Analyse und Stimmen zum Spiel Der VfB macht jede Woche die gleichen Fehler

Der VfB Stuttgart findet keinen Weg aus der sportlichen Krise. Foto: Büttner / ZVW

Stuttgart.
Diese Spitze konnten sich die mitgereisten Fans aus dem Breisgau nicht verkneifen: „Zweite Liga, Stuttgart ist dabei“, sangen die Freiburger Schlachtenbummler nach dem Abpfiff in Richtung der Cannstatter Kurve. In der Nachspielzeit hatte der eingewechselte Florian Niederlechner wenige Minuten zuvor den Ausgleich für den Sportclub erzielt und so den ersten Stuttgarter Dreier in der Rückrunde verhindert. Während der SC Freiburg weiter sieben Punkte Vorsprung auf den VfB Stuttgart hat, treten die Schwaben im Abstiegskampf weiter auf der Stelle.

Wie das 2:2 im Landesduell zustande kam, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse

Formation und Aufstellung

Im Vergleich zur 1:4-Niederlage in München veränderte Markus Weinzierl seine Startelf nur auf einer Position: Benjamin Pavard feierte sein Comeback nach einem Muskelfaserriss und verteidigte für Andreas Beck hinten rechts. Im Stuttgarter 4-4-2-System bildeten wie schon gegen die Bayern Marc Oliver Kempf und Winterneuzugang Ozan Kabak das Innenverteidiger-Duo. Überraschend saß „Freiburg-Schreck“ Mario Gomez zunächst nur auf der Bank.

Spielidee und Taktik

Die Stuttgarter Spielidee, das Mittelfeld mit scharfen Pässen in den Rücken der Freiburger Defensive schnell zu überbrücken, war nach dem frühen Freiburger Führungstor hinfällig. Nach dem Tor von Janik Haberer zog sich der Sportclub tief in die eigenen Hälfte zurück und verteidigte mit einem engmaschigen Positionsspiel. Der VfB hatte viel Ballbesitz, aber bis auf zahlreiche harmlose Halbfeldflanken fiel der Weinzierl-Elf lange nicht viel ein. Gegen die nicht immer sattelfeste Freiburger Hintermannschaft fehlte den Schwaben ein klares Konzept und zudem eine Konterabsicherung. Häufig agierten die Hausherren kopf- und planlos. 

Spielentscheider

Wieder kassierte die VfB-Defensive ein frühes Gegentor, wieder aus dem Rückraum und wieder war über weite Strecken kein schlüssiges Offensivkonzept erkennbar. In dieser Verfassung ist der Klassenverbleib in großer Gefahr. Gefühlt macht die Mannschaft von Markus Weinzierl an jedem Spieltag die gleichen Fehler. Zwar bewiesen die Schwaben im Landesduell Moral und drehten den frühen Rückstand in eine 2:1-Führung. Doch im entscheidenden Moment der Partie waren sie einmal mehr nicht auf der Höhe - und wurden dafür eiskalt bestraft. 

Stimmen zum Spiel

VfB-Trainer Markus Weinzierl: „Wir geraten früh in Rückstand. Danach war es dann ein Spagat, wie viel Risiko wir gehen, weil der Gegner durch Konter gefährlich war. In der zweiten Hälfte haben wir dann das Spiel gedreht und eigentlich muss man gewinnen, wenn man in der 94. Minute führt. Wenn wir noch zu elft gewesen wären, hätte uns Freiburg nicht so tief hinten reingedrückt. Es war meiner Meinung nach zwei Mal keine Gelbe Karte. Wir haben uns in der Situation vor dem Tor aber auch zu naiv angestellt und solche Fehler werden direkt bestraft. Wir haben das Spiel zwischenzeitlich gedreht, aber nicht über die Zeit gebracht.“ 

SCF-Coach Christian Streich: „Wir haben gut angefangen und haben direkt das Tor gemacht. Wir haben den Gegner immer hoch angelaufen und das Umschaltspiel war okay. Nach der Pause haben wir die große Chance zum 2:0, die wir nicht nutzen. Im Anschluss waren wir nicht mehr ruhig und ballsicher genug. Wir verteidigen zwei Mal nicht gut, waren aber im eigenen Ballbesitz auch nicht gut. In der letzten Minute machen wir dann ein super Tor, sodass wir am Ende zufrieden sind. Nach 70 Minuten wäre ich mit einem Punkt nicht zufrieden gewesen, aber mit dieser zwischenzeitlichen Wendung sind wir mit dem Zähler zufrieden. Vor der Moral, der Einstellung und der Haltung der Spieler ziehe ich den Hut.“

VfB-Kapitän Christian Gentner: „Wir wollten heute die drei Punkte einfahren. In unserer Situation und gegen diesen Gegner wäre dies wichtig gewesen. Ein Punkt ist am Ende zu wenig. Charakterlich ist die Mannschaft gut. Wir haben den Rückstand gedreht, machen aber zu viele Fehler.“

VfB-Keeper Ron-Robert Zieler: „Wir mussten heute wieder einem 0:1 hinterherlaufen und uns erst einmal sammeln. Wichtig war, dass wir weitergemacht haben, wir haben uns in das Spiel reingekämpft und die Partie am Ende gedreht. Dann will man natürlich den Sieg auch mitnehmen.“

VfB-Stürmer Mario Gomez: „Ich war schockiert nach der Gelb-Roten Karte. Ich sah bei beiden Aktionen den Gegenspieler nicht und springe nur nach oben. Das ist eine ganz normale Bewegung. Wir hätten heute eigentlich drei Punkte verdient gehabt. Wir haben als Mannschaft Moral gezeigt, das Spiel gedreht, aber am Ende in dieser Situation nicht gut verteidigt.“

Ausblick 21. Spieltag

Freitag, 08. Februar

  • FSV Mainz 05 - Bayer Leverkusen; 20.30 Uhr

Samstag, 09. Februar

  • Borussia Dortmund - 1899 Hoffenheim; 15.30 Uhr 
  • RB Leipzig - Eintracht Frankfurt; 15.30 Uhr
  • Bor. Mönchengladbach - Hertha BSC; 15.30 Uhr
  • Hannover 96 - 1. FC Nürnberg; 15.30 Uhr
  • SC Freiburg - VfL Wolfsburg; 15.30 Uhr
  • Bayern München - FC Schalke 04; 18.30 Uhr

Sonntag, 10. Februar

  • Werder Bremen - FC Augsburg; 15.30 Uhr
  • Fortuna Düsseldorf - VfB Stuttgart; 18 Uhr

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