befinden sich noch in einem sehr frühen Stadium. Nach wie vor offen ist auch, ob die Justinus-Kerner-Halle abgerissen oder saniert wird.

Das war dann auch das Hauptargument von Bürgermeister Thomas Bernlöhr: Jetzt müsse gehandelt werden beim Kleinspielfeld, eine Entscheidung über die Kernerhalle falle frühestens Mitte 2020, vom Lindenquartier ganz zu schweigen. Zu vertagen hieße, dass der Platz erst einmal gesperrt werden müsste, Schulen und Vereine das Nachsehen hätten. Und über die Sportanlagen solle ja lediglich beraten werden.

„Wir verbauen uns damit Möglichkeiten“

Markus Österle (Welzheimer Bürgerforum) meinte hingegen: „Wir verbauen uns damit Möglichkeiten.“ Und „wir wollen keinen Flickenteppich“. Niko Kappel (CDU) sah zwar die Notwendigkeit, den Hartplatz zu sanieren, mahnte aber, beim Sportgelände keine voreiligen Entscheidungen zu treffen. Alexandra Veit (SPD) hingegen drängte auf eine Entscheidung für den maroden Platz („Auf diesen Tag habe ich sehnlichst gewartet, da ist es schon längst zehn nach zwölf“). Auch Sebastian Buhl (Freie Wähler) befand: „Der Platz ist hinüber. Die Planung des Lindenquartiers ist noch ganz am Anfang. Wenn wir warten, würde es Jahre dauern, bis er saniert ist.“

Gut eine Viertelstunde ging es so hin und her, bis das Bürgerforum dann seinen Antrag zurückzog – und sich am Ende sogar den Plänen der Verwaltung anschloss.

Für rund 240 000 Euro soll der Platz saniert werden. Baubeginn ist voraussichtlich im April, vier bis sechs Wochen lang wird er dann nicht nutzbar sein. Im Zuge der Maßnahme wird die Grünfläche in der Mitte des Platzes entfernt und die Drainage komplett erneuert, außerdem kommt ein neuer Zaun – und es wird eine Rampe gebaut, um die Rienharzer Straße mit den Sportanlagen barrierefrei zu verbinden. Diesen voll asphaltierten Weg will die Stadt zuerst bauen, da sein Unterbau unter den des Platzes greift. Es ist davon auszugehen, dass der Gemeinderat dem zustimmen wird.

So sieht das Konzept aus

Noch nicht ganz sicher ist das bei der Weiterentwicklung der Sportflächen. Vertreter der TSF waren mit diesem Anliegen auf die Stadt zugekommen. Nun hat die Verwaltung auf dieser Basis (und mit Zustimmung der Vereine und Schulen) ein Konzept erstellt. Hier die wesentlichen Punkte:

  • Die Sportanlage, die nach heutigen Gesichtspunkten (unter anderem wegen des Lärmschutzes) weit mehr Abstand zu den Gebäuden ringsherum bräuchte (und innerorts nicht mehr genehmigungsfähig wäre), genießt Bestandsschutz. Ein anderer Standort wird daher vorerst ausgeschlossen.
  • Die 100-Meter-Laufbahn soll durch eine Rundbahn mit der Länge von 280 Metern ersetzt werden, die um den bestehenden Sportplatz herumführt.
  • Dadurch wird das Fußballfeld verkleinert, da hier aber keine Wettkämpfe stattfinden, haben die TSF-Fußballer keine Einwände.
  • Statt bisher zwei Kugelstoßanlagen soll es künftig nur noch eine geben. Ein wenig bitter für Niko Kappel: Genau jene Anlage, auf der er kürzlich einen neuen Weltrekord stieß (der aber offiziell leider nicht gilt), ist betroffen. Stattdessen soll Platz für die Speer- und Diskuswerfer geschaffen werden.
  • An der Stelle, wo jetzt das Gebäude der Grundschulförderklasse steht, sollen Lagerräume gebaut werden. Die Förderklasse könnte dann im Lindenquartier ein neues Domizil finden.
  • Außerdem sollen Sportplatz und Kleinspielfeld durch die bereits erwähnte asphaltierte Rampe verbunden werden.

Stadtrat Friedrich Mayle (Freie Wähler) schlug vor, zunächst einen Sportstättenspezialisten wegen der Kosten zurate zu ziehen. Wenn der Betrag realistisch sei, „dann wäre ich dabei“. Dem schlossen sich mehrere Räte an. „Genau das wäre auch unser Plan gewesen“, sagte Bernlöhr. In der nächsten Gemeinderatssitzung am Dienstag, 3. Dezember stehen das Konzept und der Platz zur Abstimmung.

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