Auf der B10 Kröten überraschen Straßenbauer

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Süßen - Naturschützer werfen den Straßenplanern des Regierungspräsidiums Stuttgart vor, dass ihre Warnungen beim Weiterbau der B 10 von Eislingen bis Süßen (Kreis Göppingen) in den Wind geschlagen wurden und deshalb viele Kröten ihr Leben verloren hätten. Das Regierungspräsidium wehrt sich dagegen und weist dies als unbegründet zurück. Die in der Planungsphase für diesen B-10-Abschnitt gefertigten Gutachten hätten keine bedeutsamen Amphibienvorkommen ausgewiesen.

Die ökologischen Bestandsaufnahmen wurden im Zusammenhang mit den Plänen für den derzeit im Bau befindlichen B10-Abschnitt zwischen Eislingen-Ost und Süßen gemacht. Sie sind bereits seit 1997 genehmigt. Im Bau befindet sich die vierspurige Straße aber erst seit 2008. Ein kurzes Teilstück bis zur Schlater Straße in Süßen gaben die Behörden im vergangenen Dezember für den Verkehr frei. Unweit dieser Kreuzung passierte in den ersten wärmeren Nächten nach dem strengen Winter etwas, was nach Pläne eigentlich nicht hätte passieren dürfen: Tausende von Kröten überquerten die vierspurige neue Bundesstraße, um vom Schlater Wald zu ihrem angestammten Laichtümpel bei Süßen zu gelangen. Dabei wurden zahlreiche Tiere überfahren.

Die Behörden reagierten schnell auf die unerwarteten Besucher. Die Polizei sperrte die Straße zwischen 19.30 Uhr und 6 Uhr an mehreren Tagen hintereinander für den Verkehr.

Die Einschränkungen für die Autofahrer dauern auch noch weiter an. "Die Wanderung der Tiere ist noch nicht abgeschlossen", begründet Thorsten Teichgräber vom Göppinger Landratsamt die weiteren nächtlichen Straßenblockaden.

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