Auto China Das Wachstum der Autobauer will organisiert sein

Am 23. April öffnet die Auto China ihre Pforten Foto: EPA

Stuttgart - Der Termin in den Osterferien könnte für Europäer nicht unpraktischer liegen. Von 23. bis 29. April öffnet die Auto China in Peking für Besucher ihre Pforten, bereits über das Osterwochenende dürfen sich Journalisten ein Bild von den Automobil-Neuheiten machen. Aber auch an der Wahl des Ausstellungszeit lässt sich ablesen, wie eigenständig und selbstbewusst der Automarkt in China funktioniert. Für viele deutsche Hersteller ist er längst feste Größe für den Absatz und Hoffnungsträger für zukünftiges Wachstum zugleich.

Die Zahlen sprechen für sich. So wurden 2013 von der Kernmarke VW rund 2,5 Millionen Einheiten in China verkauft. Weltweit waren es knapp sechs Millionen. Inzwischen wird also fast jeder zweite VW von einem Chinesen gefahren. Von solchen Zahlen ist Daimler noch weit entfernt. 2013 wurden von der Marke mit dem Stern 218 045 Einheiten abgesetzt. Audi kam auf 491 989 Einheiten, BMW auf 362 500.

Doch inzwischen kommt Daimler immer besser in Fahrt. In den ersten drei Monaten des Jahres 2014 wurden 67 058 Mercedes abgesetzt, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet dies einen Zuwachs von satten 47,6 Prozent. Nicht zuletzt deshalb nutzt der Konzern die Auto China als Bühne für eine Weltpremiere. Mit dem Geländewagen-Coupé MLC will Mercedes den BMW X6 angreifen. Noch ist es ein Concept Car, doch bereits 2015 soll es auf den Markt kommen. „Damit erschließen wir für Mercedes-Benz neue Segmente“, sagte Daimler Chef Dieter Zetsche jüngst bei der Hauptversammlung in Berlin.

Schwierigste Aufgabe für die Autobauer ist es derzeit, das Wachstum in China gut zu organisieren. So hat Daimler jüngst ein Motorenwerk in Betrieb genommen und will das Händlernetz in diesem Jahr um 100 auf insgesamt 400 erweitern. Auch Porsche will von 70 auf 100 Porsche-Zentren ausbauen. In Peking stellt der Sport- und Geländewagenbauer zudem den Boxster GTS und den Cayman GTS vor, zwei besonders sportliche Ableger der kleineren Baureihen. Den nutigsten Schritt aber macht VW, das in China bereits 16 Automobilwerke betreibt. Erstmals wagt sich ein Hersteller in den noch unerschlossenen Nordwesten vor. Die Uiguren-Region Xinjiang im Grenzgebiet zu Kasachstan, Kirgistan, Pakistan und Afghanistan gilt als eines der unterentwickeltsten Gebiete Chinas und als Unruheherd. Dort hat VW im August 2013 ein Werk in Urumqui eröffnet. 362 Beschäftigte fertigen das ältere Modell Santana. Und inzwischen haben auch andere Autobauer in China die Wachstumsstrategie „Go West“ ausgerufen.

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