Coronavirus-Pandemie Auch beim VfB Stuttgart ist Stille eingekehrt

"Wir haben eine große Verantwortung, viele Leute schauen auf uns", sagt VfB-Boss Thomas Hitzlsperger. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Stuttgart.
Eine solche Situation hat auch der VfB Stuttgart noch nicht erlebt: Eine Woche nach dem Zweitliga-Topspiel gegen Arminia Bielefeld vor mehr als 54 000 Zuschauern trainiert der schwäbische Aufstiegskandidat aufgrund der Coronavirus-Pandemie nicht mehr als Mannschaft zusammen. Der VfB schottet sich ab und hält Vieles geheim. "Ich finde, dass der Fußball genau das zu tun hat, was die Bevölkerung auch tut: nach Hause zu gehen und große Ansammlungen zu vermeiden", sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger.

Wie geht es für die Spieler weiter?

Normalerweise hätten sich die Profis um Daniel Didavi, Mario Gomez und Holger Badstuber am Montagvormittag zum gewohnten Auslaufen nach dem Auswärtsspiel in Wiesbaden getroffen. Doch: Für mindestens eine Woche soll es vorerst kein Mannschaftstraining geben. Mit individuellen Trainingsplänen wurden die Profis am Samstag, nachdem Trainer Pellegrino Matarazzo sie noch einmal versammelt hatte, nach Hause geschickt. Wie die Pläne aussehen, ob Laufen oder Radfahren dazu gehört, welchen Umfang die Einheiten haben - das will der Club geheim halten. "Auf dem Clubgelände ist keiner", sagte ein Sprecher bloß. Auch das Training für die Nachwuchsspieler fällt aus. Je nach Entwicklung kann sich alles ändern, auch ein Saisonabbruch ist nicht ausgeschlossen.

Wie verhält sich der Verein?

Frühstück, Mittagessen und Abendessen zum Mitnehmen - Erstligist Eintracht Frankfurt stellt Mahlzeiten bereit, damit die Profis keine Restaurants besuchen. Ein solches Angebot gibt es beim VfB nicht. Von der Belegschaft des Clubs arbeiten einige auf dem Vereinsgelände, einige von Zuhause. Ein Mitarbeiter des Stadionbetreibers war vor ein paar Tagen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das direkte berufliche Umfeld wurde umgehend in häusliche Quarantäne geschickt, Kontakt zur Mannschaft soll es nicht gegeben haben.

Was macht der Vorstandsvorsitzende?

Am Samstag stand Hitzlsperger noch auf dem Trainingsrasen und präsentierte sich in einem kurzen Interview des Clubsenders. Am Montag wird der 37-Jährige in Frankfurt am Main mitdiskutieren, wenn die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit Vertretern aller 36 Proficlubs über das weitere Vorgehen berät. "Wir haben eine große Verantwortung, viele Leute schauen auf uns. Es gilt, kluge Entscheidungen zu treffen", sagte Hitzlsperger.

Welche Szenarien sind denkbar?

Verschiedene. Zum einen könnte die Europameisterschaft verschoben werden. Das würde Zeit bringen, um die Saison im Juni zu Ende zu spielen. Bei einem kompletten Abbruch der Spielzeit wäre die Frage, wie der deutsche Fußball mit den aktuellen Tabellen umgeht. Eine Option: Der aktuelle Stand wird als Endstand herangezogen. Dann würde der VfBals Zweiter der 2. Liga wie Arminia Bielefeld in die höchste deutsche Spielklasse zurückkehren. Denkbar ist dabei auch, dass es keinen Absteiger gibt und die Bundesliga für die kommende Saison aufgestockt wird. Das große Ziel Aufstieg kann aber dahin sein, falls die Saison abgebrochen und komplett annulliert wird.


Stadion-Touren ausgsetzt - Fanshop ab Montag dicht 

Der VfB Stuttgart führt wegen der Ausbreitung des Coronavirus derzeit keine Stadion-Touren mehr durch. Außerdem bleibt das Fan-Center an der Arena ab Montag bis auf weiteres geschlossen, wie der Fußball-Zweitligist am Sonntag mitteilte.

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