Baden-Württemberg Stuttgarts Oper soll ins Paketpostamt: Entscheidung naht

Ein ehemalige Paketpostamt steht als Interimsort für die Stuttgarter Oper zur Debatte. Foto: M. Murat Foto: dpa

Stuttgart.
Operngesang und Spitzentanz im Paketpostamt: Das Ausweichquartier für die Stuttgarter Oper und das Ballett sind gefunden. Kunstministerin Theresia Bauer (Grüne) möchte dem Verwaltungsrat am 27. November das ehemalige Paketpostamt im Stuttgarter Norden als Interimsspielstätte für die Dauer der Generalsanierung des Opernhauses vorschlagen. Nach Prüfung anderer möglicher Standorte sei dieser "die beste Lösung", heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums vom Mittwoch.

Die Industriebrache habe "Charme und das Zeug für eine faszinierende und urbane Interimsspielstätte", sagte Bauer. Sie werbe dafür, dass der Verwaltungsrat der Staatstheater Ende November unter ihrem Vorsitz eine Grundsatzentscheidung für den Standort trifft. "Wenn wir im November diesen Schlussstein setzen, ist der Weg frei für den Beginn der Generalsanierung."

Das Opernhaus muss dringend saniert werden. Die Generalsanierung ist bisher mit rund 400 Millionen Euro veranschlagt, das Ganze könnte sieben Jahre dauern. Das leerstehende, ehemalige Paketpostamt ist rund fünf Kilometer vom Opernhaus entfernt. Marc-Oliver Hendriks, Geschäftsführender Intendant, sieht darin einen "unbeschwerten, freien Ort", aus dem sich etwas machen lasse. Die Erreichbarkeit sei gut. Zudem gebe es viel Platz, so dass die Theater alle ihre Werkstätten mitnehmen könnten.

"Diesem Standort mit seiner zentrumsnahen Lage direkt am Rosensteinpark wohnt das Potenzial inne, nicht bloß eine Bauzeit zu überbrücken, sondern aus dieser Zeit eine künstlerisch spannende Entdeckungsreise zu gestalten", hieß es in einer Mitteilung der Staatstheater. Das Paketpostamt erinnere an eine ehemalige Mercedes-Niederlassung, sagte Hendriks, die einst vom Schauspiel während einer Sanierung der Hauptspielstätte genutzt wurde. "Die haben alle geliebt."

Kritik kam von der FDP-Landtagsfraktion: Stuttgart werde um eine große Chance gebracht, erklärte die Abgeordnete Gabriele Reich-Gutjahr. Sie kritisierte Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) für seinen Plan, 50 Millionen Euro "für einen eher unschönen Opernstandort" freizugeben, der langfristig keine Verwendung finde.

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