Arnold Schwarzenegger bei Porsche in Stuttgart Hasta la Vista, Bruder!

Stuttgart - Der Bruder lässt auf sich warten. Immerhin meldet er sich am Telefon. „Wo bist Du, Bruder?“, fragt der Porsche-Betriebsratsvorsitzende Uwe Hück. „Noch 20 Minuten“, sagt am anderen Ende Ralf Möller, ehemaliger Mr. Universum, Schauspieler und Kumpel von Hück. Der andere Bruder fehlt auch – Arnold Schwarzenegger. Gelandet ist er um 13.20 Uhr auf dem Stuttgarter Flughafen, auf dem Weg nach Paris macht er Station in Stuttgart und will sich bei Porsche mit Möller und Hück treffen.

Hück ist in Eile. Er muss weg, um 16 Uhr geht der Flieger nach Leipzig. Vorher will er Möller und Schwarzenegger noch den Mission E zeigen, den elektrischen Sportwagen mit 600 PS. „Dem Arnold ist die Umwelt ja ganz wichtig“, sagt er. Also hat er ihn eingeladen, als er gehört hat, dass Schwarzenegger auf der Umweltkonferenz Austrian World Summit in Wien sprach und sich dann auf den Weg zum französischen Präsidenten Emanuel Macron machte. „Ich habe ihm gesagt: Bruder, Du musst mich besuchen! Sonst bin ich sauer!“ Vor fünf Jahren hat er ihn auf der Buchmesse kennengelernt, seitdem sind sie ganz dick. Brüder halt, so wie man sich in amerikanischen Innenstädten bro nennt, von brother, dem Bruder.

Immer wieder kommen SMS: sind gleich da. Hück unterhält derweil die Wartenden, zeigt ein Video auf seinem Handy: Schwarzenegger gratuliert ihm zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Es bleibt auch Zeit für ein Filmchen von Hücks Kampf gegen Francis Botha, als er sich verprügeln ließ, um Geld für Kinder zu sammeln. Ähnliches plant er in den USA, womöglich gegen Ex-Weltmeister Evander Holyfield. Bestimmt aber werde er mit Schwarzenegger und Sylvester Stallone in die Muckibude gehen.

Seine Karriere begann in Stuttgart

Dann fährt der ehemalige Gouverneur von Kalifornien vor. Besser gesagt, er wird vorgefahren. Ist vielleicht besser so. Schlechte Gewohnheiten lassen sich schwer ändern. Im Film „Commando“ hat er einst einen 911er zerlegt. Nun sitzt er im Spyder 918, einem Hybrid-Rennwagen, der sich mit Benzin und Strom antreiben lässt. Stilecht eine Zigarre zwischen den Zähnen, er weiß, was die Fotografen wünschen. Allerdings klappt das Aussteigen nicht so gut. Er hat zwar nicht mehr seinen Oberarmumfang von 56 Zentimeter aus den besten Zeiten, aber 1,86 Meter und 100 Kilo vom Beifahrersitz zu winden, ist auch für den Terminator herausfordernd. Ein Trost für alle Normalsterblichen, gegen Altersbeschwerden sind auch Filmstars nicht gefeit. Aber klar, für seine 69 Jahre kommt er noch gut daher. Dann umarmen sich die drei Brüder. Ein Begleiter von Schwarzenegger, grünes Polo-Hemd, Buntfaltenhose, den Seitenscheitel penibel gelegt, wedelt mit den Armen und ruft aufgeregt: „No Media! No Media!“ Das war’s.

Der Lohn für den ersten Triumph: 14 Tage Arrest

Jetzt erfährt man leider nicht, ob Schwarzenegger mehr sagen kann als die berühmten vier Wörter aus dem „Terminator 2“: „Hasta la Vista, Baby!“ Schade, gerne hätte man ihn gefragt, ob er sich noch an seine Anfänge erinnert. Seine Karriere hat nämlich in Stuttgart begonnen. Als blutjunger Kerl hatte er im Wulle-Saal den Bodybuilder-Wettbewerb „Junior Mr. Europe“ gewonnen. Mit geliehenen Shirts, das Öl für die polierten Muskeln musste er sich auch von der Konkurrenz borgen. Um in Stuttgart mitzumachen, war der frisch eingezogene Rekrut des österreichischen Bundesheers über die Kasernenmauer geklettert und mit dem Zug nach Stuttgart gefahren. Sein Lohn waren ein Pokal – und 14 Tage Arrest in der Kaserne. Das Jahr darauf gewann er in der Seniorenklasse. Der Rest ist Geschichte: Mr. Olympia und Mr. Universum, Schauspieler, acht Jahre Gouverneur in Kalifornien.

Und nun Umweltschützer, mit einem Faible für Sportwagen. Er bekommt ein Modell des Spyder und ein T-Shirt. XXL natürlich. Dann geht es weiter nach Paris zu Macron. Hasta la vista, Bruder!

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