Daimler auf dem Hess-Areal Entwicklungszentrum soll bereits 2020 fertig gestellt sein

Rechts Christian Kühn, Geschäftsführender Gesellschafter von Greenfield. Foto: Alexandra Palmizi

Waiblingen. Mehr als zehn Jahre hat es gedauert, jetzt ist für das Gelände der ehemaligen Ziegelei Hess die optimale Nachnutzung gefunden. Geplant ist ein 42 000 Quadratmeter großer Entwicklungsdienstleistungspark, bei dem das Wörtchen „Park“ ruhig wörtlich zu nehmen ist. Die 260 Arbeitsplätze befinden sich im Grünen in der Nähe des Pferdehofs. „Wir können in Untertürkheim nicht erweitern“, sagt Christoph Martin, Director Powertrain Prototyping and Testing. Deshalb sei das nur ein paar Kilometer entfernte und zwischen Bahnhof, Bundesstraße und in der Natur gelegene Grundstück „maximal ideal“.

Gewerbegrundstücke sind gesucht - trotzdem hat es lange gedauert, bis für das Areal der ehemaligen Ziegelei Hess am Rande des Ameisenbühls der richtige Nachnutzer gefunden war. „Seit über zehn Jahren haben Sie sich Gedanken gemacht, wie es weitergeht“, sagte Oberbürgermeister Andreas Hesky bei einer Pressekonferenz zu Isabel Hess von den Ziegelwerken. Die Nachnutzung musste passen, zu Waiblingen und zur Familie Hess – laut Hesky „Urgesteinen in Waiblingen“. Leicht sei das nicht gewesen, weshalb er nun umso dankbarer sei, dass der richtige Partner gefunden worden sei: Daimler und Hess, das sei Liebe auf den ersten Blick gewesen. „Sie haben der Stadt Waiblingen eine Perspektive eröffnet, die heute mit Daimler und Greenfield ihren Anfang nimmt“, freute sich Hesky.

Hesky: Projekt bietet riesige Chancen

Mit dem Areal nahe dem Bahnhof, dem Teich und den Pferden biete das Projekt riesige Chancen. Entstehen soll nahe der Ziegelei-Gebäude ein 42 000 Quadratmeter großes Entwicklungszentrum, in dem neue Antriebsstränge entwickelt und Prototypen für Verbrennungs-, Hybrid- und Elektromotoren gebaut werden. Es müsse alles dafür getan werden, dass die Mobilität auch künftig aus der Region kommen kann, so das ehemalige Vorstandsmitglied und Daimler-Berater Thomas Weber. 260 Menschen sollen auf dem Areal einen Arbeitsplatz finden – bei Daimler selbst, Partnern und Lieferanten: 160 in der Warenwirtschaft, 100 im kaufmännischen und Engeneering-Bereich. Nicht alle Arbeitsplätze werden neu geschaffen, manche auch nur von anderen Standorten nach Waiblingen verlagert. „Das Ganze ist aber auf Zuwachs angelegt“, versichert Thomas Weber.

Hess-Areal: Eine "perfekte Location"

Gearbeitet wird im Zwei-Schicht-Betrieb zwischen sechs und 22 Uhr. In Waiblingen sollen Bauteile gelagert, sortiert und vormontiert werden für die Endmontage in Untertürkheim. Für das Verkehrsaufkommen sollen effiziente Konzepte entwickelt werden: „Zwischen Waiblingen und Untertürkheim soll eine voll-elektrische Flotte eingesetzt werden“, so Christoph Martin. Fürs Erste läuft die Planung über zehn Jahre, man gehe aber von einer längerfristigen Zusammenarbeit aus: „Wir sind angetreten für eine langfristige Entwicklung des Areals“, erklärte Martin. Daimler sei im Neckartal organisch gewachsen, stoße aber nun an seine Grenzen. Bereits vor drei Jahren habe sich das Unternehmen deshalb auf die Suche nach neuen Flächen in der Region gemacht. „Wir sind in verschiedenen Sitzungssälen gesessen. Das hat alles nicht so gepasst. Hier aber ist eine perfekte Location.“

2019 soll der erste Bereich bezugsfertig sein

Bauen wird den Entwicklungspark Greenfield Development, ein Unternehmen, das mit dem Bau großer Firmengebäude eine vielseitige Erfahrung mitbringt. Entstehen sollen nach Angaben Christian Kühns, Geschäftsführender Greenfield-Gesellschafter, zwei Gebäude mit hochwertiger Ausstattung. „Wir orientieren uns an dem, was langfristig gebraucht wird, damit eine Immobilie zukünftige Anforderungen erfüllt“, sagte er. Ende 2019 soll der erste Teil bezugsfertig sein, das Gesamtobjekt soll Mitte 2020 zur Verfügung stehen. Dass der Zeitplan ambitioniert ist, weiß man auch bei der Stadt. Noch gibt es für das Areal kein Planungsrecht, ein Bebauungsplan für das Gebiet zwischen der Bahnlinie bis zur Westumfahrung ist laut Baubürgermeisterin Birgit Priebe die Voraussetzung. Parallel zum Bebauungsplanverfahren könne aber die Hochbauplanung laufen. Grün- und Biotopgutachten seien schon in Auftrag gegeben und sollen im Sommer fertig sein. Dass die Grünzonen und Biotope erhalten bleiben, war und ist auch Familie Hess von den Ziegelwerken ein besonderes Anliegen. „Die Idee war, über den Tag rauszudenken“, sagte ihr Berater, Rechtsanwalt Wolfgang Link.

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