Berglen Netto-Markt nach Drohung geräumt

, aktualisiert am 27.02.2019 - 18:31 Uhr

Berglen. Kurz vor 16 Uhr öffnete der Netto-Markt in Berglen-Oppelsbohm wieder seine Türen. Auf den Laufbändern an den Kassen lagen noch Waren, die die Kunden gut eine Stunde zuvor in aller Eile zurücklassen mussten. In den Gängen standen vollgepackte Einkaufswagen. Um 14.17 Uhr war bei der Polizei der Alarm eingegangen. Beamte vom Polizeirevier Winnenden fuhren vor Ort und räumten den Markt.

Kurz nach 14 Uhr war am Mittwoch beim Nettomarkt in Oppelsbohm die Bombendrohung eingegangen. Um 14.17 Uhr informierte eine Mitarbeiterin des Marktes das Polizeirevier Winnenden über die Drohung. Mehrere Streifenbesatzungen wurden zum Markt entsandt. Da eine Gefahr für Kunden und Mitarbeiter nicht eindeutig ausgeschlossen werden konnte, wurde der Markt vorsorglich geräumt, teilt die Polizei mit. Zum Zeitpunkt der Räumung waren dem Vernehmen nach fünf Mitarbeiter im Markt sowie etwa 15 bis 20 Kunden. Sie mussten den Discounter sofort verlassen.

Suche nach verdächtigen Gegenständen

Einige dieser Kunden harrten bis zur Öffnung des Marktes um 15.50 Uhr in ihren Autos auf dem Parkplatz des Discounters aus. Zwei Frauen jedoch wurde die Zeit doch zu lang. Sie zogen wenige Minuten, bevor der Discounter wieder öffnete, von dannen. Eine andere Frau verließ ebenfalls die Geduld, nachdem sie eineinhalb Stunden gewartet hatte und obwohl ihr vollgepackter Einkaufswagen noch im Markt stehe. Sie stieg in ihren Kleinwagen. Wohl oder übel müsse sie am Abend wiederkommen, meinte sie schulterzuckend. Oder am nächsten Tag, um ihren abgebrochenen Großeinkauf zu vollenden.

Die Räumung war vorsorglich erfolgt, betonte ein Polizeisprecher. Es habe nicht gänzlich ausgeschlossen werden können, dass der Anrufer den Mitarbeitern nur einen Schrecken einjagen wollte. Nachdem der Markt geräumt worden war, durchsuchten zunächst Sprengstoffhunde von der Hundeführerstaffel in Schorndorf den Markt am Ortsrand von Oppelsbohm. Ohne Ergebnis. Im Anschluss machten sich Polizeibeamte auf die Suche nach verdächtigen Gegenständen. Ebenfalls ohne Ergebnis.

Um 15.50 Uhr gab die Polizei Entwarnung. Bis dahin war die Gegend um den Netto-Markt großräumig abgesperrt und keine Durchfahrt von Oppelsbohm möglich. Aus Richtung Winnenden mussten Autos und Lastwagen an der Nachbarschaftsschule umdrehen. Zwei Polizisten stoppten Fahrradfahrer und Spaziergänger, die sich an der Sperre vorbei auf den Weg in Richtung Ortsmitte machen wollten.

Polizei stoppt eine Gruppe Schüler, die sich auf den Heimweg machte

Kurze Irritationen gab es kurz nach 15.30 Uhr bei Schulschluss. Rund ein Dutzend Grundschüler kamen aus der Schule, guckten neugierig hinüber zur Straßensperre und schauten den Polizisten vor ihrem quer auf der Straße stehenden Polizeiauto bei der Arbeit zu. Als sie mit ihren dicken Ranzen auf den Rücken schließlich doch nach Hause in Richtung Oppelsbohm marschieren wollten, holte ein Polizeibeamter die Gruppe ein und stoppte die Kinder.

Nur zwei Schüler durften weiterlaufen, da sie am Spielplatz in die Leharstraße abbiegen wollten. Nach kurzer Rücksprache mit der Polizei begleitete eine Lehrerin die Kinder zurück zur Schule und informierte die Eltern. Eine Mutter bildete für ein paar Schüler aus Steinbach spontan eine Fahrgemeinschaft und brachte sie heim.

Kurze Zeit später war der Spuk in Oppelsbohm vorbei. Die ersten Polizeistreifen und die Hundeführer zogen ab. Noch eine gewisse Zeit standen die beiden Schichten des Discounters auf dem Parkplatz zusammen und warteten, bis ihr Markt freigegeben wurde. Zu Auskünften gegenüber der Presse seien sie nicht berechtigt, blockten sie sämtliche Fragen ab. Gegen 16.30 Uhr bildete sich an der Kasse die erste kleine Schlange, während Kripobeamte auf dem Parkplatz und im Markt die letzten Zeugen vernahmen und deren Aussagen notierten.


Bombendrohungen

Bombendrohungen sind selten, sagte ein Polizeisprecher des Polizeipräsidiums Aalen auf Anfrage: „Zum Glück“. Im Archiv unserer Zeitung findet sich eine Drohung aus dem Jahr 2014, bei der ein damals 36-Jähriger seiner Ex-Verlobten die Hochzeit vermasseln wollte. Er verschickte wenige Tage vor dem Fest in Endersbach zwei Drohbriefe, dass auf einem türkischen Fest mit 800 Gästen eine Bombe explodieren sollte.

Im Sommer 2015 hatte ein 31-jähriger Kunde der Schorndorfer Arbeitsagentur die Beschäftigten mit einer Bombendrohung in Angst und Schrecken versetzt. Zwei Stunden herrschte Ausnahmezustand in der Stadt. Das komplette Arnold-Areal war seinerzeit evakuiert und abgesperrt worden. Die Bombendrohung stellte sich später als ein mögliches Missverständnis heraus.

Im Mai 2015 war bei der Polizei in Waiblingen eine Bombendrohung gegen eine Gaststätte in der Fronackerstraße in Waiblingen eingegangen. Aufgrund der Drohung wurde die Gaststätte geräumt und der Bereich großräumig abgesperrt. Urheber war ein betrunkener Gast, den der Wirt zuvor aus der Kneipe komplimentiert hatte.

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