Berglen Berglesbond Winterfest

Berglen. Echte Winterfans zieht es in die Berge – oder auf das Winterfest in die Berglen. Hier haben sich am Samstag Nachtschwärmer bis nach Mitternacht auf der Piste und im neuen Hüttendorf im Erlenhof getummelt. „So viele Besucher wie nie zuvor“, sagte Dietmar Körner vom veranstaltenden Berglesbond.

„Ein bissle Schnee fehlt noch“, hat Elisabeth Englmar aus Allmersbach im Tal einen „klitzekleinen Kritikpunkt“, der ja aber nicht die gut gemachte Kulisse und die Organisation betrifft. Ansonsten findet sie den Rahmen aus Holzhütten, Skigondeln und Tannenbäumen „schön winterlich“. Einer „Après-Ski-Party“ ebenbürtig sei die Stimmung, befindet eine neunköpfige Mädels-Clique aus Welzheim, die ihren „Weiberausflug“ ins Hüttendorf verlegt: „Das Flair passt, ich fühl’ mich fast wie in einer Skihütte“, sagt Melli. Der letzte Weihnachtsmarkt, die letzte Glühweintasse liegen für alle hier bereits einige Wochen zurück, die das Angebot gerne nutzen, zum Ferienende hin, um nach vielen faulen Tagen auf das neue Jahr anzustoßen. „Es ist immer unser Weihnachtsabschluss“, meint ein Ehepaar aus Kottweil.

In vier Tagen sieben Hütten gebaut

Was die Vereinsmitglieder des Berglesbonds fürs erste Freiluftfest des Jahres auf die Beine stellen, gibt Anlass zum Staunen. „Sieben Hütten in vier Tagen“ hätten sie zu sechst zusammengebaut, erzählt der Vorsitzende Jochen Friz. Im Vorjahr stand man noch in einer kleinen Zeltstadt, dieses Jahr finden die ausgelassen Feiernden ihre diversen Theken für Getränke und Imbiss in einem Hüttendorf vor. Es sieht nicht nur gut aus, es sei für die Veranstalter auch schneller und einfacher auf- und abzubauen, so Friz. Der Skilift, der vergangenes Jahr für ungläubiges Staunen sorgte, setzte dieses Jahr aus; dafür hängt eine einzelne Gondel weithin sichtbar und vom Scheinwerfer angestrahlt am Kran über den Köpfen der Besucher.

Mit dem Getränkerucksack werden die Gäste versorgt

In den frühen Abendstunden tanzen nur die Flammen in den Metallgestellen, werfen lodernde Lichtsäulen in die Luft. Mittendrin die nächste Neuheit, die „Jagdhütte“: eine von auffällig blinkenden Lichterketten behangene Konstruktion von Steffi und Elke, die zwei Tage das Design aufmöbelten. Unter Rehgeweihen an Trophäenbrettern als Wand-Dekoration, neben einem antiken Gabeltelefon und unter einer Wildschwein-Plüschmütze steckend preist Elke die Hütten-Spezialität an: Hirschblut. „Holundersaft, natürlicher Farbstoff, Johannisbeerlikör und Wodka in einer Einwegspritze.“ Wer an der klassischen Trinkkultur mit Tasse oder Becher festhalten mag, muss nur lange genug an einem Fleck stehen bleiben und auf den „Glühwein-Außendienst“ warten. Klirrende Kälte bleibt aus, doch auch frische drei Grad kurbeln den Konsum an. Damit beginnt die Arbeitszeit für Claudi und Christian, die ihn im Getränke-Rucksack direkt zu den Wärmebedürftigen bringen, dank Thermoschicht in gleichbleibender Schlürftemperatur.

Organisatoren zeigen sich vom Besucherandrang überwältigt

Von oben von der Fahrstraße bis runter an die Getränkestände dauert das reine Durchkommen eine Viertelstunde. Ein tolles Fest, das es nach Informationen von Marcus Klaus und Dietmar Körner vom Berglesbond in der Region kein zweites Mal gebe. Vom Andrang sind sie überwältigt: „Gigantisch, so hätten wir’s nicht erwartet“, sagen sie.

Wetterbedingt ist es draußen gut auszuhalten, und viele bleiben länger. Immer mehr Gäste suchen sich ihren Platz, am Feuerkorb, an einem Stehtisch vor einer Holzhütte, auf der Tanzfläche unter bunten Scheinwerfern oder in einer der drei Gondeln, wo an Tisch und Bank angestoßen wird. „Die immer lacht, die immer lacht“ schallt es aus den Boxen. DJ „Zucker“ aus Pleidelsheim stimmt ein, mit Hüttenknallern wie Nik P. oder Powerkryner.

„Später wird es schon noch rockig, ein paar Hardrockrunden sind hier immer beliebt“, weiß er und kann aus seinen rund 200 000 Titeln auch Wünsche der Gäste erfüllen.


Ausrangierte Skier als Dekoration

Wer seine ausrangierten Skier nicht mehr braucht, findet beim Berglesbond dankbare Abnehmer: Beim Winterfest kommen sie als Dekoration ganz groß raus, im Eingangsbereich und an den Gondeln sorgen sie für das gewünschte Pistenflair. Dank zahlreicher Spenden habe die Ski-Deko im vergangenen Jahr „Zuwachs bekommen“, sagt Berglesbond-Vorsitzender Jochen Friz.

Dieselbe Spendenbereitschaft erfuhr der Verein bei den Tannenbäumen. Rund 100 Bäume säumen als Kulisse das Festgelände – „auch unsere Mitglieder haben ihre Weihnachtsbäume abgeschmückt und zur Verfügung gestellt“, so Friz.

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