Brände in Winnenden-Hertmannsweiler Jahrelange Haftstrafe für Brandstifter

Symbolbild. Foto: Büttner / ZVW

Winnenden/Stuttgart. Wegen Sachbeschädigung, Brandstiftung und Bedrohung ist ein 49-jähriger Pole zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Das Urteil lautet auf drei Jahre und vier Monate Gefängnis. Tatort war überwiegend der Hofweg in Hertmannsweiler. Das Gericht ordnete an, den Mann in einer „Entziehungsanstalt“ unterzubringen.

In der Zeit zwischen Ende Oktober 2017 und Ende April 2018 hat es mehrere Male im Hofweg in Hertmannsweiler gebrannt. Warum der 49-Jährige ausgerechnet dort zugange war, kam bereits am ersten Verhandlungstag Anfang Oktober zur Sprache: Die Ex-Frau des 49-Jährigen arbeitete dort als Pflegerin in einem Mehrfamilienhaus. Sie kümmerte sich um einen Mann, der im Rollstuhl sitzt, und wohnte zeitweise auch in jenem Haus.

Am Haus befindet sich eine Rollstuhlrampe. Der jetzt Verurteilte soll versucht haben, diese Rampe in Brand zu stecken. Später brannte in Winnenden das Auto des Rollstuhlfahrers, den die geschiedene Frau des Polen betreute. Anfang April dieses Jahres brannten Kartonagen am Haus, und das Feuer griff auf Palisaden über. Der Versuch, am 20. April dieses Jahres im Hofweg einen geparkten Smart anzuuzünden, misslang. Wenige Tage später soll der Mann seine Ex-Frau und eine weitere Frau bedroht haben.

Brandstiftung, Sachbeschädigung, Bedrohung

Verurteilt worden ist der Mann jetzt wegen Brandstiftung, versuchter Brandstiftung in zwei Fällen, Sachbeschädigung in vier Fällen und Bedrohung in zwei Fällen.

Während des Prozesses hatte der Verteidiger des Angeklagten angegeben, sein Mandant sei schwerer Alkoholiker. Er habe seiner Ex-Frau Angst einjagen wollen. Laut einem Gefährdungsgutachten, um das es vor Gericht ging, hätte das Feuer jeweils nicht auf das Gebäude übergreifen können. Mehrmals hatten Nachbarn umsichtig und schnell reagiert, so dass sich Brände nicht ausbreiteten. Das gelang aber nicht in jedem Fall. Ein Auto brannte vollständig aus; es entstand erheblicher Sachschaden.

Am zweiten Verhandlungstag Mitte Oktober hatte der Mann nur eine Brandstiftung eingeräumt – und zwar jene, für die es eindeutige Beweise gab. Die Polizei hatte DNA-Spuren gefunden. Diese Spuren stimmten mit der DNA des 49-Jährigen überein.

Alkoholsucht

Ende April dieses Jahres wurde der Mann verhaftet. Vor Gericht ließ er seinen Anwalt eine Erklärung verlesen, die Einblicke gewährte in die Folgen seiner Alkoholsucht und die Abwärtsspirale, die sein Leben kennzeichnete. Im Jahr 2006 war er erstmals nach Deutschland gekommen um zu arbeiten. Mit seiner damaligen Frau siedelte er dann vor vier Jahren ganz nach Deutschland um, weil die Tochter seiner Frau hier lebte. Der Mann arbeitete auf dem Bau, später bei der Post. Diese Stelle verlor er aber, das Ehepaar ließ sich scheiden. Viele Male landete der Pole wegen seiner Alkoholabhängigkeit in einer Klinik. Er fing immer wieder an zu trinken, lebte zeitweise auf der Straße und finanzierte seinen Lebensunterhalt, indem er Pfandflaschen sammelte. Sein im Jahr 2001 geborener Sohn verriet der Polizei letztlich, wo sich sein Vater aufhielt – woraufhin Beamte den Mann festnahmen.

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