Berglen Gebiet Hanfäcker: Erstmals Mehrfamilienhäuser

Das Gebiet wird derzeit erschlossen, dazu gehört auch, dass die Splittersiedlung am Zehnmorgenweg (rechts) künftig an den Ort angebunden ist. Foto: Büttner / ZVW

Berglen. Das künftige Wohngebiet Hanfäcker am Ortsrand von Rettersburg bringt eine Neuerung für Berglen: Erstmals gibt es, außer Einfamilienhäusern und Doppelhaushälften, auch Geschossbauwohnungen in Mehrfamilienhäusern.


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Zwei Mehrfamilienhäuser baut die Immobilienfirma Riker aus Schorndorf. Dort entstehen insgesamt 22 Eigentumswohnungen. Eines mit insgesamt zehn Wohnungen baut Ettle und Stuhlmann aus Weissach im Tal. Zwei bis drei von diesen Wohnungen werden sozialvergünstigt vermietet (drei Euro je Quadratmeter unter der ortsüblichen Vergleichsmiete), für diese hat die Gemeinde das Erstbelegungsrecht.

Auf einem weiteren, großen Grundstück errichtet die Kreisbaugesellschaft zwei Gebäude mit je elf Eigentumswohnungen. Auf ein weiteres Grundstück kommt die geplante neue, zweigeschossige Kindertagesstätte, darüber, im dritten Obergeschoss, sind bis zu sieben Wohnungen möglich, die vermietet werden sollen, wobei auch dort die Kreisbaugesellschaft im Gespräch ist. Diese drei Gebäude sollen eine Wohnanlage im Zentrum des Gebiets bilden.

Schon lange im Flächennutzungsplan

Das Gebiet steht zwar schon lange im Flächennutzungsplan, wenn auch kleiner, als es jetzt umgesetzt wird. Die Gemeinde musste daher andernorts abgeben, verzichten. Es war klar, dass das Gebiet eines Tages an der Reihe sein würde, von der Lage her, als Abrundung, die Lücke schließend zwischen altem Ortsrand und der Splitterbebauung am Zehnmorgenweg, die nun an den Ort angebunden wird.

Strittig war und ist allerdings die Größe, dabei auch, dass das Gebiet nicht in Abschnitten, sondern in einem Zug verwirklicht wird. Die Gemeinde hat, um die Akzeptanz, vor allem eben im Ort, bei der alteingesessenen Bevölkerung, zu erhöhen, eine Bürgerbeteiligung mit Infoveranstaltungen und sogenannten Hausblockgesprächen durchgeführt.

Grunderwerb 2016 begonnen, knapp 50 Alteigentümer

Erst als der 2016 begonnene Grunderwerb sicher war, nämlich, dass alle der knapp 50 Eigentümer (darunter auch einige Erbengemeinschaften, also noch mehr Parteien) zum Verkauf bereit waren, ging die Gemeinde das Gebiet an, das ursprünglich auch ins Flurbereinigungsverfahren einbezogen werden sollte.

In Berglen kauft die Gemeinde für neue Wohngebiete, wenn es gelingt, traditionell alle Flächen auf und vermarktet sie selbst, behält damit, wie Bürgermeister Maximilian Friedrich – und auch seine Vorgänger – betonen die „volle Gestaltungsfreiheit“. Dieses Vorgehen dient auch kurzen Verfahrensdauern.

In Hanfäcker hat die Gemeinde die Grundstücke für die Einfamilienhäuser und die Doppelhaushälften also direkt verkauft beziehungsweise verkauft sie. In der ersten Phase kamen die Alteigentümer, wenn sie es denn wollten, zum Zug, in der zweiten die Interessenten, die vorgemerkt waren. In der dritten kommt es zum freien Verkauf. Laut Verwaltung sind noch Bauplätze für vier Doppelhaushälften zu haben.

Zwischen 330 und 390 Euro je Quadratmeter

Die Verkaufspreise der Gemeinde liegen, je nach Lage, zwischen 330 und 390 Euro je Quadratmeter, beim teuersten noch verfügbaren Doppelhausbauplatz beträgt er 360 Euro. Bei den Bauträgern hat laut Verwaltung die Vermarktung noch nicht begonnen.

Friedrich verweist zur Nachfrage darauf, dass es viele Anfragen gab und gebe von Interessenten, die innerhalb von Rettersburg bauen oder dorthin zurückkehren wollen. „Das vorherige Gebiet, Stöckenhäule im Stöckenhof, war auch Werbung für hier. Die Eigentümer haben Verwandte, Freunde, Bekannte dafür interessiert.“


Neue Kindertagesstätte mittendrin

Reizvoll an dem Gebiet in Südosthanglage (Gebäude nach Süden ausgerichtet) zum Buchenbach hin ist – aber das gilt überall in Berglen – die Nähe zur Natur. Von Rettersburg aus lässt es sich gut spazieren gehen, wandern, joggen, walken, auch wenn es zunächst in jede Richtung, außer man schlägt den Weg nach Oppelsbohm ein, erst mal bergauf geht.

Das runderneuerte Ausflugslokal „Göckele“ mit Außenterrasse liegt nur einen Steinwurf entfernt. Nach dem weiter oben am Hang gelegenen Öschelbronn wird ein neuer Radweg parallel zur Straße gebaut, nach Oppelsbohm, in die andere Richtung, gibt es schon einen.

Möglicherweise gibt es auf einem der öffentlichen Stellplätze eine Ladesäule für E-Autos und E-Bikes, die Kabel dafür sind verlegt.

Glasfaserkabel für schnelles Internet werden bis in die Häuser reichen.

Bürgermeister Friedrich verweist, auf fehlende Infrastruktur in Rettersburg angesprochen, darauf, dass es zum Hauptort der Berglen, Oppelsbohm, wo die Grundschule, das Rathaus, Läden, Ärzte gibt, nur anderthalb Kilometer Entfernung sind. Die Busverbindung, durch das neue ÖPNV-Konzept mit halbstündigem Takt in der Hauptverkehrszeit, sei gut, und abends fahre das Ruftaxi. Auch die neue Kita mitten im Gebiet sei „ein Pfund“, mit dem man bei Eltern wuchern könne.

Die neue Kindertagesstätte, die nicht nur den Nachwuchs aus dem Baugebiet aufnehmen soll, wird auch den alten Kindergarten Pusteblume im Ortskern ersetzen, einen Systembau, der nach seiner Wiedereröffnung laut Verwaltung mittlerweile endgültig am Ende seiner Nutzungsdauer angekommen ist.

Die neue Kita soll, Stand der aktuellen Planung, vier Gruppen (darunter eine für unter Dreijährige) haben. Sie wird zentral im Gebiet liegen und soll, so die Hoffnung der Gemeinde, zusammen mit den großzügig bemessenen Außenflächen den Gebietsmittelpunkt bilden.

Die Verwaltung geht aufgrund der jährlichen Bedarfsplanung und der abzuschätzenden Kinderzahl im Neubaugebiet davon aus, dass die Betreuungseinrichtung sofort und in den kommenden Jahren sehr gut ausgelastet sein wird. Falls das in zehn, 15, 20 Jahren nicht mehr der Fall sein sollte, lasse die Planung nach einem Umbau eine Nachnutzung zu. Auch ein zweites Gebäude auf dem großen Grundstück sei denkbar.

Zum Thema Familien und Nachwuchs gehört auch der geplante Kinderspielplatz am Rand des Baugebiets.

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