Bürgermeisterwahl Noch ein Dauerkandidat tritt in Kernen an

Er sammelt eine krachende Wahlniederlage nach der anderen: Nichtsdestotrotz tritt Samuel Speitelsbach auch in Kernen zur Bürgermeisterwahl an. Das Foto zeigt seinen Auftritt bei einer Wahlveranstaltung im Juli in Murrhardt, auf der Speitelsbach später für einen Skandal sorgte. Foto: Jörg Fiedler

Kernen. Seine Bewerbung als Kernener Bürgermeisterkandidat hat Samuel Speitelsbach bereits Mitte Juli im Rathaus abgegeben. Es ist eine von vielen – Speitelsbach trat zuletzt unter anderem in Burgstetten an und kandidiert aktuell auch in Murrhardt. Immer wieder irritiert der 32-Jährige mit wirren, teils rechtsextremen Parolen. Die haben ihm im Wahlkampf in Baiersbronn sogar eine Anzeige eingebracht.

Nachdem am Dienstagabend der Wahlausschuss der Gemeinde Kernen im Rathaus getagt hat, ist es offiziell: Vier Bürgermeister-Kandidaten werden auf dem Wahlzettel stehen, wenn die Kernener Bürger am Sonntag, 29. September, zur Urne gehen. Neben den bereits bekannten Bewerbern – Amtsinhaber Stefan Altenberger (55), Herausforderer Benedikt Paulowitsch (31) und Dauerkandidat Thomas Hornauer (59) – steht nun auch der vierte Bewerber fest: Samuel Speitelsbach.

Verstörende Wahlwerbung

Anders als die anderen drei Kandidaten, hat Speitelsbach seine Bewerbung still und heimlich eingereicht, bereits Mitte Juli, als zweiter Kandidat nach Bürgermeister Altenberger. Speitelsbach wird im Oktober 33 Jahre alt, gibt als Beruf „Diplom-Ingenieur für Technik-Management“ an, wohnt angeblich in Ravenstein (Neckar-Odenwald-Kreis) und ist dafür bekannt, sich alle Nase lang in verschiedenen Ortschaften als Bürgermeister zu bewerben.

Dabei hat er in der Vergangenheit – milde ausgedrückt – für Irritationen gesorgt. Im Bürgermeisterwahlkampf in Baiersbronn etwa veröffentlichte er laut „Schwarzwälder Bote“ ein Flugblatt, in dem es hieß, Eva Braun sei der einzige Gott und Adolf Hitler sein Prophet, er selbst trete für „Bündnis 19/Die Braunen“ an. Mehrfach äußerte sich Speitelsbach beleidigend über Flüchtlinge.

Hitlergrußpose in Murrhardt

Ein dortiger SPD-Gemeinderat zeigte Speitelsbach schließlich wegen des Verdachts der Volksverhetzung an (wir berichteten). Am Ende einer öffentlichen Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl in Murrhardt Anfang Juli provozierte der 32-Jährige laut „Murrhardter Zeitung“ mit einer Hitlergrußpose, ehe er aufgefordert wurde, den Saal zu verlassen. Eine Beobachterin beschreibt seine Auftritte als „so wirr, dass ihm kaum zu folgen ist“.

In Kernen ist Speitelsbach noch nicht in Erscheinung getreten. Gut möglich, dass sich daran auch nichts ändert. In Murrhardt verschwand er nach seinen Skandal-Auftritt fast vollständig von der Bildfläche.

Seine Erfolge sind übrigens überschaubar: In Gutach im Schwarzwald erhielt er laut „Schwarzwälder Bote“ sieben Stimmen, in Adelsheim im Neckar-Odenwald-Kreis waren es neun. Da schlägt das Murrhardter Ergebnis vom 21. Juli fast schon aus der Art – hier kam Speitelsbach auf insgesamt 24 Stimmen.

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