Analyse und Stimmen zum Spiel Gonzalez' Fehlschuss als Knackpunkt

Folgenschwerer Fehlschuss: Nicolas Gonzalez verfehlt das verwaiste Schalker Tor. Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgart.
Einhundert Prozent waren Markus Weinzierl offenbar nicht genug. „Das war eine zehntausendprozentige Chance, die wir nicht genutzt haben“, klagte der Stuttgarter Trainer in der Rückschau über die dicke Möglichkeit von Nicolas Gonzalez, der in der 47. Minute beim Stand von 0:1 aus 17 Metern das leere Schalker Tor verfehlte. Gonzalez’ Fehlschuss war laut Weinzierl ein „Knackpunkt“ in der phasenweise hitzigen und emotionalen Partie gegen den FC Schalke 04.

Warum der VfB das letzte Spiel des Jahres mit 1:3 verloren hat, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse:

Formation und Aufstellung

Auch gegen Schalke war Trainer Markus Weinzierl gezwungen, seine Startelf punktuell zu verändern. Routinier Andreas Beck kehrte nach Knieproblemen zurück und ersetzte im Stuttgarter 4-4-2-System den jungen Antonis Aidonis rechts hinten in der Viererkette. Für Chadrac Akolo gab Daniel Didavi sein Comeback. Auch der schnelle Grieche Anastasios Donis saß zunächst auf der Bank – für ihn spielte Erik Thommy, der seit Anfang November nicht mehr von Beginn an aufgelaufen war.

Spielidee und Taktik

Die Hausherren begannen mutiger und engagierter als zuletzt gegen den VfL Wolfsburg. Daniel Didavi agierte als zweite Spitze an der Seite von Mario Gomez, ließ sich aber auch immer wieder ins Mittelfeld fallen. Dort hatte der VfB in der Anfangsphase viele Ballgewinne und konnte über Gonzalez und Thommy einige Aktionen initiieren. Nach dem 0:1 kamen die Stuttgarter aber aus dem Tritt. Mit einem guten Positionsspiel störten die Schalker die Schwaben schon früh im Spielaufbau. Aus dieser Umklammerung konnte sich die Weinzierl-Elf nur schwer lösen, da sie viel zu statisch und berechenbar spielte.

In der zweiten Halbzeit fehlte dem Stuttgarter Offensivspiel gegen gut gestaffelte Gäste eine ordnende Hand. Schalke verlegte sich aufs Kontern und hätte bei einer besseren Chancenauswertung den Sack schon viel früher zumachen können. Dem VfB fehlte (mal wieder) die Balance zwischen Defensive und Angriff und so kamen die Gäste immer wieder mit einfachen Mitteln zu Torchancen.

Spielentscheider

In der Rückschau werteten sowohl Trainer Markus Weinzierl als auch Sportvorstand Michael Reschke den Fehlschuss von Nicolas Gonzalez als letztlich entscheidenden Knackpunkt. Nach einem Patzer von Schalkes Keeper Ralf Fährmann brachte es der junge Argentinier nicht fertig, den Ball aus 17 Metern ins leere Tor zu schieben. Stattdessen setzte Gonzalez die Kugel an den rechten Pfosten. Dass die Stuttgarter Defensive erneut viel zu leicht zu knacken war und das Offensivspiel weiter erschreckend limitiert ist, trug sein Übriges zur elften Saisonniederlage bei. Auf Markus Weinzierl wartet in der Winterpause ein ganzer Berg Arbeit. 

Stimmen zum Spiel

VfB-Trainer Markus Weinzierl: „Dieses Spiel dürfen wir nicht verlieren. Aber wir machen unsere klaren Chancen nicht. Das erste Gegentor hat uns aus dem Tritt gebracht. In der zweiten Halbzeit haben wir eine gute Reaktion gezeigt. Der Knackpunkt war dann die 47. Minute. Das war eine zehntausendprozentige Chance, aber das Geschenk haben wir nicht angenommen. Dann kam das Eigentor von Mario, was auch bezeichnend ist für unsere aktuelle Situation. Dennoch haben wir nie aufgesteckt. Wir haben es heute nicht geschafft, aus unseren Möglichkeiten Profit zu schlagen. Wir brauchen in der Offensive mehr Struktur, um uns noch mehr Torchancen zu erarbeiten.“

Schalke-Coach Domenico Tedesco: „Wir sind glücklich und erleichtert über den Sieg, da wir lange darauf hingearbeitet haben. Das Spiel war lange offen und spannend. Die Stuttgarter waren gerade zu Beginn gefährlicher und besser. Die Umstellung auf eine Fünferkette hat uns sehr gut getan. Wenn wir unsere Konter besser ausspielen, machen wir hier sechs Tore.“

VfB-Sportvorstand Michael Reschke: „Heute wäre für uns mehr drin gewesen, wenn wir kurz nach der Pause das 1:1 gemacht hätten. Eine eigene Führung in der Anfangsphase hätte uns sehr geholfen. Auch nach dem 1:2 hatten wir weiter Hoffnung auf den Ausgleich - doch in diesem Spiel hat uns das nötige Spielglück gefehlt. Dieser Faktor war heute augenscheinlich und dem laufen wir schon die gesamte Hinserie hinterher.“

VfB-Keeper Ron-Robert Zieler: „Wir haben schon vor dem Spiel nicht vor Selbstvertrauen gestrotzt. Bei den Gegentoren gab es riesige Lücken in unserer Abwehr. Wenn wir aber den Ausgleich machen, dann kann alles passieren und das Spiel kippt vielleicht auf unsere Seite. Insgesamt verlief die gesamte Hinrunde alles andere als zufriedenstellend – das ist sehr frustrierend. Vor uns liegt ein brutal harter Weg. Wir werden aber alles dafür tun, um in der Rückrunde die nötigen Punkte zu holen.“

Ausblick Winterpause und 18. Spieltag

Die Liga geht nach diesem Spieltag in eine kurze Winterpause. Die VfB-Profis haben bis zum 2. Januar frei, dann beginnt mit den obligatorischen Leistungstests die Wintervorbereitung. Anschließend bereitet sich die Mannschaft vom 4. bis 12. Januar im spanischen La Manga auf die Rückrunde vor. Die zweite Halbserie startet in der dritten Januarwoche mit folgenden Begegnungen:

Freitag, 18. Januar

  • 1899 Hoffenheim - Bayern München; 20.30 Uhr

Samstag, 19. Januar

  • Bayer Leverkusen - Bor. Mönchengladbach; 15.30 Uhr
  • VfB Stuttgart - FSV Mainz 05; 15.30 Uhr
  • Eintracht Frankfurt - SC Freiburg; 15.30 Uhr
  • FC Augsburg - Fortuna Düsseldorf; 15.30 Uhr
  • Hannover 96 - Werder Bremen; 15.30 Uhr
  • RB Leipzig - Borussia Dortmund; 18.30 Uhr

Sonntag, 20. Januar

  • 1. FC Nürnberg - Hertha BSC; 15.30 Uhr
  • FC Schalke 04 - VfL Wolfsburg; 18 Uhr

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