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Bürgermeisterwahl in Rudersberg Kandidat Raimon Ahrens im Gespräch

Raimon Ahrens ist Haupt- und Ordnungsamtsleiter in Korb und möchte Bürgermeister in Rudersberg werden. Foto: Schneider / ZVW

Rudersberg. Die Kinderbetreuung weiter bedarfsgerecht entwickeln, ehrenamtliches Engagement stärken, bezahlbaren Wohnraum schaffen, Infrastrukturen erhalten und ausbauen: Das nennt Raimon Ahrens als Ziele für den Wahlkampf als Bürgermeister. Bewusst geht er noch nicht so in die Tiefe: „Ich bin nicht derjenige, der mit einem fertigen Wahlprogramm hier herkommt.“ Vor allem will er zunächst mit Bürgern und Vereinen ins Gespräch kommen und hören, wie’s geht, wo der Schuh drückt.

Video: Raimon Ahrens, Haupt- und Ordnungsamtsleiter in Korb, bewirbt sich als Bürgermeister in Rudersberg.

Langeweile kennt Raimon Ahrens derzeit nicht. Abend für Abend ist er auf Terminen, entweder in Rudersberg oder in Korb. Dort arbeitet der 28-Jährige als Leiter des Haupt- und Ordnungsamts. Dass er wenig Freizeit hat, nimmt er gelassen: „Das gehört einfach auch dazu.“ Zurzeit will er möglichst viele Gespräche führen. „Das ist die beste Möglichkeit, einen Eindruck zu bekommen.“ Die digitalen Möglichkeiten, zum Beispiel durch Facebook, findet er auch gut, aber als Ergänzung. „Das ersetzt das persönliche Gespräch nicht.“

Wahlprogramm entwickelt sich aus Gesprächen

Zurzeit geht Raimon Ahrens auf die Vereine zu, auf die kirchlichen Gemeinden, die Gemeinderatsfraktionen, um Gespräche zu führen, Themen zu erfahren, zu hören, wie es geht. „Es ist schwierig, zu kommen und zu sagen, ich hab’ schon ein komplettes Paket“, findet er. „Mein Wahlprogramm entwickelt sich in den kommenden Wochen aus den Gesprächen mit Ihnen, den Besuchen in Vereinen und Firmen und den Rundgängen in Rudersberg mit seinen Ortsteilen“, teilt er den Lesern auf seiner Homepage mit.

Beim Thema Ehrenamt bringt Ahrens Erfahrungen mit

Aber Ideen hat er natürlich. Die Kinderbetreuung weiter bedarfsgerecht zu gestalten, etwa. „Der Platzbedarf wird in den kommenden Jahren weiter wachsen.“ Der Rechtsanspruch der Eltern ist zu erfüllen, die Gemeinde soll attraktiv sein für junge Familien. Ahrens rät, nachhaltig zu denken, bei neuen Kinderbetreuungseinrichtungen eine mögliche Nachnutzung im Auge zu haben in Sachen demografischer Wandel.

Stichwort ehrenamtliches Engagement, ein anderer Schwerpunkt. Hier bringt Ahrens Erfahrungen aus Korb mit. Dort ist die Geschäftsstelle Leitbild bei ihm angesiedelt. 2005 wurde bei einer Bürgerbeteiligung gefragt, wo die Bürger Korb in einigen Jahren sehen. Daraus sind Themen und Projektgruppen entstanden, zum Beispiel das Projekt „Köpfe am Korber Kopf“ oder ein Arbeitskreis „Kunst und Kultur“. „Man kann sowas nicht kopieren“, ist Ahrens sicher. Aber: „Eine projektbezogene ehrenamtliche Mitarbeit mit Unterstützung aus dem Rathaus ist eine gute Gelegenheit, etwas zu realisieren.“

Erhalt und Ausbau der Infrastruktur

Ein anderes Ziel: bezahlbarer Wohnraum. Was tun? „Ich denke nicht, dass die Gemeinde als Bauherr auftreten kann“, so Ahrens. Durch Innenentwicklung, durch eine Durchmischung von Neubauten mit Geschosswohnungsbau, Reihen- und Doppelhäusern sowie durch die Zusammenarbeit mit Partnern oder der Kreisbaugruppe sieht er Möglichkeiten. Wohnraum, auch die Älteren nennt Ahrens bei dem Thema.

