Badesee Plüderhausen Junge Gans aus der Mülltonne gerettet

Familie Gans glücklich vereint. Das Foto entstand vor dem Vorfall. Foto: Martin Dannenhauer

Plüderhausen. Gerade noch rechtzeitig konnte eine junge Graugans aus einer fatalen Lage am Plüderhäuser Badesee gerettet werden. Vermutlich waren es Tierquäler, die den Vogel bei heißer Mittagssonne am Pfingstmontag in einen Mülleimer gesteckt und dann mit einer Schicht Müll bedeckt haben.

Neben den Umkleidekabinen hörte eine Frau am Montagmittag ein Jammern aus einer Mülltonne und alarmierte sofort die Seeaufsicht. Martin Dannenhauer, der sich seit acht Jahren für das Ordnungsamt um den Badesee kümmert, ist noch immer schockiert: „Das hätte auch ein Kind sein können.“ Klägliche Geräusche kamen aus der Tonne. Darin hatte es in der Mittagssonne wohl rund 50 Grad. Unter einer Schicht Müll steckte eine völlig erschöpfte junge Graugans. Sie gehört zu einer der drei Familien, die seit Jahren hier brüten. Vor acht Wochen waren die Küken am See geschlüpft, inzwischen sind sie zu Jungvögeln von etwa einem Kilo Körpergewicht herangewachsen.

„Jetzt wechseln sie gerade von Flaum auf Federn, können also noch nicht fliegen“, erklärt Dannenhauer. Einzig möglicher Schluss: Es müssen Menschen dahinter gesteckt haben. So eine „Sauerei“ habe er in den vielen Jahren, die er schon am Badesee tätig ist noch nie erlebt.

In einem Facebookbeitrag auf der Seite „Badesee Plüderhausen“ haben die Betreiber nun einen Zeugenaufruf gestartet. Darin heißt es: „Wenn jemand etwas gesehen hat und Angaben zu der Person machen kann, dann meldet euch bitte! So ein unmenschliches Verhalten wollen und werden wir nicht dulden.“

Bei der Polizei habe man den Vorfall nicht gemeldet. Auch ist dort kein sonstiger Hinweis von Badegästen eingegangen, hieß es am Tag nach dem Vorfall vonseiten der Pressestelle.

Noch eine halbe Stunde länger in der Hitze hätte das Gänslein nicht überlebt, davon ist Dannenhauer überzeugt. Er holte das geschwächte Tier sofort aus dem Mülleimer und trug es zur Rems. Um es abzukühlen, habe er es dann vorsichtig ein paar mal ins Wasser getaucht. Dadurch wurde die junge Gans wieder munter und schwamm schnurstracks zu ihren beiden Eltern und den sechs Geschwistern, die weiter unten am Fluss auf das vermisste Kind warteten.

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