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Bürgermeisterwahl in Rudersberg Kandidat Martin Herrmann im Gespräch

Martin Herrmann, der Bürgermeisterkandidat, im Gespräch. Foto: Benjamin Beytekin

Rudersberg. Die Situation von Familien, Kindern, Jugendlichen und Senioren, Betreuung und Bildung, die Feuerwehr sowie den Verkehr nennt Martin Herrmann als einige Themen für den Bürgermeisterwahlkampf. Der 54-Jährige lebt mit der Familie auf dem Kirschhaldenhof und arbeitet als stellvertretender Geschäftsführer und Justiziar beim Arbeitgeberverband für den Gartenbau. Da bringt er Qualifikationen mit, die ein Bürgermeister brauchen kann, führt Herrmann im Gespräch aus.

Video: Martin Herrmann kandidiert für das Bürgermeisteramt in Rudersberg.

Martin Herrmann, der Name ist in Rudersberg durchaus bekannt. Er nickt. „Der Name Herrmann ist mit Sicherheit mit der Tourismusbahn verbunden.“ Vor vielen Jahren hatte sich Herrmann kämpferisch gegen die Waldbahn positioniert. Wobei er betont: „Um das Fahren der Tourismusbahn ging es nicht.“ Damals sei’s zum Beispiel um das Wasser für den Hof und um mögliche Rutschungen gegangen, erklärt Herrmann. Und ergänzt, auch der organisatorische Weg zur Tourismusbahn habe eine Rolle gespielt. „Der Weg zu diesem Projekt war mit vielen Ungereimtheiten gepflastert gewesen“, findet er. Doch die Waldbahn fährt inzwischen seit Jahren, Martin Herrmann anerkennt, dass er keine andere Entwicklung bewirkt hatte. „Dafür bin ich Demokrat genug. Der Käs’ ist gesse’.“ Sollte ihn im Wahlkampf jemand auf die Waldbahn ansprechen, will er offen damit umgehen, sonst aber soll das Thema für ihn keine Rolle mehr spielen.

Schulausstattung soll optimale Bedingungen bieten

Andere Inhalte will Herrmann sehr wohl ansprechen. Auf welche Ziele setzt er im Wahlkampf im Besonderen? Er nennt etwa die Situation von Familien, Kindern und Jugendlichen sowie von Senioren im Ort. Er will, dass die personelle und sachliche Ausstattung der Schulen, die auf Jahre verteilt realisiert werde, Priorität bekomme. Er regt an, dass die Gemeinde für die Betreuung an der Schule außerhalb des Unterrichts einen Vertrag mit einem Träger abschließen soll, damit der, falls eine Mitarbeiterin ausfällt, die Betreuung schnell sicherstellen kann.

Auch darüber hinaus hat sich Herrmann informiert. Zwei Grundschulen in den Teilorten müssen sich eine Sekretärin teilen, sagt er. An einer Schule gibt es nur einen PC-Arbeitsplatz, den sich die Leiterin mit der Sekretärin teilt. Herrmann will sich für die Schulen dafür einsetzen, dass sie „von der Ausstattung her optimale Bedingungen“ haben.

Mehr Pflegeheimplätze

Stichwort Senioren: Er will sich für mehr Pflegeheimplätze und mehr Plätze im betreuten Wohnen einsetzen und dazu auch einen Investor suchen, der entsprechend bauen könnte. Zudem will Herrmann die ambulante Betreuung unterstützen.

Rettungszentrum mit Schlechtbach und Hauptwehr aus Rudersberg?

Die Feuerwehr ist ihm ebenfalls ein Anliegen. Vor dem Hintergrund, dass das Obergeschoss des Feuerwehrhauses in Rudersberg unlängst gesperrt war, weil die Tragkonstruktion in Mitleidenschaft gezogen worden war, denkt Herrmann daran, ob sich mit Schlechtbach und der Hauptwehr aus Rudersberg eine Art Rettungszentrum mit DRK realisieren ließe. „Modern und zukunftsfähig aufgestellt“, findet Herrmann in Sachen Feuerwehr, „ist diese wichtige Einrichtung auch wieder attraktiver.“

