Baden-Württemberg Verband: Rübenernte enttäuschend ausgefallen

Zuckerrüben rutschen in einer Raffinerie vom LKW. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild Foto: dpa

Heilbronn.
Die Zuckerrübenernte ist nach Angaben des Verbands Baden-Württembergischer Zuckerrübenanbauer enttäuschend ausgefallen. Der Zuckergehalt liege bei nur 16,03 Prozent, üblich seien aber 18 Prozent, sagte Verbands-Geschäftsführer Julian Müller der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Heilbronn. Grund dafür seien Krankheiten, die die Bauern mangels zugelassener Wirkstoffe kaum bekämpfen könnten.

Die Schilf-Glasflügel-Zikade übertrage eine bakterielle Krankheit auf die Zuckerrübe. Infolgedessen könnten die Pflanzen nicht mehr so viel Zucker einlagern. Das aus südlicheren Gefilden stammende Insekt breite sich wegen der warmen Temperaturen auch in Deutschland aus. Hinzu komme ein Pilz namens Cercospora, der die Feldfrüchte zusätzlich schwäche. Müller sagte: "Die Schäden durch die beiden Krankheiten potenzieren sich."

Die letzten Zuckerrüben der Ernte 2019/20 sind Müllers Angaben zufolge Anfang Januar im Werk Offenau (Kreis Heilbronn) der Südzucker AG angeliefert worden. Es ist das einzige verbliebene Werk des weltgrößten Zuckerproduzenten in Baden-Württemberg. Dort werden Feinzucker und Puderzucker hergestellt. Der Mannheimer Konzern Südzucker kämpft seit dem Wegfall der EU-Zuckermarktverordnung mit fallenden Zuckerpreisen.

Der Ernteertrag pro Hektar lag bei 81,3 Tonnen. Das ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr, als dieser Wert infolge von Trockenheit bei nur 62,1 Tonnen lag. Im Südwesten gibt es rund 2300 Rübenanbauer.

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