Der nächste VfB-Gegner im Check VfL Bochum: Starker Sturm, anfällige Abwehr

Bochums Silvere Ganvoula Mboussy jubelt mit einem Salto nach seinem Treffer zum 3:3. Foto: Marius Becker Foto: dpa

Stuttgart/Bochum.
Die Geschichte wiederholt sich - jedoch nicht auf, sondern abseits des Platzes. Nachdem zuletzt Daniel Meyer, Ex-Trainer von Erzgebirge Aue, vor der Partie gegen den VfB Stuttgart beurlaubt wurde, zogen die Bochumer zu Beginn dieser Woche nach. Bevor der VfL am Montagabend (20.30 Uhr/ZVW-Liveticker) beim Abstieger antritt, entließ der Klub Cheftrainer Robin Dutt nach einem wilden 3:3-Unentschieden gegen Wehen Wiesbaden.

Im Umfeld des Ruhrpott-Vereins wurde spekuliert, der ehemalige VfB-Coach hätte den Rückhalt der eigenen Mannschaft verloren und deshalb sogar seinen Rücktritt angeboten. Dem sind die Bochumer Verantwortlichen in Person von Manager Sebastian Schindzielorz zuvorgekommen und haben nach dem schlechten Saisonstart die Reißleine gezogen. Wer in Stuttgart auf der Bank des VfL sitzen wird, ist noch völlig unklar - auch ein ehemaliger VfB-Coach wird heiß gehandelt.

Wie die Saison des VfL Bochum bis dato läuft, was die Mannschaft auszeichnet und wie es nach dem Trainer-Rauswurf weitergeht, erfahren Sie im ZVW-Gegnercheck.

So verlief der Saisonstart

Insgeheim hatte man sich beim VfL Bochum erhofft, in dieser Zweitliga-Saison in die Spitzengruppe um die Favoriten aus Stuttgart, Hamburg, Nürnberg und Hannover vorstoßen und ordentlich überraschen zu können. Doch der Start in die neue Spielzeit verlief für den letztjährigen Tabellen-Elften alles andere als zufriedenstellend - inklusive des von Unruhen begleiteten Trainer-Rauswurfs.

Vor dem 5. Spieltag und dem Gastspiel beim VfB Stuttgart belegt der VfL mit zwei Punkten nach vier Spielen einen Abstiegsplatz und ist 17. Gegen Jahn Regensburg (1:3) und den Hamburger (0:1) verloren die Bochumer, gegen das Überraschungsteam aus Bielefeld und den Aufsteiger aus Wiesbaden konnte jeweils ein spektakuläres 3:3 erzielt werden - zu wenig für die in den letzten Jahren gestiegenen Ansprüche im Ruhrpott.

Neuer Trainer - Der VfL denkt auch über Hannes Wolf nach

Solche Geschichten schreibt wohl nur der Fußball, sollte es kommende Woche tatsächlich zur Rückkehr von Hannes Wolf an alte Wirkungsstätte kommen. Der eloquente Coach hatte den VfB im September 2016 als Zweitligist übernommen und erfolgreich ins Oberhaus des deutschen Fußballs zurückgeführt. Nach einem kurzen und erfolglosen Intermezzo beim HSV ist der 38-Jährige Fußballlehrer aktuell Experte beim Bezahlsender Sky und gilt beim VfL Bochum als heißer Kandidat auf den Posten des Cheftrainers.

Da das Umfeld in Bochum bekanntlich nicht das ruhigste ist, denken die Macher beim VfL auch darüber nach, einen erfahrenen Trainer zu installieren. Die Bochumer sind bei der fieberhaften Suche nach einem Nachfolger Robin Dutts angesichts der kurzen Zeit bis zum nächsten Pflichtspiel  unter Zugzwang. Daher dürfte in dieser entscheidenden Personalie in Kürze mit einer Vollzugsmeldung zu rechnen sein.

Losilla und Ganvoula sind bis dato absolute Leistungsträger

Auch wenn der Start in die Saison 2019/20 durchaus mit dem Prädikat verpatzt beschrieben werden kann, sollten sich die Stuttgarter um Coach Tim Walter auf zwei Spieler in den Reihen des kommenden Gegners besonders einstellen: Anthony Losilla und Silvere Ganvoula. Der Kapitän und der Torjäger waren in den bisherigen Spielen die Aktivposten und fielen durch gute Leistungen auf, was für den Rest des Teams nur bedingt gilt.

Der Sechser Losilla ist Kapitän und Taktgeber beim VfL. Mit seiner Ruhe und Übersicht lenkt der 33-jährige Franzose das Spiel seiner Mannschaft und führt diese mit seiner leisen aber direkten Art an. Stürmer Ganvoula aus dem Kongo erzielte in vier Spielen bereits zwei Treffer, darunter auch den wichtigen Last-Minute-Ausgleich am letzten Wochenende gegen Wehen Wiesbaden.

Dazu tritt der Neuzugang vom RSC Anderlecht mit seinem bulligen Körper und einer Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor positiv in Erscheinung und gibt den VfL-Fans berechtigte Hoffnung auf weitere Tore des 23-jährigen Angreifers.

Der Sturm präsentiert sich stark, in der Abwehr fehlt noch einiges

Der VfL Bochum, lange Zeit festes Mitglied der Bundesliga, ist mittlerweile zu einem etablierten Zweitligisten geworden. Seit zehn Jahren spielt der VfL in der 2. Liga und ließ in dieser Zeit hin und wieder mit einstelligen Tabellenplätzen aufhorchen. Unterbrochen von einigen Krisenzeiten, in denen die Bochumer gefährlich mit dem Abstieg in die Bedeutungslosigkeit flirteten und diesen erst im letzten Moment abwenden konnten.

In den ersten Spielen dieses Jahres fiel auf, dass die Bochumer - im Gegensatz zu vielen anderen Teams in Liga zwei - einen eher offensiveren Ansatz wählten. Dies ging häufig zulasten der defensiven Stabilität, sorgte im Umkehrschluss aber für Spektakel und einige abenteuerliche Spielstände.

Mit sieben erzielten Treffern gehört die Bochumer Angriffsreihe um Simon Zoller, Danny Blum, Tom Weilandt und eben Ganvoula bisher zu den gefährlichsten in der 2. Liga. Dem gegenüber stehen schon zehn Gegentore - neben Aufsteiger Wiesbaden (11) der schlechteste Wert aller Abwehrreihen nach vier Spieltagen. Die Verteidung um den erfahrenen Saulo Decarli, Youngster Bella Kotchap und Torwart-Routinier Manuel Riemann präsentierte sich zuletzt defensiv alles andere als sattelfest.

An diesem Punkt müssen die Schwaben am Montagabend ansetzen, um ihre Chancen zu erhöhen, auch im dritten Heimspiel der Saison das Feld als Sieger zu verlassen.


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