„Die Gesamtsituation des Verkehrs belastet unsere Gemeinde“

Weitere Themen? Ja. Zum Beispiel: „Wir haben als Gemeinde nach wie vor ein Verkehrsproblem.“ Herrmann verweist auf den „preisgekrönten und attraktiven Abschnitt der Ortsdurchfahrt“. Aber: „Die Gesamtsituation des Verkehrs belastet unsere Gemeinde“, betont er und erinnert an Michelau und Schlechtbach. Zum Lkw-Verkehr ergänzt Herrmann: „Die Tatsache, dass wir ein Mautvermeidungssystem sind, werden wir nur in den Griff kriegen, wenn wir andere Maßnahmen ergreifen, als die Ortsmitte mit einem neuen Belag zu versehen.“ Wobei er nicht Erreichtes infrage stellen wolle, schiebt Herrmann hinterher.

Erste Kandidatur als Schultes

So hat sich der Mann mit den zwei Fachhochschul-Diplomen, eins als Wirtschaftsingenieur und eins als Gartenbauingenieur, in die Lokalthemen vertieft. Warum will er eigentlich Bürgermeister werden? Schließlich bestätigt Herrmann gern, dass sein Job beim Arbeitgeberverband für den Gartenbau vielseitig und interessant ist. „Es ist vor allem der Gestaltungswille“, sagt er, „der Wille, Verantwortung zu übernehmen, sich für das Gemeinwohl einzubringen.“ Das könnte man natürlich auch als Gemeinderat. Aber: „Nirgendwo kann ich es direkter und mit mehr Durchsetzungskraft als als Bürgermeister.“

Herrmanns Kandidatur als Schultes in Rudersberg ist seine erste. „Es wird auch die einzige bleiben.“ Warum also Rudersberg? „Weil wir hier wohnen. Das ist meine Gemeinde.“ Mit der Tatsache konfrontiert, dass ein neuer Bürgermeister gesucht wird, sei er auch von Mitbürgern angesprochen worden, ob er sich das nicht vorstellen könnte. Er könnte. „Kommunalpolitik hat mich schon immer interessiert.“

Viele Erfahrungen dank Studium und Verbandstätigkeit

Herrmann steht quasi in der Mitte des Lebens, da plant er einen Wechsel in ein anderes Arbeitsgebiet? „Ich bin jetzt 54. Jetzt bietet sich tatsächlich die Chance, noch mal eine ganz andere, neue Chance vor Ort wahrzunehmen.“ Zumal er durch sein Studium und die Verbandstätigkeit viele Erfahrungen einbringen könne. Beim Arbeitgeberverband für den Gartenbau arbeitet Herrmann als Justiziar im Arbeits- und Sozialrecht, ist in ganz Baden-Württemberg unterwegs, berät vor allem mittelständische Unternehmen, unterrichtet an Meisterschulen, moderiert und gestaltet Nachfolgeregelungen, und vieles mehr, erzählt er von seiner Arbeit.

"In verschiedene Rechtsbereiche eingearbeitet"

Da lernt man viele Qualifikationen, unbestritten. Doch ist eine öffentliche Verwaltung durchaus ein spezielles Fachgebiet, beim Baurecht etwa. „Ich habe mich in verschiedene Rechtsbereiche in den vergangenen Jahren eingearbeitet. Deshalb traue ich mir zu, dass ich mich in diese speziellen Rechtsbereiche des Kommunal- und Verwaltungsrechts einarbeite“, so Herrmann. Mit Blick auf Verwaltungserfahrung sinniert er: „Das ist letztlich etwas, was die Bürger entscheiden.“ Er habe „eine Portion Lebenserfahrung und einen Blick auf die Lebenswirklichkeit der Bürger.“


Familie steht obenan

Martin Herrmann tritt als parteiloser Kandidat bei der Bürgermeisterwahl an.

„Die Familie ist schon das Wichtigste“, sagt Herrmann über seine Freizeit. Zur Familie gehören Ehefrau Heidrun sowie fünf Kinder. Außerdem arbeitet der 54-Jährige gern auf seinem Hof, pflanzt und baut dort, und er tanzt einmal in der Woche mit seiner Frau in Steinenberg beim Sportverein.

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