Charakterkopf Tim Walter Der VfB-Trainer lässt sich nicht verbiegen

Stuttgart
Tim Walter lächelte. Dass der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gegen ihn ermittelt, nimmt der Trainer des VfB Stuttgart gelassen hin. Überzeugt hält der 43-Jährige an seiner Schiedsrichter-Schelte fest, auch wenn ihm Konsequenzen drohen. "Wer mich kennt, der weiß, ich stehe zu dem, was ich sage", sagte Walter am Freitag und sparte es sich, noch einmal nachzulegen.

Noch hat der Coach der Schwaben die vom Kontrollausschuss des DFB eingeforderte Stellungnahme nicht eingereicht. Das steht in den kommenden Tagen noch an. Walter will sich nicht vom Zweitliga-Geschehen ablenken lassen und das Thema vor dem Montagsspiel (20.30 Uhr / ZVW-Liveticker) gegen den VfL Bochum gern ad acta legen.

Von seiner Linie weicht der Badener ohnehin nicht ab, selbst wenn er vermehrt unter Beobachtung stehen sollte. "Wir haben die ganze Woche darüber so viel gelacht. Wir haben viel darüber philosophiert, wir haben genug darüber geredet", sagte Walter.

Nathaniel Phillips vergleicht Walter mit Jürgen Klopp

Offen und direkt - so vertritt er seine Meinung, dafür ist der Coach bekannt. Er lässt sich nicht verbiegen. Der frühere Trainer von Holstein Kiel, der seit dem Sommer bei den Schwaben die Mission Wiederaufstieg leitet, polarisiert. Dass seine Art nicht bei allen gut ankommt und auch Probleme bereiten kann, belegen die DFB-Ermittlungen.

Seine Kritik am Schiedsrichter Felix Zwayer und dem Video-Referee beim 0:0 in Aue vor einer Woche war eindeutig ausgefallen. "Ich dachte, meine Frau pfeift heute. Die pfeift auch immer für die mit den schönsten Trikots", hatte Walter geschimpft. Ein nicht gegebener Elfmeter hatte ihn mächtig aufgeregt und zur harschen Kritik geführt. Sein Eheleben immerhin ist nach seinen Worten dadurch nicht belastet: "Meine Frau kennt mich so gut."

Aber auch zu anderen Themen vertritt Walter eine klare Meinung. So bezog er am Freitag deutlich Position zur Causa um HSV-Profi Bakery Jatta. Die Proteste einiger Teams gegen die Wertung der Duelle mit dem Hamburger SV hält er für falsch. "Wenn ein Spiel gespielt ist, und der Gegner hat gewonnen, dann hat er zurecht gewonnen."

Der junge Verteidiger Nathaniel Phillips kennt die ganz eigene Art von Walter erst seit drei Wochen, vergleicht ihn aber bereits mit Erfolgscoach Jürgen Klopp, bei dem er in Liverpool trainierte. Er sieht Parallelen. "Beide sind sehr positiv, vermitteln Spaß am Tun, leben Leidenschaft vor und sind an der Linie sehr engagiert. Das ist schön für die Fans, auch für uns Spieler", sagte der 22-Jährige vor Stuttgarter Journalisten.

Der VfB ist in dieser Saison noch ungeschlagen

Und dennoch: Walters selbstbewusste Art verwundert teilweise. Das neue Spielkonzept beim VfB hat mit sechs Toren in vier Partien noch nicht den erhofften Effekt. Vor dem fünften Spieltag ist der Aufstiegsfavorit aber immerhin noch ungeschlagen. Anders als der schwach gestartete VfL Bochum, der sich gerade erst von seinem Trainer, dem früheren VfB-Sportvorstand Robin Dutt, getrennt hat.

So eindeutig seine Aussagen manchmal ausfallen, so bedeckt hielt sich Walter drei Tage vor der nächsten sportlichen Herausforderung bei offenen Fragen. Warum lässt er den abwanderungswilligen, aber noch immer beim VfB angestellten Anastasios Donis, individuell trainieren? So bleibe er fit, antwortete er bloß.

Ist denn bis Montag, dem Ende der Transferperiode mit weiteren Abgängen zu rechnen, etwa mit Donis oder Santiago Ascacibar? "Kann sein, muss aber nicht." Wird Zweitliga-Rekordtransfer Silas Wamangituka am Montag ein Startelf-Kandidat sein? "Muss nicht, aber kann."

Langeweile dürfte mit Walter in den kommenden Monaten dennoch nicht aufkommen. "Ihr wisst ja mittlerweile auch, dass ich nicht bin wie andere Trainer", sagte Walter.


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