Bahnhof in Waiblingen Biketower soll bis Herbst fertig sein

Die Stahlträger für das hochregalartige „Radhaus“ werden montiert. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Waiblingen. Dass Besucher der Remstal-Gartenschau ihre Fahrräder im nagelneuen Biketower am Waiblinger Bahnhof abstellen können – das war eigentlich einmal der Plan. Nach langer Verzögerung haben nun endlich die Bauarbeiten für das „Radhaus“ begonnen. Mit der Inbetriebnahme für die Öffentlichkeit ist etwa im November zu rechnen.

Ein Winkelhock-Kran hievt die vorgefertigten Metallträger an Ort und Stelle, wo die Arbeiter sie verschrauben. Schon jetzt lässt sich erkennen, dass der Fahrradturm im Prinzip einem Hochregallager ähnelt. Bis zu 120 Fahrräder werden automatisch in fünf Geschossen gelagert, in denen kein erwachsener Mensch aufrecht stehen könnte. Mit rund 1,40 Metern sind sie maßgerecht so konzipiert, dass Fahrräder darin geparkt werden können. Insgesamt erreicht der neckisch „Radhaus“ genannte Turm auf der Fläche neben der E-Bike-Station eine Höhe von rund elfeinhalb Metern.

Vier Wochen Testphase mit ausgewählten Nutzern

Was den Termin der Fertigstellung angeht, „gehen wir von Ende September aus“, sagt Michael Seeger, Leiter des städtischen Fachbereichs Infrastruktur. Eingeplant ist daran anschließend eine vierwöchige Erprobungsphase mit ausgewählten Nutzern. Da eine neue Software zum Einsatz kommt, wollen Stadt und Parkierungsgesellschaft diese erst auf Herz und Nieren in der Praxis testen und Erfahrungen sammeln, bevor die Anlage offiziell in Betrieb geht und einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Bis dahin soll sicher sein, dass sie wie gewünscht funktioniert. Und zwar, so die Hoffnung, rechtzeitig zur Winterzeit, wenn jeder sein Rad gerne unter Dach und Fach wei

Radhaus funktioniert wie ein Hochregallager

Das Drumherum – Außenanlagen wie ein Radwegabschnitt zwischen Turm und Mayenner Straße und eine Rampe an der Fußgängerquerung – war schon vor den eigentlichen (Hoch-) Bauarbeiten abgeschlossen. Allein die obersten vier Zentimeter Straßenbelag wurden noch bewusst ausgespart, damit sie nicht im Zuge der Arbeiten schon beschädigt werden. Das Fundament wurde bereits im März gelegt.

Die Stahlkonstruktion bekommt eine hellblaue Kunststofffassade, die nachts von innen beleuchtet ist. Ansonsten sieht das Radhaus nicht nur aus wie ein Hochregallager – es funktioniert auch so. Am Fuß des Turms befinden sich auf zwei Seiten jeweils drei Öffnungen, an denen die Nutzer ihre Räder einstellen können. Übermäßige Wartezeiten zur Hauptverkehrszeit, wenn alle Nutzer schnell zur S-Bahn wollen, sollen durch diese relative hohe Anzahl von Abgabestellen vermieden werden.

Stadt Waiblingen ist die Bauherrin

Vorausgegangen war dem Bau viel kommunalpolitisches Hickhack. Nur knapp hatte sich der Gemeinderat für den Bau entschieden: mit 16 Ja-, 13 Neinstimmen und drei Enthaltungen. Ausschreibungen zwischen November 2017 und Januar 2018 blieben erfolglos, weil kein Unternehmer zu den Kostenvorstellungen der Stadt bauen wollte. Dann verweigerte sich kurioserweise auch noch die Parkierungsgesellschaft – eine städtische GmbH. Bauherrin ist deshalb die Stadt Waiblingen selbst.


Die Kosten

670 000 Euro wird das „Radhaus“ nach jetzigem Stand kosten. Derweil hat der Verband Region Stuttgart seinen Zuschuss erhöht, er liegt bei 390 000 Euro. Gebaut wird nach Vorbild des Vorbilds Offenburg.

Die Außenanlagen kosten zusätzlich 84 000 Euro.

Die Miete für einen Stellplatz soll 50 Euro pro Jahr nicht überschreiten.

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