Bürgerentscheid Waldhaus Urbach Kommentar: Kitten, was zerbrochen ist

Der Schorndorfer Redaktionsleiter Hans Pöschko zum Bürgerentscheid über das Waldhaus. Foto: Habermann/ZVW

So überraschend der klare Wahlerfolg von Martina Fehrlen bei der Bürgermeisterwahl war, so überraschend und vor allem auch überraschend klar ist das Votum zum Waldhaus und gegen das Waldhaus ausgefallen. Dieses Votum ist zu akzeptieren, aber für diejenigen, die sich durchgesetzt haben, kein Grund zum Triumphieren oder gar zur Schadenfreude. Dazu ist in den letzten Wochen und Monaten in Urbach zu viel kaputtgegangen, vor allem auch im zwischenmenschlichen Bereich – und daran haben die führenden Waldhausgegner – nicht alle, aber einige –, die bei der Wahl der Mittel für die Durchsetzung ihres Zieles alles andere als zimperlich waren, den größten Anteil. Und deshalb ist es, so paradox sich das auch anhören mag, für das künftige Miteinander in der Gemeinde sogar von Vorteil, dass das Waldhaus durchgefallen ist. Denn die Gegner zu befrieden und auf eine Gartenschaulinie mit Waldhaus einzuschwören, wäre nur schwerlich möglich gewesen.

Die neue Bürgermeisterin hat jetzt gleich zwei schwere Aufgaben: Zum einen kann sie gleich mal beweisen, wie es um ihre kommunikativen Fähigkeiten wirklich bestellt ist, wenn sie, wie sie es im Wahlkampf versprochen hat, die seitherigen Waldhausbefürworter und Waldhausgegner an einen Tisch bringt, um zu versöhnen und zu kitten, was so tief gespalten und zerbrochen ist. Dieser Prozess wird dauern – Zeit, die möglicherweise fehlt, um Urbach auch ohne Waldhaus für die Gartenschau und vor allem auch für auswärtige Besucher so attraktiv aufzustellen, dass die Gemeinde im Vergleich zu den Kommunen drum herum nicht zu stark abfällt.

  • Bewertung
    9
Der ZVW Morgen-Newsletter

Gut informiert in den Tag starten. Einfach kostenlos anmelden.

Heute in Ihrer Tageszeitung

Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!