Bremen Zweifel an Bekennerschreiben zu Angriff auf AfD-Politiker

Der AfD-Politiker Frank Magnitz Ende September bei einer Rede im Bundestag. Foto: Fabian Sommer Foto: dpa

Berlin/Bremen.
Nach dem Angriff auf den Bremer AfD-Vorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz ist ein angebliches Bekennerschreiben aufgetaucht, das Experten aber für fragwürdig halten.

Aus Sicherheitskreisen hieß es am Donnerstag, an der Authentizität der Botschaft, die auf einer offen zugänglichen Seite gepostet worden sei, bestünden erhebliche Zweifel.

Der 66-jährige Magnitz war der Polizei zufolge am Montagabend in Bremen von hinten von einem Mann angesprungen worden. Dies ergab demnach die Auswertung von Videoaufnahmen. Der Täter gehörte zu einer Gruppe von drei Männern, die hinter dem Opfer zu sehen sind. Magnitz war nach dem Angriff auf den Kopf gestürzt und musste im Krankenhaus behandelt werden. Der Täter konnte flüchten.

Entgegen den Erkenntnissen von Staatsanwaltschaft und Polizei blieb die Bremer AfD bei ihrer Darstellung, dass Magnitz mit einer Schlagwaffe angegriffen und verletzt wurde. Nach derzeitigem Stand gehe die AfD von einem gezielten Angriff aus.

In einer Pressemitteilung des Landesverbandes Bremen hieß es am Mittwoch wörtlich: "Dabei mag es eine untergeordnete Rolle spielen, ob es sich um ein Kantholz oder eine kantholzähnliche Waffe (Aussage des Bauarbeiters), einen Baseballschläger, Teleskopschläger, eine Eisenstange oder ein anderes "Schlagzeug" gehandelt hat."

Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen mit Blick auf die ausgewertete Videoaufnahmen mitgeteilt, dass bei dem Angriff am Montagabend kein Schlaggegenstand zu sehen gewesen sei. "Es gab kein Kantholz", so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Frank Passade. Bereits wenige Stunden nach dem Angriff schrieb die AfD in einer Pressemitteilung, dass die Täter Magnitz mit einem Kantholz bewusstlos geschlagen und gegen seinen Kopf getreten hätten, als dieser am Boden lag. Auch für die Tritte gab es in den Videoaufnahmen laut den Ermittlern keine Bestätigung.

Die AfD geht von einer klar politisch motivierten Tat aus. Die Polizei schrieb am Tatabend, dass aufgrund der Funktion des Geschädigten von einer politischen Motivation der Tat auszugehen sei. Das liege zwar aufgrund der Tätigkeiten des Opfers nahe, sagte ein Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft am Mittwoch. "Eine absolute Sicherheit haben wir aber nicht."

Das zweifelhafte Bekennerschreiben im Namen von "Antifaschistischer Frühling Bremen" wurde auf der Indymedia-Website inzwischen gelöscht.

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