Beschädigte Mobilfunkstation bei Oberweiler Sendemast könnte bald online gehen

Der beschädigte Mast wird erst mal soweit möglich repariert. Foto: ZVW/Alexandra Palmizi

Berglen. Es tut sich endlich was beim Oberweiler Mobilfunkmast. Dieser, bei einem Brand Anfang September beschädigt und seither außer Betrieb, wird so weit repariert, dass er ab nächste Woche wieder empfangen und senden soll. Es ist aber unsicher, wie weit das gelingt. Vergangene Woche gab es einen Vor-Ort-Termin der Verantwortlichen, bei dem festgelegt wurde, was geschehen soll, wie weiter vorgegangen wird.

Seit Wochen haben Handy- und Internetnutzer, die von diesem Mast „versorgt“ werden, vor allem in Bretzenacker und Oppelsbohm, keinen oder schlechten Empfang zu Hause (wir berichten). Zu dieser langen „Sendepause“ verweist auf Nachfrage Benedikt Albers von der deutschen Funkturm GmbH, mit Sitz in Bonn, unter anderem auf polizeiliche Ermittlungen zur Brandursache.

Im Raum steht nach wie vor der Verdacht auf Brandstiftung, die Umgebung des Masts könnte ein Tatort gewesen sein, an dem nach Spuren gesucht wurde. Die Gutachter konnten deswegen zunächst nicht auf das Gelände. Statische Untersuchungen im Folgenden haben ergeben, dass der Mast so beschädigt ist, dass er abgerissen werden muss, ein neuer erforderlich ist, also gebaut werden muss, was, zusammen mit den erforderlichen Genehmigungen, aber nicht von heute auf morgen geschehen kann.

Provisorischer Mast geht nicht, der wäre zu niedrig

Die Frage ist also, was geschieht in der Zwischenzeit? Zunächst wurde erwogen, einen provisorischen Ersatzmast zu errichten und mit ihm zu arbeiten, bis der neue Mast dauerhaft in Betrieb geht. Das funktioniere aber nicht, wie sich mittlerweile herausgestellt habe, so Albers, weil der vorläufige Ersatz deutlich niedriger wäre und so die erforderliche Versorgungsleistung nicht hinzubekommen sei. Dessen Antennen wären in einer Höhe nicht über 30 Meter, am derzeitigen Mast sind es rund 40 Meter. Die Alternative, die nun umgesetzt wird, ist, den beschädigten Mast, die zerstörte Technik so zu reparieren oder auszutauschen, dass er zumindest eingeschränkt wieder genutzt werden kann. Laut Aussagen der Gutachter sei das möglich, so Albers. Allerdings seien im oberen Bereich mittlerweile bislang unerkannte Schäden festgestellt worden und damit weitere Untersuchungen erforderlich. Außerdem müsse die Stromversorgung wiederhergestellt werden.

Wenn bei den Instandsetzungsarbeiten, dem Austausch von Technik und Kabeln, alles gutgehe, das Wetter mitspiele, mehrere Gewerke sind witterungsabhängig, und es mit dem Stromanschluss klappe, könnten Anfang nächster Woche zumindest die nicht beschädigten Antennen wieder in Betrieb gehen, so Albers. Parallel dazu sei mit den Vorbereitungen für den Mastneubau begonnen worden. Sobald dieser aufgestellt sei, würden die Dienste der betreffenden Mobilfunkanbieter auf diesen umziehen, und der beschädigte Mast werde zurückgebaut. Dies werde aber einige Monate in Anspruch nehmen, selbst wenn man noch so zügig dran arbeite, wobei die Standortsuche bereits begonnen habe.

Ungewissheit über den Zustand der Antennen

Albers verweist aber auch auf eine gewisse Unsicherheit bei den Antennen, darüber, was bei denen alles kaputt ist und wie weit. Gewissheit werde erst der Versuch, sie wieder in Betrieb zu nehmen, bringen. „Ideal wäre natürlich, die würden einfach wieder so funktionieren wie vorher“, so Albers. Aber was wenn nicht, und was geschieht im schlechtesten Fall? „Der wäre, das haben die Gutachter aber zu 99 Prozent ausgeschlossen, dass der Mast doch, wider Erwarten, gar nicht mehr genutzt werden kann“, so Albers.

Die Frage, die sich aus seiner Sicht wohl eher stellt, sei, ob gleich wieder alle Dienste online gehen können oder nur zum Teil und damit erst nach und nach, Stück für Stück, die volle Sendeleistung wiederhergestellt werden kann.


Der Anbieter

Anbieter, die Antennen auf dem Mast haben, sind die Telekom, Vodafone und Telefónica. Dort ist auch LTE für schnelles Internet, GSM für Sprechfunk und es sind Richtfunkantennen installiert.

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