Baden-Württemberg Telekom verwundert über Kretschmanns Kritik am Netzausbau

Stuttgart.
Die Deutsche Telekom hat verwundert auf die Kritik von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Zustand des Mobilfunknetzes reagiert. "Der Mobilfunk-Ausbau wird derzeit leider nur verbal als Aufgabe angesehen, die für den Wirtschaftsstandort Deutschland wichtig ist", teilte Unternehmenssprecher Markus Jodl am Mittwoch mit. "Bei der konkreten Umsetzung stehen die Mobilfunknetz-Betreiber dann zumeist allein auf weiter Flur." Man habe die Landesregierung und die Stadt Stuttgart wiederholt auf die schwierige Situation beim Mobilfunk-Ausbau hingewiesen.

Am Dienstag hatte Kretschmann gesagt, er ärgere sich über die vielen schlechten Handy-Verbindungen im Südwesten. Kein einziges Funkloch auf seinen Fahrtstrecken habe sich in seiner mehr als siebenjährigen Regierungszeit geschlossen.

Die Deutsche Telekom ist nach Jodls Angaben sehr daran interessiert, die Mobilfunk-Versorgung in der Landeshauptstadt und ganz Baden-Württemberg zu verbessern. "Wir sind dabei aber auf Hilfe angewiesen. Wir brauchen Genehmigungsverfahren, die zügig bearbeitet werden und wir brauchen Standortflächen."

In der Region Stuttgart wolle das Unternehmen zum Beispiel 76 neue Standorte bauen. Bei 14 betrage die Laufzeit bereits mehr als drei Jahre. Seit 2012 seien 38 Standortsuchen sogar aufgegeben worden. "Wir haben für diese Vorhaben keine Eigentümer gefunden, die uns am gesuchten Ort eine Standortfläche vermietet hätten."

Sobald sich eine Bürgerinitiative gegen einen Standort richte, ziehe sich die Politik gerne zurück oder gefährde sogar durch mobilfunkkritische Äußerungen die mögliche Vermietbereitschaft von Eigentümern, kritisierte der Sprecher.

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