Brettspiel-Talente aus Schlichten Schorndorfer spielen um deutsche Meisterschaft

Nadja Paul und Sebastian Schneider spielen „Tavernen im Tiefen Thal“. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Schorndorf. Nadja Paul und Sebastian Schneider haben sich für die deutsche Brettspielmeisterschaft qualifiziert. Allerdings mit zwei unterschiedlichen Teams. Die beiden hoffen daher, nicht gegeneinander antreten zu müssen. Kennengelernt haben sie sich beim Spieltreff in Schorndorf.

Die Stadt Bad Neuheim verbinden die meisten wohl mit Kuren, Heilbädern und Kneippbecken. Doch am kommenden Samstag trifft sich in der Trinkkuranlage die Brettspiel-Szene. Qualifiziert haben sich für den Wettbewerb unter anderem Nadja Paul und Sebastian Schneider aus Schlichten mit ihren jeweiligen Teams „Pandabeeren“ und „Farbe im Spiel“. Bei einem Vorentscheid in Bietigheim-Bissingen erreichten sie Platz zwei (Nadja Paul) und drei (Sebastian Schneider).

Die 27-jährige Nadja Paul ist schon vor vielen Jahren unter die Brettspieler gegangen. Schon als Teenager nahm sie vor über zehn Jahren das erste Mal an einer Meisterschaft teil. Ihr Vater habe sie mit seiner Begeisterung für Brettspiele angesteckt, erzählt sie. Mit drei Freunden, allesamt Informatiker, nahm sie bereits 2016 und 2018 als die „Pandabeeren“ an der deutschen Meisterschaft teil. Vergangenes Jahr erreichten sie dort Platz 19 von insgesamt 36. „In diesem Jahr wollen wir es unter die Top Ten schaffen“, sagt Paul. Auf die vorderen Plätze rechnet sie sich nur wenig Chancen aus. „Das schaffen nur die richtigen Nerds“, meint sie.

Schneider zum ersten mal bei der Meisterschaft dabei

Unschwer sind sie und ihre Mannschaftskollegen als Pandas zu erkennen: Jeder im Team hat eine gehäkelte Panda-Mütze auf dem Kopf, von der zwei rote Erdbeeren baumeln. Für ihr aufwendiges Kostüm hätten sie schon mal einen Preis bekommen, erzählt sie stolz.

Ihr Freund Sebastian Schneider nimmt in diesem Jahr zum ersten Mal an der deutschen Meisterschaft teil. Der 35-Jährige habe nicht damit gerechnet, sich mit seiner Gruppe überhaupt für den Wettbewerb in Bad Neuheim zu qualifizieren, gibt er zu. Während des Studiums widmete er sich eher dem Leistungssport in der Leichtathletik. Heute trainiert Schneider, der im Bauamt der Gemeinde Winterbach tätig ist, noch Kinder und Jugendliche bei der SG Schorndorf. Bei den Trainingslagern dürfen Brettspiele aber auch nicht fehlen.

Vor einigen Jahren begann er, mit ein paar Freunden das Strategiespiel „Civilization“ zu spielen, das auf einem Computerspiel basiert.

Das Paar lernte sich bei einem Spieltreff in Schorndorf kennen

Nach und nach mussten auch andere Spiele her, und die Gruppe gründete einen Spieltreff in Schorndorf. Dort traf er vor drei Jahren auf seine heutige Partnerin Nadja Paul. „Ich bin froh, jemanden gefunden zu haben, mit dem ich diese Leidenschaft teile“, sagt Paul. Inzwischen treffen sich beim Spieltreff rund 20 Spieler jeden Freitagabend. Dort wird alles gespielt: Ob Partyspiel, Familienspiel oder Strategiespiel – „Hauptsache, es macht Spaß“, sagt Sebastian Schneider. Begeisterte Brettspieler jedes Alters machen mit, erklären die beiden. Vom Teenager bis zum Rentner seien alle vertreten. „Beim Spielen zählt das Alter nicht“, meint Nadja Paul. Mit ihrer Oma habe sie bis zu ihrem Tod noch Kniffel und andere Spiele gespielt – sie wurde 90 Jahre alt, erzählt sie.

Auch in Nadja Pauls beruflichem Alltag haben Brettspiele einen festen Platz. Vor Jahren machte sie eine Ausbildung beim Spielwarenladen Wiedmann in Schorndorf. Inzwischen arbeitet sie als Erzieherin in einem Kindergarten, wo sie Brettspiele mit den Jungen und Mädchen spielt. „Sie lernen dabei, länger still am Tisch zu sitzen“, erklärt sie. Das sei für die Konzentration der Kinder förderlich.

Vier verschiedene Strategiespiele stehen auf dem Plan

Bei dem Wettbewerb am Samstag treten jeweils vier Spieler aus den unterschiedlichen Teams gegeneinander an. An 36 Tischen werden vier vorgegebene Strategiespiele gespielt. Das schwerste sei „Blackout Hong Kong“, meint Sebastian Schneider. „Schon die Anleitung ist wahnsinnig lang und kompliziert“, sagt seine Freundin Nadja. Aber auch die anderen Spiele hätten es in sich. Die Spiele dauern teils mehrere Stunden, so dass den ganzen Tag die vier Spiele durchgespielt werden. Das Team mit den besten Spielern gewinnt den Wettbewerb.

Zur Vorbereitung werden Strategien ausgearbeitet und teils das ganze Wochenende die verschiedenen Spiele durchgespielt, erklärt Nadja Paul. Meist trainiert das Paar getrennt jeweils mit dem eigenen Team, schließlich soll die eigene Taktik bis Samstag geheim bleiben. Doch neben all dem Wettbewerbsgeist steht der Spaß im Mittelpunkt, erklären die spielebegeisterten Schlichtener.


Offener Spieltreff

Freitags um 19 Uhr findet der Spieltreff im Familienzentrum Schorndorf im 2. OG (Karlstraße 19, 73614 Schorndorf) statt.

Die Gruppe gibt ein Mindestalter von 12 Jahren an.

Mehr Infos zum Spieltreff auf der Homepage www.brettspieltreff-schorndorf.de.

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