Analyse und Stimmen zum Spiel Der VfB überrollt desolate 96er im Kellerduell

Doppelpacker Steven Zuber bejubelt seinen Treffer zum 5:1. Foto: Büttner/ZVW

Stuttgart.
Der VfB Stuttgart hat den positiven Trend der letzten Wochen eindrucksvoll bestätigt und Hannover 96 im Kellerduell mit 5:1 (3:0) aus dem Stadion geschossen. 96-Coach Thomas Doll war nach dem Spiel restlos bedient und sprach von einem „Grottenkick“ seiner Elf. Durch den höchsten Bundesliga-Sieg seit 2012 vergrößern die Stuttgarter den Abstand zu den direkten Abstiegsplätzen auf fünf Zähler - und halten nach oben den Anschluss an die hinteren Mittelfeldplätze.

Wie der 5:1-Heimsieg der Schwaben zustande kam, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse.

Formation und Aufstellung

VfB-Trainer Markus Weinzierl setzte gegen Hannover auf Stabilität durch Kontinuität und vertraute der gleichen Startelf wie zuletzt gegen Leipzig (1:3) und Bremen (1:1). Im Stuttgarter 5-3-2-System bildeten also erneut Ascacibar, Castro und Zuber einen Dreierriegel vor der Fünferkette. Kapitän Christian Gentner musste zum dritten Mal in Folge auf der Bank Platz nehmen. Mittelfeldspieler Daniel Didavi schaffte es nach einer Erkältung unter der Woche nicht in den 18er-Kader.

Spielidee und Taktik

Wie schon im Weserstadion fanden die Stuttgarter auch gegen die 96er schnell ins Spiel und gingen früh in Führung. Der VfB knüpfte so an den Aufwärtstrend der letzten Wochen an und spielte gegen komplett verunsicherte Gäste druckvoll und konzentriert. Vor allem Gonzalo Castro im zentralen Mittelfeld konnte dem Spiel durch zahlreiche Balleroberungen und kluge Pässe seinen Stempel aufdrücken. Schnell und schnörkellos suchte der VfB im Vorwärtsgang den Weg in Richtung 96-Keeper Michael Esser. In der Defensive strahlte die Dreierkette um Weltmeister Benjamin Pavard viel Sicherheit aus und Santiago Ascacibar nahm seinen Hinterleuten durch viele erfolgreiche Grätschen häufig die Arbeit ab. 

Spielentscheider

Hannover 96 bekam lange Zeit kein Bein auf den Boden und wurde vom VfB gerade in der Anfangsphase überrollt. Spielerisch und kämpferisch war die Mannschaft von Thomas Doll dem VfB im ersten Durchgang komplett unterlegen. Einzig 96-Keeper Michael Esser zeigte eine bundesligataugliche Leistung. Der VfB entschied das Spiel auch über Standards für sich. Drei der fünf Stuttgarter Treffer fielen nach Eckbällen von Gonzalo Castro. Aus einem starken Kollektiv stachen die beiden Doppeltorschützen Steven Zuber (78./81.) und Ozan Kabak (16./45.) noch einmal besonders heraus. 

Stimmen zum Spiel

Hannover-Coach Thomas Doll: „Unter dem Strich waren das absolut verdiente drei Punkte für den VfB. Unser saft- und kraftloser Auftritt heute hatte nichts mit Bundesliga zu tun. Solche Gegentore nach Standards dürfen nicht passieren – das ärgert mich maßlos. Das ist gerade eine ganz schlechte Phase für uns. Das war ein Grottenkick und einfach viel zu wenig von meiner Mannschaft.“

VfB-Trainer Markus Weinzierl: „Das war heute ein super wichtiger Sieg nach einer sehr guten ersten Halbzeit. Wir sind zu Beginn mutig aufgetreten und haben die Fans mitgenommen. In der zweiten Halbzeit hatten wir weniger Zugriff, aber am Ende ist der Dreier auch in der Höhe absolut verdient. Ich bin mit allen Spielern sehr zufrieden. Der Erfolg heute gibt uns Zuversicht, es nun aus eigener Kraft schaffen zu können.“

VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger: „Die Mannschaft hat den Plan des Trainers heute sehr gut umgesetzt. Eine solche erste Halbzeit war so nicht zu erwarten. Die Phase nach dem 1:3 war kompliziert – da entscheiden häufig Kleinigkeiten. Der Sieg schärft das Bewusstsein der Spieler, die heute wieder einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben.“

VfB-Kapitän Christian Gentner: „Es ist lange her, dass wir ein Erfolgserlebnis hatten. Das war auch vom Gefühl her enorm wichtig. Wir müssen den Sieg aber auch realistisch einordnen. Heute hatten wir einen schwachen Gegner, jetzt kommen wieder drei schwere Spiele, die wir in der Vorrunde nicht gut bestritten haben. Das Selbstvertrauen, das durch die letzten Ergebnisse jetzt da ist, müssen wir weiter verfestigen. 19 Punkte werden nicht reichen. Die Situation ist nach wie vor schwierig. Heute wurde noch nichts entschieden, aber wir haben einen wichtigen Schritt gemacht. Es war ein wichtiges Zeichen für unsere Fans, die in den letzten Monaten gewaltig leiden mussten.“

Doppelpacker Steven Zuber: „Das war für die ganze Stadt enorm wichtig. Es geht hier nicht nur um mich, sondern um das große Ganze. Dieser Sieg hat sich in den letzten Wochen angedeutet. Heute haben wir endlich mal unser Potenzial gezeigt. Das gewisse Glück muss man sich auch erarbeiten. Irgendwann kommt im Leben einfach alles zurück.“

Marc Oliver Kempf: „Was die Einstellung angeht, sind wir zu einhundert Prozent da. Diese Mentalität müssen wir in jeder Woche auf den Platz kriegen und dann unsere Punkte sammeln. Das war heute kein Ausrufezeichen, sondern drei Punkte wie in jedem Spiel.“

Ausblick 25. Spieltag

Freitag, 08. März

  • Werder Bremen - FC Schalke 04; 20.30 Uhr

Samstag, 09. März

  • Bayern München - VfL Wolfsburg; 15.30 Uhr
  • Borussia Dortmund - VfB Stuttgart; 15.30 Uhr
  • RB Leipzig - FC Augsburg; 15.30 Uhr
  • SC Freiburg - Hertha BSC; 15.30 Uhr
  • FSV Mainz 05 - Bor. Mönchengladbach; 18.30 Uhr

Sonntag, 10. März

  • 1899 Hoffenheim - 1. FC Nürnberg; 15.30 Uhr
  • Hannover 96 - Bayer Leverkusen; 18 Uhr

Montag, 11. März

  • Fortuna Düsseldorf - Eintracht Frankfurt; 20.30 Uhr

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