Amnesty International Waiblingen Einsatz für Menschenrechte

Thomas Grau (links) und Monika Winkler engagieren sich bei der Waiblinger Ortsgruppe von Amnesty International. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Waiblingen. Überall auf der Welt werden Menschen verfolgt, gefoltert, missbraucht – aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, Religion oder politischen Meinung. Die Organisation Amnesty International setzt sich für die Rechte von Menschen ein. Auch in Waiblingen organisiert sie Infoveranstaltungen, Mahnwachen und Briefmarathons.

„Wer schweigt, macht sich mitschuldig“, sagt Thomas Grau. Der 53-Jährige ist Gruppensprecher der Ortsgruppe Waiblingen. Der gelernte Schreiner ist Ausbilder in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Seit 33 Jahren ist Thomas Grau bei Amnesty International aktiv. In Waiblingen gibt es die Organisation seit Anfang der siebziger Jahre.

„Nicht nur klagen, sondern etwas dagegen tun“

Was macht Amnesty International? „Wir arbeiten aktiv gegen Menschenrechtsverletzungen“, antwortet der Gruppensprecher. Dazu geben die Mitglieder Auskunft an Informationsständen, sammeln Unterschriften, starten Petitionen und organisieren Briefaktionen. „Wir schreiben Appellbriefe an Regierungen, einzelne, individuelle oder vervielfältigte Briefe“, sagt er. Auch mit ihren Briefen unterstützen die Ehrenamtlichen mental Menschen in Haft. „Dieses Jahr findet unser Briefmarathon auf dem Waiblinger Weihnachtsmarkt statt“, sagt Monika Winkler. Die 56-jährige Krankenschwester engagiert sich seit neun Jahren bei Amnesty International. Das Ziel des Briefmarathons zum Tag der Menschenrechte ist dieses Jahr, 150 000 Briefe zu verschicken. „Auch andere Länder beteiligen sich an der Aktion“, sagt der Gruppensprecher. „Bei Briefaktionen gibt es Leute, die diese Briefe abonnieren“, sagt Monika Winkler. Auf diese Weise werden sie über bestimmte Einzelfälle informiert.

Der Briefmarathon ist nach Angaben von Amnesty International eine sehr wirksame Methode, um die Freilassung oder Verbesserung der Lage von Menschen zu erreichen. Darüber hinaus möchten die Ehrenamtlichen zur Menschenrechtsbildung beitragen. „Nicht nur klagen, sondern etwas dagegen tun“, sagt Monika Winkler. Auch sie wollte etwas bewirken und hat sich engagiert – sei es nur einen Brief zu schreiben. „Ich habe immer wieder gehört, dass Leute verschwunden sind, weil sie beispielsweise anderer Meinung waren, das hat mich immer beschäftigt“, sagt sie. Thomas Grau stimmt ihr zu. „Ich finde es ganz wichtig, dass der Wert des Menschenrechts geschätzt wird“, betont er. „Und dass er für alle gilt“, ergänzt Winkler.

Die Gruppe kämpft mit Nachwuchsproblemen

Die Organisation setzt sich grundsätzlich gegen Todesstrafen ein, was immer wieder an den Infoständen zu Diskussionen führt. „Zwei Streitthemen sind die Todesstrafe und Flucht und Asyl“, sagt Grau. „Selbst bei Massenmördern setzt sich Amnesty International gegen die Todesstrafe ein“, sagt er, was nicht bei allen auf Verständnis stößt. „Es geht ums Leben“, ergänzt Grau, denn es gebe auch unzählige Fälle, in denen die Unschuld eines Menschen nach mehreren Jahren bewiesen wurde.

Die Gruppe erhält oft von Schulen Anfragen zu bestimmten Themen und Fällen. Dennoch kämpft die Gruppe mit Nachwuchsproblemen. „Der Verein und sein Unterstützerumfeld werden immer älter. Im Moment spüren wir’s nicht, aber in zehn Jahren schon“, sagt Thomas Grau. Schade finden die beiden Engagierten, dass die Gruppe in Waiblingen inzwischen auf einen harten Kern von etwa zwölf Mitgliedern geschrumpft ist. Jedoch gebe es viele Unterstützer, die bei einzelnen Projekten, Aktionen oder rund um den Infostand aushelfen.

Wer sich für Amnesty International interessiert, kann unverbindlich vorbeischauen. Jeden Montag findet im Kulturhaus Schwanen von 20 Uhr an ein Treffen statt. „Wir besprechen die Aktionen und die neuen Fälle“, sagt Winkler. Der Gruppensprecher ergänzt: „Es ist ein offenes Treffen, jeder ist willkommen.“


70 Jahre Menschenrechte

Auf der Erleninsel bewirtet am Samstag, 28. September, und am Sonntag, 29. September, die Ortsgruppe Waiblingen von Amnesty International das Café Remise. Von 11 bis 18 Uhr können Interessierte die Veranstaltung an der Hahnschen Mühle besuchen. Es gibt Kaffee, Kuchen, Getränke und Maultaschen.

Anschließend zeigt die Ortsgruppe von 19 Uhr an unter freiem Himmel den Film „Styx“. Der Film befasst sich mit dem Thema der Seenotrettung. Im Anschluss daran besteht die Möglichkeit, sich über den Film zu unterhalten.

Unter dem Motto „Waiblingen leuchtet“ zeigt die Gruppe am Samstag, 19. Oktober, von 18 bis 23 Uhr die Fotoausstellung „70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ in der Waiblinger Innenstadt.

Amnesty International lädt auf Dienstag, 10. Dezember, zum Briefmarathon zum Tag der Menschenrechte ein. Von 11 bis 12 Uhr informiert die Ortsgruppe an ihrem Stand auf dem Weihnachtsmarkt. Wie jedes Jahr möchte die Organisation so viele Briefe wie möglich zu zwölf Einzelfällen verschicken.

Weitere Informationen zu Amnesty International und den eigenen Veranstaltungen der Ortsgruppe gibt es online unter www.amnesty-waiblingen.de.

  • Bewertung
    0

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!