Bahnunterführung in Schorndorf Durchfahrt für Radfahrer ist wieder erlaubt

Neuerdings wieder erlaubt: Radfahrer dürfen durch die Unterführung zwischen Hammerschlag und Augustenstraße im Schritttempo fahren. Foto: Habermann/ZVW

Schorndorf. Durchfahrt für Radler verboten – das gilt für alle Bahnunterführungen in Schorndorf, mit Ausnahme der zwischen Augustenstraße und Hammerschlag. Um zur Gartenschau die sonst klaffende Lücke im Remstalradweg zu schließen, wurde das Durchfahrtverbot Ende vergangenen Jahres aufgehoben. Spiegel für eine bessere Übersicht gab es freilich schon zuvor.

Die Situation war grotesk – und wurde vermutlich auch deshalb von der Mehrzahl der Radfahrer ignoriert: Obwohl ein Piktogramm auf der Zufahrt unübersehbar auf ein Durchfahrtverbot hinwies, stieg in der Unterführung zwischen Augustenstraße und Hammerschlag kaum ein Radfahrer ab. Warum auch: Unten erleichterten schon zu Zeiten des Durchfahrtverbots zwei Spiegel die Übersicht. Wer also im Schritttempo durch die Überführung radelte, sich über einen Blick in den Spiegel versicherte, dass keine Fußgänger entgegenkamen, war auf der sicheren Seite.

Auf diesen Widerspruch im Oktober 2017 hingewiesen, lautete die Antwort von Karin Gries, der damaligen Leiterin des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung: Weil trotz des Piktogramms an dieser Stelle nicht alle Radfahrer absteigen, solle die Durchfahrtssituation übersichtlich gestaltet sein. Schließlich habe die Unterführung nicht nur ein Gefälle, sondern sei auch noch ziemlich eng und knicke ab. Das Durchfahrtsverbot angesichts dieser umfassenden Übersichtlichkeit aber einfach aufzuheben, kam damals nicht infrage – „aus Sicherheitsgründen“.

Obwohl fast alle durchgeradelt sind: Kein Unfall bekannt

Das hat sich mittlerweile geändert: Die verkehrsrechtliche Anordnung zur Freigabe der Unterführung für den Radverkehr hat Erster Bürgermeister Hemmerich als kommissarischer Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung im November 2018 getroffen. Sie wurde im Dezember umgesetzt, informiert Jessica Pulzer, Hemmerichs persönliche Referentin. Als Grund für die Änderung nennt sie die Überprüfung des Schorndorfer Radwegenetzes zur Ausweisung des Remstalradweges zur Gartenschau. In diesem Zuge, so Pulzer weiter, wurde festgestellt, „dass die Unterführung Hammerschlag schon jetzt stark von Radfahrern frequentiert wird, von welchen sich allerdings bei stichprobenartigen Überprüfungen keiner an die Beschilderung hielt“. Da gleichzeitig aber auch kein Unfall bekannt ist, der wegen eines durch die Unterführung fahrenden Radfahrers verursacht worden wäre, hat die Stadt das Durchfahrtsverbot aufgehoben. Allerdings ist – und darauf weist jetzt ein Zusatzschild hin – „Schritt fahren“ angezeigt.

Mit der Aufhebung des Durchfahrtverbots, an dem vor zwei Jahren noch nicht zu rütteln war, kann die Stadt die Lücke schließen, die ansonsten im Remstalradweg klaffen würde. Dass damit gleichzeitig auch die anderen Unterführungen – von der Grabenstraße und der Vorstadtstraße – für Radfahrer freigegeben werden, „ist nicht vorgesehen“, informiert Jessica Pulzer auf Anfrage.


Remstalradweg

Durch Schorndorf verläuft der Remstal-Radweg wie folgt: Der vom westlichen Stadteingang kommende und südlich der Rems gelegene, bereits bestehende Radweg wird – hoffentlich – Ende Mai durch eine neue Radwegebrücke mit der nördlich der Rems liegenden Unteren Uferstraße verbunden, vorausgesetzt der Brückenbau verzögert sich nicht durch schlechte Witterung. Von der Unteren Uferstraße aus wird der Radweg über die Mittlere Uferstraße am Baurenwasen vorbei über die Benzstraße in die Richard-Kapphan-Straße (Sportpark Rems) führen. Von dort gibt es dann Anschlussverbindungen in Richtung Wieslauftal und in Richtung Urbach beziehungsweise durch die freigegebene Unterführung Hammerschlag.

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