Bittenfelder Bürgerbus Ohne Auto zu Klinik und Arzt

Sieben Fahrgäste trauten sich mit auf die Jungfernfahrt des Bittenfelder Bürgerbusses – mit OB Andreas Hesky (rechts im Bild) am Steuer. Foto: Alexandra Palmizi

Waiblingen-Bittenfeld. Bittenfelder fahren Bittenfelder. So ließe sich das Konzept des Bürgerbusses zusammenfassen. Das Angebot soll Menschen ohne Auto helfen, in die Klinik nach Winnenden oder zu Ärzten nach Schwaikheim zu kommen. Die Fahrer und Organisatoren arbeiten ehrenamtlich, den Bus stellt das Haus Elim zum Selbstkostenpreis. Der Krankenpflegeverein unterstützt das Projekt.

Nach nicht einmal einem Jahr Planungszeit ist der Bittenfelder Bürgerbus zu seiner ersten Tour aufgebrochen. Zweimal pro Woche soll der Bus künftig Menschen, die selbst kein Auto besitzen, zur Klinik in Winnenden und zu Ärzten in Schwaikheim bringen. Für die Jungfernfahrt ans Steuer gesetzt hat sich der Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky persönlich. Obwohl er der Initiative anfangs skeptisch gegenüber gestanden habe, sagte Hesky, gratuliere er den Bittenfeldern ganz herzlich zum neuen Bürgerbus. „Wir haben in Waiblingen einen ganz hervorragenden öffentlichen Nahverkehr“, betonte Hesky. Aber die Anbindung ans Krankenhaus sei problematisch.

Ehrenamtliches Engagement schließt Lücken im System

Denn die ist seit dem Ende des Waiblinger Kreiskrankenhauses kompliziert geworden: Wer früher in Bittenfeld in den Bus stieg und unterhalb des Krankenhauses in Waiblingen wieder ausstieg, der muss heute ein- oder zweimal umsteigen, um nach Winnenden zur Klinik zu gelangen. Eine offizielle Direktverbindung soll es frühestens 2019 geben. Das ehrenamtliche Engagement der Bürger schließe hier „Lücken des Systems“, so Hesky weiter. Auch Fred Schuster, der Geschäftsführer des Landesverbandes „Pro Bürgerbus BW“, lobte das Engagement der Bittenfelder.

Offizieller Bus kann nicht wirtschaftlich fahren

Wo ein offizieller Bus nicht wirtschaftlich fahren könne, da müssten eben andere Angebote her. Von einer Bürgerbewegung sei die Initiative Bürgerbus in Baden-Württemberg zwar noch ein Stück entfernt, aber es kämen immer mehr hinzu. Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen fahren bereits mehr als 100 Bürgerbusse regelmäßig. Schuster betonte weiter, dass der Erfolg des Projekts von den Verantwortlichen abhänge. „Sie müssen das Angebot nun bekannt machen“, gab er ihnen mit auf den Weg. Dabei sei es ratsam auch das Umfeld der Betroffenen einzubeziehen, da auch sie durch den Bürgerbus entlastet würden. Welch hohes Gut Mobilität ist, daran erinnerte Hartmut Lehmann, der stellvertretende Vorsitzende des Stadtseniorenrates. „Häufig merkt man das erst, wenn man nicht mehr mobil ist“, fügte er hinzu.

Mehr als 20 Ehrenamtliche

Mehr als 20 Ehrenamtliche sind bereits in das Projekt eingebunden – etwa die Hälfte davon in der Organisation, die andere Hälfte als Fahrer. Den Bus stellt das Haus Elim gegen eine kleine Kilometerpauschale zur Verfügung. Unterstützt wird die Aktion vom Krankenpflegeverein Bittenfeld, der auch die Kosten für Sehtests und eventuell notwendige Erste-Hilfe-Kurse für die ehrenamtlichen Fahrer übernimmt. Drei Monate lang soll der Bürgerbus der Ortsvorsteherin Anja Wenninger zufolge nun zu den geplanten Zeiten fahren, danach soll es eine Bestandsaufnahme und gegebenenfalls Anpassungen geben.

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