Backnang-Waldrems Ein weiterer Fall von Hasenpest im Kreis

Nicht nur der Feldhase ist von der Hasenpest bedroht Foto: Pixabay

Backnang. Erst Weinstadt, nun Waldrems. Ausgerechnet kurz vor Ostern wurde ein weiterer Hase im Rems-Murr-Kreis gefunden positiv auf Hasenpest getestet. Es scheint, so das Landratsamt, als würde der Erreger nun dauerhaft in Baden-Württemberg vorkommen.

In Backnang-Waldrems wurde in der Nähe des Spielplatzes Horbachhof ein schwer kranker Feldhase gefunden und positiv auf die Hasenpest (Tularämie) getestet. Das gab das Landratsamt am Donnerstag in einer Pressemitteilung bekannt.

Für Hasen und andere Nagetiere – wie Wühlmäuse, Eichhörnchen, Kaninchen, Biber und Ratten – ist die Bakterieninfektion sehr gefährlich. Die Tiere erkranken und verenden an dem Erreger. Auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass sich Hunde anstecken, sollten Hundehalter darauf achten, ihre Tiere von Wild fernzuhalten.

Vorsichtsmaßnahmen - und mögliche Symtpome

Menschen können sich vor allem durch den Kontakt mit toten Hasen infizieren: Als Vorsichtsmaßnahme wird empfohlen, tote Hasen nicht anzufassen und wildlebende Nagetiere nicht zu berühren, also nicht zu streicheln oder zu fangen. Dann besteht keine Gefahr, an der Hasenpest zu erkranken.

Die akute Tularämie ruft unter anderem starkes Fieber, Lymphknotenschwellung, Durchfall, Erbrechen oder Atemnot hervor. Die Krankheit kann beim Menschen jedoch mit Antibiotika gut behandelt werden. Tot aufgefundene Tiere sollten beim Kreisjagdamt des Landratsamts unter der Nummer 07191 895-4369 oder beim örtlichen Polizeirevier gemeldet werden. Nennen Sie dabei bitte den genauen Fundort der verendeten Hasen. Der zuständige Jagdpächter kann verendet aufgefundene Hasen zur Untersuchung an das Chemische- und Veterinäruntersuchungsamt in Fellbach bringen oder über eine Sammelstelle für Tierkadaver unschädlich beseitigen.

Bei Fragen zum Krankheitsverlauf oder zur etwaigen Übertragung der Tularämie empfiehlt das Veterinäramt, sich an den behandelnden Tierarzt zu wenden.

Erreger nun dauerhaft in Baden-Württemberg

Die sogenannte Hasenpest ist in ganz Europa verbreitet. In Baden-Württemberg wurden im Jahr 2018 insgesamt 28 Fälle gemeldet. Im Rems-Murr-Kreis wurden auch in den Vorjahren immer wieder einzelne verendete Feldhasen gefunden, die an der Hasenpest erkrankt waren.

Zuletzt wurde im März bei einem Weinberg in Weinstadt-Großheppach ein verendeter Feldhase aufgefunden. Es ist inzwischen davon auszugehen, dass der Erreger dauerhaft in Baden-Württemberg vorkommt, so das Landratsamt.

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