Amoklauf Winnenden - 10 Jahre danach Das neue Waffenrecht

Renate Kasten, Fachbereichsleiterin Polizeibehörde (oben) und Landrat Dr. Richard Sigel (unten), sind zuständig für Waffenkontrollen und Waffenrecht im Kreis. Fotos: Büttner Foto: Benjamin Büttner

Waiblingen. Das Waffenrecht wurde noch im Jahr 2009 in einigen Punkten verschärft. Bis 2009 etwa durften Waffenbesitzer nur kontrolliert werden, wenn es dazu einen Anlass gab. Etwa, wenn zufälligerweise festgestellt wurde, dass Waffen offen auf dem Küchentisch rumlagen. Heute dürfen die Behörden ohne Anlass und ohne Anmeldung kontrollieren.


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Vor der Waffenrechtsverschärfung durften Jugendliche ab 16 Jahren an Schießständen Großkaliberwaffen abfeuern. Heute ist das erst ab 18 erlaubt. Die Heraufsetzung des Alters auf 21 ging nicht durch.

Seit 2009 wird das „Bedürfnis“ fortlaufend geprüft. Das heißt: Nur diejenigen dürfen eine Waffe haben, die sie auch wirklich regelmäßig nutzen, etwa zum Sport oder zur Jagd. Die Waffenbehörde kontrolliert die Schießbücher, in die die Waffennutzung eingetragen werden muss. Zeigen diese Bücher, dass das Jägerdasein oder die Mitgliedschaft im Schützenverein nur auf dem Papier bestehen, wird die Erlaubnis, die Waffe zu führen, widerrufen.

Seit 2009 ein Strafbestand

Werden Waffen nicht ordnungsgemäß aufbewahrt, also im korrekten Behältnis verschlossen, die Munition in einem anderen Safe aufbewahrt, gilt dies seit 2009 als Straftatbestand. Davor war es eine Ordnungswidrigkeit.

Seit 2012 gibt es das nationale Waffenregister, in das deutschlandweit alle Schusswaffen mit ihren Kennnummern eingetragen werden müssen. Das heißt: Der bundesweite legale Waffenbestand mit all seinen Bewegungen ist registriert.
 


Kleiner und großer Waffenschein

Wer Waffen haben möchte oder muss, braucht einen Waffenschein. Es gibt verschiedene: Schreckschusswaffen dürfen ab dem Alter von 18 Jahren ohne jede behördliche Erlaubnis gekauft und besessen werden. Allerdings dürfen sie – nach dem Heimtransport – die Wohnung nicht mehr verlassen. Soll die Schreckschusswaffe etwa auf Spaziergängen mit dabei sein, muss ein kleiner Waffenschein beantragt werden.

Aber auch wer diesen besitzt, darf mit seiner Schreckschusswaffe keine Silvesterraketen in den Himmel schießen. Wer das tun will, braucht eine Schießerlaubnis.

Die Schießerlaubnis erlaubt das Schießen außerhalb von offiziellen Schießstätten. Jäger haben mit ihrem Jagdschein automatisch eine solche, Sportschützen üblicherweise nicht. Ansonsten sollten so wenige Menschen wie möglich diese Schießerlaubnis haben.

Um Waffen führen zu dürfen, die Projektile verschießen, muss ein großer Waffenschein beantragt werden. Aber auch dieser erlaubt nicht das Schießen außerhalb von Schießständen.

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