Erhalt und Ausbau der Infrastruktur zählt ebenfalls zu Ahrens’ Zielen, etwa beim Breitbandausbau oder Nahverkehr.

„Ich gehe nicht aus Korb weg, weil ich wegwill“

Um all diese Themen kann sich ein Verwaltungsfachmann natürlich auch kümmern, ohne Bürgermeister zu sein. Warum will er gerade Schultes werden? „Es gibt kaum einen Beruf im kommunalen Umfeld mit so vielen Gestaltungsmöglichkeiten“, ist Ahrens überzeugt. Wenn’s um öffentliche Verwaltung geht, kann er mitreden. Er hat an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg studiert, vertiefte den Bereich „Führung auf kommunaler Ebene“ und beendete das Studium mit einem Bachelor-Abschluss. Viele Facetten des Berufs habe er zudem durch seine Arbeit im Korber Rathaus kennengelernt, wo er eng mit dem Bürgermeister zusammenarbeite, sagt Ahrens. In Korb war er zunächst Ordnungsamtsleiter und ist nun Chef des Haupt- und Ordnungsamts.

„Ich gehe nicht aus Korb weg, weil ich wegwill“, erklärt Ahrens. Vielmehr sehe er Rudersberg „als Chance für mich“, würdigt die Gestaltungsspielräume des Amts, für das er kandidiert, die direkte Zusammenarbeit mit Bürgern, Vereinen, Gemeinderat.

„Die Leute lieben ihre Heimat, sind stolz auf den Ortsteil“

Es ist Raimon Ahrens’ erste Kandidatur als Schultes. Warum gerade in Rudersberg? „Es muss eine Gemeinde sein, wo man sagt, man will es.“ Rudersberg stehe gut da, es sei viel bewegt worden, es gebe ein sehr großes bürgerschaftliches Engagement. „Das ist sehr wichtig. Ohne die Zusammenarbeit mit Bürgern kann man das Amt heutzutage nicht mehr erfolgreich ausführen.“ Dass Rudersberg hohen Wohnwert und Lebensqualität hat, auch das weiß Ahrens.

Die vielen Teilorte tragen zu den Reizen der Gemeinde bei, machen ihre Verwaltung aber nicht einfacher. Das Problem ist Ahrens bewusst. Er verweist auf Bürgervereine und Dorfgemeinschaften. „Die Leute lieben ihre Heimat, sind stolz auf den Ortsteil.“ Die Teilortsstruktur sieht Ahrens eher als Chance, sagt er, der aus Schlichten kommt. Das Thema Ortsstruktur sei auch mit Emotionen verbunden, es gebe auch andere Probleme als in der Kerngemeinde.

Personalverantwortung für rund 160  Mitarbeiter

Soweit das Faktische. Doch das Alter? Ahrens ist 28 Jahre jung. Da würde es manchen Mitarbeiter geben, der doppelt so alt ist. Ein Phänomen, das dem Bewerber nicht neu ist. Er schätze Erfahrung wert, meint Raimon Ahrens. Personalverantwortung für rund 160 Mitarbeiter gehöre zu seiner Arbeit.

Und, fügt Ahrens zu seinem Alter humorig hinzu: „Das ist ein Mangel, der von Tag zu Tag weniger wird.“


„Eine kleine Leidenschaft“ für den VfB

Raimon Ahrens tritt bei der Bürgermeisterwahl als parteiloser Kandidat an.

Mit dem VfB verbindet er „eine kleine Leidenschaft“. Eine Dauerkarte hat er aus Zeitgründen nicht mehr.

Außerdem bekleidet Ahrens das Amt des Ersten Vorsitzenden des Dartclubs Urbach. „Der Reiz der Sportart ist die Konzentration, die Fokussierung auf sich, auf das eigene Spiel.“ Bei Druck gelte es, Ruhe zu bewahren. Und: „Man profitiert nicht durch die Fehler vom Gegner.“

Darüber hinaus wandert Raimon Ahrens in seiner Freizeit gern, er geht gern spazieren, kocht mit Freude und sieht sich durchaus auch als Genussmensch. Er wohnt mit seiner Freundin in Schorndorf-Schlichten.

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