Briefverteilzentrum 44.000 Briefe in der Stunde

Das Briefzentrum in Waiblingen bekommt bald eine neue Sortiermaschine Quelle: Unbekannt

Waiblingen - Fast jeder über die Post verteilte Brief, der einen Absender oder Adressaten im Raum Stuttgart hat, wird hier in Windeseile einsortiert. Hier, in dem Riesengebäude in Waiblingen, wo seit 1997 eines von bundesweit 82 Briefzentren steht - das drittgrößte der Republik. Jetzt geht es dort noch schneller zur Sache.

Künftig gibt's in dieser rund 300 Meter langen Halle eine noch imposantere Tempoverschärfung. Bisher konnten die acht Anschriftenlesemaschinen und sechs Feinsortiermaschinen rund 30.000 Standard- und Kompaktbriefe pro Stunde in zwei Arbeitsschritten bearbeiten. Jetzt hat die Post die Effektivität nochmals um fast 50 Prozent gesteigert. Sieben neue, von der Firma Siemens produzierte Briefsortiermaschinen haben der Waiblinger OB Andreas Hesky, Raimund Petersen vom Post-Bereichsvorstand und Thomas Jagau, Stuttgarter Niederlassungsleiter für den Bereich Brief, jetzt per Druck auf den Startknopf in Gang gesetzt. Die sieben Maschinen sortieren jeweils bis zu 44.000 Sendungen pro Stunde in nur einem Arbeitsgang. Damit nicht genug an Investitionen: Im März 2011 und im April 2012 folgen zwei neue, ebenfalls leistungsstärkere Großbriefsortieranlagen. Damit investiert die Post in den nächsten eineinhalb Jahren rund zwölf Millionen Euro in die neue Technik in Waiblingen.

Das Briefzentrum ist Anlaufstation sämtlicher Sendungen, die aus dem Postleitzahlenbereich 70 oder 71 stammen oder von den Zustellern ausgetragen werden. Rund 650 Mitarbeiter sorgen im Dreischichtbetrieb dafür, dass bis zu viereinhalb Millionen Briefsendungen am Tag auf den Weg gebracht werden. Damit werde die hohe Laufzeitqualität, für die die Post den Begriff "Eplus1" erfunden hat, gewährleistet. "Das heißt, über 94 von 100 heute rechtzeitig eingelieferten Briefen und Postkarten sind morgen beim Empfänger", so Postsprecher Hugo Gimber.

Deutlich schnellere Bearbeitung

OB Hesky nutzte sogleich die Gelegenheit, sich mit der sekundenschnellen Beaufsichtigung der vorbeiflutschenden Briefe vertraut zu machen. Ein Nebenjob für das Stadtoberhaupt, wie die Post-Oberen vorschlugen, "elf Euro die Stunde"? Angesichts seiner 80-Stunden-Arbeitswoche müsse er auf das Angebot zur Nachtschicht leider verzichten, antwortete Hesky bedauernd.

Mit der neuen Generation der Maschinen erreicht die Post eine deutlich schnellere Briefbearbeitung und eine höhere Sortierqualität. Die Aufrüstung der bundesweit 82 Briefzentren kostet insgesamt 420 Millionen Euro. "Die ist die größte Investition in neue Brieftechnik seit dem Bau der Briefzentren Mitte der 90er Jahre und damit ein klares Bekenntnis zur Zukunft des Briefes", erläutert Jürgen Gerdes, Konzernvorstand Brief bei der Deutschen Post.

Das neue Tempo in Waiblingen erfährt allerdings am morgigen Mittwoch eine kurzzeitige Drosselung. Wegen einer Betriebsversammlung wird es in der Region, in der die Postleitzahlen mit 70 und 71 beginnen, zu Verzögerungen in der Brief- und Paketzustellung kommen. In Einzelfällen können auch die Auslieferungen über die Postfächer, die Briefkastenentleerung und die Abholung von Filialen beeinträchtigt sein. Die Filiale im Breuningerland in Ludwigsburg bleibt zudem ganztägig geschlossen; die Filiale im Stuttgarter Hauptbahnhof schließt morgen bereits um 12 Uhr. Alle anderen Filialen haben wie gewohnt geöffnet.

 

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