Baden und sonnen an der Rems Waiblingen bekommt einen Strand

Der Strand in Waiblingen soll aus grobem Kies bestehen. Foto: pixabay (CC0 Public Domain)

Waiblingen. Höchst umstritten waren die Remskuben, die im Zuge der Gartenschau als Treff und Kleinkunstplattformen geplant waren, bis zuletzt. Nun werden sich die Kritiker der Riesenquader freuen: Das Projekt ist gestrichen, weil keine Firma die Plattformen bauen will. Alternativ entstehen ein Holzdeck und, auf der gegenüberliegenden Seite, ein Strand mit einer Kanu-Anlegestelle. Gute Zeiten für Sonnenhungrige und Wassersportler.

Angesichts der boomenden Baukonjunktur hat Waiblingen derzeit keine Aussicht, die Remskuben bauen zu lassen. „Die Ausschreibung hat nicht geklappt“, erklärte Oberbürgermeister Andreas Hesky jüngst im Gemeinderat. Die Firmen hätten signalisiert, dass es derzeit keine Chance zum Bau gibt. Dazu kommt: Angesichts steigender Baukosten wäre eine Kostenexpolsion zu erwarten, so dass die umstrittenen Plattformen voraussichtlich 750 000 Euro kosten würden.

Das Aus für die Steinquader freut nun die Kritiker. Alternativ wird ein Holzdeck gebaut, das dem großen Kubus nachempfunden ist. „Gleiche Höhe, gleiche Fläche, gleiche Lage“, spezifiziert der Oberbürgermeister. Wie die Kuben soll die barrierefreie Holzplattform als Treffpunkt und Aussichtspunkt zur Michaelskirche dienen und während der Remstal-Gartenschau ein Ort für Lesungen und kleine Musikensembles sein.

75 Prozent der Strandfläche sind schon angelegt

Wer zuhören will oder picknicken, einfach in der Sonne liegen, oder sich vielleicht sogar zum Baden ins Wasser traut, findet Platz auf der gegenüberliegenden Remsseite. Dort wird unterhalb der Grünanlage derzeit ein Strand angelegt. Naturnaher soll die Rems werden, die in diesem Bereich einst im Zuge des Hochwasserschutzes zur tiefen Fahrrinne begradigt worden war. Die damals künstlich angelegte steile Böschung soll aufgelockert und abgeflacht werden. Damit sollen auch Kanus und Kajaks sanft anlanden können.

Im Dezember hatte der Bagger bereits 75 Prozent der Strandfläche angelegt, bevor ihm der Regen eine Zwangspause verordnete. Die großen Steine, die im Zuge der Begradigung in die Böschung eingearbeitet worden waren, wurden zur Sicherung des neuen Ufers nun im Fluss versenkt. Andernfalls, erklärt der städtische Bauleiter Jörg Kist, würde der Strand beim nächsten Hochwasser rasch mitgerissen werden. Der Remsstrand selbst wird in Schichten aus verschieden grobem Kies angelegt. Die oberste Schicht ist nach Angaben des Bauleiters Kies aus der Rems bei Plüderhausen und Winterbach. Dort war der Fluss-Kies im Zuge von Renaturierungsmaßnahmen abgetragen und zwischengelagert worden – remsabwärts haben die 220 Tonnen Kies nun eine neue Heimat gefunden. Ein Sandstrand wird es also nicht werden – eher eine Mischung aus Sand, Kies und Dreck, auf der sich auch Pflanzen ausbreiten werden, so dass am Ende eine Feuchtwiese entsteht.

Mit Stahlplatten unterm Bagger

Im regennassen Dezember hatten sich die Bauarbeiten sehr aufwendig gestaltet. Weil der Untergrund weich und feucht ist, musste der Bagger auf Stahlplatten stehend arbeiten, „sonst wäre er abgesoffen“, so der Bauleiter. In Schritten arbeitete sich der Langstielbagger vor. Jeweils zehn bis 15 Meter Strand wurden komplett mit allen Schichten angelegt und mit Steinen in der Rems gesichert. Kommende Woche wird das letzte Stück angelegt. Dann folgen im Frühling noch die Feinarbeiten und die Einsaat. Zum Spaziergehen und Naturgenießen hatte die Grünanlage mit vier Sitzbänken bisher schon eingeladen. Allerdings waren die Bänke in die Jahre gekommen und werden nun ersetzt. Platz für Picknickdecken wird es am Strand genug geben. Vielleicht werden sich im Sommer ja auch einige Schwimmer in die Rems wagen, die an dieser Stelle rund 2,5 Meter tief ist.


Die Förderung

Für den Remsstrand mit dem Kanurastplatz rechnet die Stadt mit Fördergeldern von rund 100 000 Euro. Fördermittel für das Holzdeck werden beantragt, sind aber noch nicht bewilligt. Auch wenn die Kuben jetzt vom Tisch sind: Gebaut werden könnten sie auch noch nach der Gartenschau. Ende 2019 will Oberbürgermeister Andreas Hesky das Thema wieder einbringen. Eine erneute Ausschreibung der Remskuben wurde jetzt erst mal zurückgestellt.

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