B14 Winnenden-West: Eine Ausfahrt des Stauens

 Foto: Habermann / ZVW

Winnenden. Autofahrer, die im Feierabendverkehr auf der B 14 in Richtung Backnang unterwegs sind, kennen die Situation: Auf der rechten Spur der Zipfelbachbrücke staut sich eine Blechlawine bestehend aus Autos. Überall leuchten Bremslichter auf, immer wieder hupt es. Grund dafür ist die Ausfahrt der Bundesstraße: Winnenden-West.

Gefährlich wird es dort vor allem dann, wenn die rund 700 Meter lange Ausfahrt komplett mit Autos verstopft ist. Sie erstreckt sich von der Zipfelbachbrücke bis zu einem Kreisverkehr, von welchem man in die Innenstadt ausfahren kann. Ist die Ausfahrt voll, kommt es auf den Hauptfahrspuren der B 14 teils zu riskanten Bremsmanövern. Dann nämlich müssen Autofahrer, die nach Winnenden oder Leutenbach wollen, auf der normalen B-14-Spur, die für schnelleres Fahren gedacht ist, anhalten und warten, bis die Abbiegespur frei wird. Dies führt zu langen Rückstaus.

Andere Autofahrer hingegen versuchen, auf eine andere Weise von der Bundesstraße abzufahren. Sie fahren auf der rechten Spur der B 14 am größten Teil des Abbiegestaus vorbei. Kurz vor der Ausfahrt bremsen sie und versuchen, auf die Ausfahrtspur zu gelangen. Autofahrer, die sich schon früher in den Stau eingereiht haben, reagieren sauer und lassen die Drängler nicht auf die Spur. Auch dieses Verhalten führt zu Staus und ist nicht weniger gefährlich. Solange die Lücke groß genug ist und kein anderes Auto behindert, gefährdet oder gar beschädigt wird, stellt das aber keine Ordnungswidrigkeit dar, wie uns die Pressestelle des Polizeipräsidiums in Aalen auf Nachfrage mitteilte. Dort bestätigte man zudem, dass es zu den Hauptverkehrszeiten an dieser Stelle „vermehrt zu Stausituationen kommt“. Um eine „Unfallhäufungsstelle“ handele es sich jedoch nicht.

Jürgen Kiesl spricht von einem „Dilemma“

Jürgen Kiesl, der Bürgermeister der Gemeinde Leutenbach, vermutet, dass vor allem das erhöhte Verkehrsaufkommen aus Affalterbach beziehungsweise Marbach und Ludwigsburg schuld am aktuellen „Dilemma“ ist. Er erzählt von zwei Treffen mit Vertretern des Regierungspräsidiums, der Stadt Winnenden und der Polizei: „2016 und im Juli 2018 haben wir uns zusammengesetzt. 2016 habe ich auf eine weitere Untersuchung gedrängt. Diese Untersuchung hat statt des angekündigten halben Jahres anderthalb Jahre gedauert. Deshalb gehe ich auch dieses Mal nicht von einer baldigen Lösung aus.“

Wie das Problem aus seiner Sicht am besten gelöst werden sollte? „Es ist die Rede von einem Turbo-Kreisverkehr, der zweispurig sein soll. Das scheint interessant. Egal, zu welcher Lösung es kommt, es sollte nicht zulasten der Autofahrer sein, die aus Leutenbach rausfahren. Ich hoffe auf eine Win-win-Situation.“

Kreisel haben laut OB Holzwarth ihre Lebensdauer erreicht

Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth berichtet, dass sich die beiden Kreisel gegenseitig ausbremsen und mit den großen Verkehrsmassen, aus Affalterbach und Stuttgart, nicht klarkommen. „Zudem haben beide Kreisel ihre Lebensdauer ohnehin schon erreicht. Deshalb wäre es klug, sie nicht zu erneuern, sondern den Umbau anzugehen.“ Doch wie will Holzwarth für eine baldige Lösung sorgen? „Wir müssen den Druck hochhalten. Aus Winnender Sicht ist es dringend geboten, etwas zu tun. Auch im Hinblick auf das Gebiet Untere Schray, das eine gute Anbindung erhalten soll. Darüber sind die Landtagsabgeordneten Lorek, Halder und Goll informiert.“

Winnenden favorisiert Turbo-Kreisel und Kreuzung

In Winnenden plädiert man deshalb dafür, gestützt durch ein Gutachten der Stuttgarter Verkehrsexperten Karajan, den südlichen Kreisel in einen zweispurigen Kreisverkehr umzubauen. Der nördliche Kreisverkehr soll durch eine Ampelkreuzung mit vier Ästen ersetzt werden.


Das sagt das RP

Beim Regierungspräsidium (RP) ist man sich der aktuellen Situation an der B-14-Ausfahrt Winnenden-West ebenfalls bewusst. Um die Staulage an der Ausfahrt zu entspannen, „sind die Kreisverkehrsplätze und eventuell die Anzahl der Fahrspuren dafür umzubauen“, heißt es aus Stuttgart.

Da es durch den vierstreifigen Ausbau der B 14 bis Waldrems zu einem geänderten Verkehrsaufkommen gekommen sei, soll im März, nach den Faschingsferien, der Verkehr gezählt werden.

Die Erkenntnisse aus der Zählung will das Regierungspräsidium dann mit verschiedenen, teilweise bereits erarbeiteten Lösungen für das Stauproblem abgleichen und sich dann für eine Variante entscheiden.

Um welche Möglichkeiten es sich dabei genau handelt, möchte Stand jetzt niemand näher kommentieren. Wie das Regierungspräsidium unserer Redaktion gegenüber jedoch bestätigte, steht es unter anderem zur Diskussion, die beiden Kreisverkehrsplätze im Anschluss der Ausfahrt abzuschaffen oder mit Ampeln Abhilfe zu schaffen.

Wann eventuelle Umbauarbeiten beginnen könnten, will in der Landeshauptstadt derzeit niemand sagen.

Bis es jedoch so weit ist, erhofft man sich vom Tempolimit 60, das zwischen 16 und 18 Uhr gültig ist, weniger gefährliche Situationen durch Brems- und Drängelmanöver.

2015 wurde die Ausfahrt um circa 200 Meter verlängert.

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