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Anfangsverdacht Verdacht auf Insiderhandel mit Hugo-Boss-Aktien

Wegen möglichen Insidergeschäften im Visier der Justiz: Hugo Boss Foto: dpa

Stuttgart - (dpa/StN). Die Staatsanwaltschaft Stuttgart schaut sich die Ereignisse rund um den Absturz der Hugo-Boss-Aktie im Jahr 2016 an. Es werde die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens geprüft, bestätigte eine Behördensprecherin am Freitag unserer Zeitung. Hintergrund sei eine Anzeige der Finanzaufsicht Bafin wegen mutmaßlichen Insiderhandels mit Aktien des Modekonzerns.

Wenn bestimmte Systeme Alarm schlagen, etwa bei einer besonders auffälligen Kursentwicklung, wird eine solche Untersuchung bei der Bafin ins Rollen gebracht. Weder die Behörde noch das Unternehmen wollten sich zu Einzelheiten äußern. Eine Sprecherin von Hugo Boss betonte, gegen den Konzern sei nicht ermittelt worden.

Gewinnwarnung am 23. Februar 2016

Am 23. Februar 2016 warnte Hugo Boss seine Aktionäre vor einem Rückgang der Gewinne. Der Aktienkurs brach am selben Tag um fast 20 Prozent ein. Die Gewinnwarnung hatte auch für die Führungsspitze des Konzerns weitreichende Folgen: Nach dem Kursrutsch musste Ex-Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs seinen Hut nehmen.

Der Manager, der mittlerweile das italienische Luxuslabel Bottega Veneta leitet, war seit 2008 Chef des schwäbischen Modekonzerns. Der damalige Eigentümer, der Finanzinvestor Permira, hatte Lahrs nach Metzingen geholt. Unter seiner Führung hat sich der Gewinn mehr als verdoppelt, der Wert der Aktie stieg seit seinem Amtsantritt bis zum Frühjahr 2015 um das Fünffache – ging danach allerdings auf monatelange Talfahrt und erlebte unmittelbar nach der Gewinnwarnung im Februar 2016 nochmals einen erheblichen Einbruch. Offenbar hatten sich laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ jedoch einzelne Insider frühzeitig abgesichert: Kurz vor der Veröffentlichung wurden anscheinend noch größere Mengen an Wertpapieren verkauft.

Noch ist unklar, gegen wen sich die Anzeige der Bafin richtet

Gegen wen sich die Anzeige der Bafin richtet, wollten weder Finanzaufsicht noch Staatsanwaltschaft offenlegen. Dem Magazin zufolge wird einem Aufsichtsrat von Hugo Boss vorgeworfen, Informationen über die bevorstehende Gewinnwarnung weitergegeben zu haben.

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