Anwohner stellen Antrag Lärmschutzwand am Sportplatz in Stetten kommt

Symbolbild. Foto: pixabay (CCO Public Domain)

Kernen-Stetten. Überraschende Neuigkeiten vom Stettener Sportplatz: Wie Bürgermeister Stefan Altenberger berichtet, haben Anwohner einen Antrag für eine Schallschutzwand eingereicht. Die Gemeinde ist aufgrund eines Lärmschutzgutachtens dazu verpflichtet, eine solche Wand zu errichten.

Eine kleine Überraschung ist es schon, dass aus den Reihen der Sportplatz-Anwohner nun tatsächlich der Antrag für eine Schallschutzwand zwischen Sportplatz und Brühlstraße im Rathaus eingegangen ist. Zur Erinnerung: Bei einer Informationsveranstaltung der Gemeinde Ende April hatten sich die Anwohner mehrheitlich gegen eine solche Wand ausgesprochen. Viele befürchten, dass ihnen durch eine vier bis sechs Meter hohe Mauer das Sonnenlicht genommen wird.

TV Stetten will auf Sportgelände zusätzliche Halle errichten

Die Ausgangslage ist folgende: Schon seit Jahren klagen unmittelbare Anwohner des Sportplatzes über hohe Lärmbelastung. Vor allem, dass auf dem Sportplatz außerhalb der erlaubten Benutzungszeiten Betrieb herrscht, stößt ihnen auf. Weil der TV Stetten, der in großer Raumnot ist, auf dem Sportgelände eine zusätzliche Halle errichten möchte, ließ die Gemeinde ein Lärmschutzgutachten erstellen. Die Experten kamen zu dem Schluss, dass ein Neubau nur dann zulässig ist, wenn eine sechs Meter hohe Lärmschutzwand zwischen Sportplatz und Brühlstraße gezogen wird. Das liegt nicht daran, dass von einer neuen Halle besonders viel Lärm ausgehen wird. Vielmehr macht jede bauliche Änderung auf dem Sportplatz die Einhaltung der Grenzwerte zwingend notwendig. Doch auch ganz unabhängig vom Hallenbau haben die Anwohner auf Grundlage des Gutachtens das Recht, auf eine mindestens vier Meter hohe Lärmschutzwand zu pochen. Das machte die Verwaltungsspitze den Anwohnern bei der Info-Veranstaltung im April deutlich. Zwei Meter niedriger dürfte die Wand sein, weil ohne neue Halle wegen des sogenannten „Altanlagenbonus“ weniger strenge Grenzwerte gelten würden.

Hohe Kosten für „schöne Wand“

In der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend im Bürgerhaus teilte Bürgermeister Stefan Altenberger nun mit, dass ein solcher Antrag bei der Verwaltung eingegangen ist. „Wir müssen das umsetzen. Wir werden ein Büro mit der Planung beauftragen“, sagte Altenberger. Die Wand wird sich wohl entlang der gesamten Längsseite des Fußballfelds zur Brühlstraße hin erstrecken. Altenberger schwebt eine „schöne Lärmschutzwand“ vor, womöglich begrünt oder mit Glaselementen. Günstig werde das nicht, so der Bürgermeister – er rechnet mit bis zu 350 000 Euro Kosten. Im Gegenzug hofft er auf das Entgegenkommen der Eigentümer in der Brühlstraße, was die Mindestabstände zu deren Grundstücken betrifft. Müsste die Gemeinde diese Abstände beim Bau einer Schallschutzwand einhalten, wäre die Tartanbahn nicht zu retten. „Sie brauchen aber für den Schulsport eine 100-Meter-Bahn“, so Altenberger.

Was bedeutet diese Entwicklung für den TV Stetten? Vermutlich wird der Verein früher oder später seine Halle bauen dürfen. Eine Lärmschutzwand muss ja sowieso errichtet werden. Und die würde dann eben sechs statt nur vier Meter hoch. Darüber wird der Gemeinderat entscheiden.

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