Freiburg Kindesmissbrauch: "Schulen in der Pflicht"

Der Missbrauchsbeauftragte Johannes-Wilhelm Rörig (CDU). Foto: Robert Schlesinger/dpa

Freiburg (dpa/lsw).
Der Missbrauchbeauftragte Johannes-Wilhelm Rörig nimmt vermehrt Schulen in die Pflicht, Kindesmissbrauch frühestmöglich zu erkennen und so zu verhindern. "Die Schule ist der einzige Ort, wo wir wirklich alle Kinder erreichen können", sagte der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Beauftragte reagierte damit auf den kürzlich aufgedeckten Missbrauchsfall bei Freiburg, bei dem Ermittlungen zufolge eine Frau ihren neunjährigen Sohn mehr als zwei Jahre lang für Vergewaltigungen verkauft hat.

"Dass Kinder im Netz angeboten werden, passiert weltweit tausendfach. Das ist nur die sichtbare Spitze des Eisbergs", sagte Rörig. Kindesmissbrauch werde es leider immer geben, aber es könne viel mehr dagegen getan werden. Am wichtigsten sei daher die frühe Bekämpfung.

Rörig fordert mehr Investitionen in die Präventionsarbeit an Schulen. Schulen sollten Kindern Gesprächsmöglichkeiten anbieten und besser darüber aufklären, was sexueller Missbrauch eigentlich sei. Viele Kinder könnten selbst nicht richtig einordnen, was normal sei und was nicht, sagte der Beauftragte. Versuche in den Vereinigten Staaten zeigten, dass Missbrauchsfälle um bis zu 60 Prozent reduziert werden können, wenn es entsprechende präventive und legislative Maßnahmen gebe.

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