Auswärtsspiel beim THW Kiel Eine fast unlösbare Aufgabe für TVB

Kräftig zupacken muss die Deckung gegen den THW Kiel. In der vergangenen Saison hielt der TVB bei der 25:31-Niederlage in der Sparkassen-Arena lange Zeit sehr gut mit und führte nach 42 Minuten mit 18:17. Hier stoppen Manuel Späth (links) und Samuel Röthlisberger den Kieler Nationalspieler Steffen Weinhold (hinten Jonas Maier, rechts Tobias Schimmelbauer). Foto: Sascha Klahn

Im zweiten Spiel der englischen Woche stehen die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart an diesem Donnerstag vor einer schier unlösbaren Aufgabe: Der Deutsche Serienmeister THW Kiel ist ligaübergreifend seit 16 Spielen ungeschlagen und heißer Titelkandidat.

Ein klein wenig zurücklehnen durften sich die Bittenfelder nach dem wichtigen 30:26-Sieg gegen die MT Melsungen – zumal die Abstiegskonkurrenten am Wochenende ohne Erfolgserlebnis blieben.

"Wir müssen auch daran glauben“

Fünf Punkte liegt der TVB vor dem ersten Abstiegsrang. Die Chancen allerdings, dass das Team von Trainer Jürgen Schweikardt das Polster an diesem Donnerstag ausbauen wird, sind eher gering. Schließlich wartet mit dem THW Kiel ein Schwergewicht, das nach drei nicht ganz so erfolgreichen Spielzeiten zu alter Stabilität zurückgefunden hat. Lediglich zweimal musste sich das Team von Trainer Alfred Gislason in der Liga geschlagen geben, zu Beginn der Saison auswärts beim Meister SG Flensburg-Handewitt mit 25:26 und in Magdeburg (30:35). Im EHF-Pokal hat der THW mühelos die Gruppenphase erreicht, zudem steht er im Final Four des DHB-Pokals.

Die Kieler sind wieder reif für den Titel, bei zwei Pluspunkten Rückstand auf die Flensburger warten sie auf einen Ausrutscher des Tabellenführers – und dürfen sich selbst keinen erlauben. Schon gar nicht gegen den TVB. Dessen Erfolgsaussichten sind am Sonntag in Nürnberg gegen Erlangen um einiges größer. „Gegen den THW in dessen aktueller Verfassung etwas zu holen, ist ein schier unmögliches Unterfangen“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt.

Herschenken indes möchte er nichts. Wenn sich bei hundert Spielen einmal die Chance böte, wolle sein Team parat stehen. „Aber wir müssen auch daran glauben.“ So oder so: Partien gegen Kiel seien für seine Spieler nach wie vor eine große Ehre.

Max Häfner zurück im Kader

Nur Fünfter wurden die Kieler in der vergangenen Saison und verpassten damit sogar die Qualifikation zur Champions League. Großes Verletzungspech und der personelle Umbruch waren dafür in erster Linie verantwortlich. Mit beiden Themen müssen sich die Zebras aktuell nicht beschäftigen, und der Kader dürfte noch eine Nuance stärker sein als im Vorjahr. Was unter anderem an einem Namen festzumachen ist: Domagoj Duvnjak, einer der weltbesten Spieler und Kopf der Kieler Mannschaft, ist verletzungsfrei. Zudem haben sich die beiden Ausnahme-Talente Nikola Bilyk und Lukas Nilsson deutlich stabilisiert.

„Kiel hat auf jeder Position Weltklassespieler“, sagt Schweikardt – und mit Niklas Landin und Andreas Wolff im Tor sowie Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek am Kreis die wohl besten Duos der Liga. Außergewöhnliche Fähigkeiten bringen außerdem unter anderem Miha Zarabec, Marko Vujin, Steffen Weinhold, Rune Dahmke und Niklas Ekberg mit.

Beim TVB wird der zuletzt angeschlagene Max Häfner wieder in den Kader zurückkehren, dafür bleiben Max Oehler und Florian Burmeister zu Hause. Damit fehlt dem TVB lediglich der an der Hand operierte Michael Kraus.

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