Der VfB zu Gast in Heidenheim Heißes Schwaben-Duell auf der Ostalb

Auf die Stuttgarter Defensive um Torhüter Gregor Kobel wartet am Sonntag in Heidenheim Schwerstarbeit. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Stuttgart/Heidenheim. Eng, laut und emotional: Wenn der VfB Stuttgart am Sonntag zum ersten Auswärtsspiel der neuen Saison beim 1. FC Heidenheim antritt, wird es in der voll besetzten Voith-Arena knistern. Und auf dem Platz ordentlich zur Sache gehen. Beide Trainer erwarten ein heißes Schwaben-Duell auf der Ostalb. Für den ehemaligen Nationalspieler Holger Badstuber ist die Partie eine neue Chance. 

Heidenheims Coach Frank Schmidt hofft auf ein „emotionales Spektakel“. VfB-Trainer Tim Walter sagte im Vorfeld der Partie: „Das wird kein einfacher Tanz.“ Das 15.000 Zuschauer fassende Stadion ist bis auf wenige Business-Seats ausverkauft. Als beide Clubs in der Saison 2016/2017 schon einmal aufeinandertrafen, gewannen sie jeweils in des Gegners Stadion mit 2:1.

Badstuber ist in Stuttgart zur Randfigur geworden

Beim VfB kehrt am Sonntag Routinier Holger Badstuber zurück in die Startelf. Und der ehemalige Nationalspieler muss wie schon bei seinem letzten Pflichtspiel für die Schwaben in einer heißen Atmosphäre einen kühlen Kopf bewahren.

Wie stark er an guten Tagen noch sein kann, zeigte Badstuber Ende Mai im Relegationsrückspiel bei Union Berlin. Nachdem der 30-Jährige schon Mitte der ersten Halbzeit mit seinem damaligen Innenverteidiger-Kollegen Ozan Kabak zusammengeprallt war, spielten beide mit Kopfverband weiter. Dennoch gehörte Badstuber zu den Besten auf dem Platz. Er konnte beim 0:0 zwar nicht den dritten Bundesliga-Abstieg des VfB verhindern, hinterließ aber persönlich ein positives Zeichen.

Das Problem: Es war eines von nur sehr wenigen in den vergangenen Monaten. Meistens stand der frühere und sehr verletzungsanfällige Nationalspieler in der Bundesliga gar nicht auf dem Platz. 2013 mit dem FC Bayern noch Champions-League-Sieger, ist Badstuber in Stuttgart zur Randfigur geworden - nun in der Zweiten Liga.

Tim Walter sind die zentralen Abwehrspieler ausgegangen

Als sich Marcin Kaminski beim 2:1-Auftaktsieg gegen Hannover 96 nach einer guten halben Stunde verletzte, wechselte Trainer Tim Walter nicht Badstuber, sondern den von Bayern München II gekommenen Maxime Awoudja ein und begründete das mit „Tempo“ und „Unbekümmertheit“ des 21-Jährigen. Für Badstuber war das ein weiterer Rückschlag.

Nun sind Walter vor dem Duell beim 1. FC Heidenheim am Sonntag (13.30 Uhr / ZVW-Liveticker) aber die zentralen Abwehrspieler ausgegangen, nachdem er in der Saisonvorbereitung auf dieser Position noch ein Überangebot hatte. Kaminski fällt mit einem Kreuzbandriss lange aus, Timo Baumgartl wechselte zur PSV Eindhoven, Awoudja sah gegen Hannover die Gelb-Rote Karte.

Da auch Nachwuchstalent Luca Mack nach einer Roten Karte bei den U19-Junioren eine Sperre absitzt, ist neben Marc Oliver Kempf nur noch Badstuber übrig geblieben. Gegen Heidenheim steht er mal wieder in der Startelf. In der Saisonvorbereitung habe er es „gut gemacht“, sagte Walter am Freitag. „Jetzt ist er wieder dabei. Fertig.“

Walter, dessen Team mit einem 2:1 gegen Mitabsteiger Hannover 96 erfolgreich in die Saison gestartet ist, plagen allerdings noch weitere Personalsorgen. Neben Torjäger Mario Gomez ist auch der Einsatz der Neuzugänge Philipp Klement und Tanguy Coulibaly fraglich. Alle drei leiden an muskulären Problemen. FCH-Trainer Frank Schmidt muss neben dem Langzeitverletzten Maximilian Thiel lediglich auf Neuzugang Oliver Hüsing (Entzündung in der Fußsohle) verzichten.

Stammtorwart Kevin Müller, der Heidenheims starken Auftakt beim VfL Osnabrück (3:1) wegen muskulärer Probleme verpasste, steht wieder bereit. Ob er spielt, ist aber nicht klar. Schmidt will von seinen Spielern sehen, dass sie nicht nur verteidigen, „sondern das Herz in die Hand nehmen und mutig spielen.“ Dann habe man eine Chance. Auf die gesamte Saison gesehen sei der VfB jedoch „eine ganz andere Hausnummer“ als der FCH.

Kontinuität auf allen Ebenen beim FCH

Doch auch die Heidenheimer haben sich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Der FCH steht für Kontinuität auf allen Ebenen. Da wäre zum einen Cheftrainer Frank Schmidt. Im September ist der gebürtige Heidenheimer zwölf Jahre im Amt. Damit ist der 45-Jährige der mit Abstand dienstälteste Trainer in den beiden höchsten Spielklassen des deutschen Fußballs. Zum Vergleich: Christian Streich kommt auf knapp acht Jahre beim SC Freiburg.

Oder auch „Mr. Heidenheim“ Marc Schnatterer: Mit 394 Einsätzen ist „MS7“ nicht nur Rekordspieler, sondern mit 118 Treffern auch Rekordtorschütze des FCH. Der 33-jährige gebürtige Heilbronner kam zur Regionalliga-Saison 2008/09 auf die Ostalb und geht bereits in seine neunte Saison als FCH-Kapitän.

Auch auf der rauen Ostalb wird inzwischen ansehnlicher und erfolgreicher Fußball gespielt. In der vergangenen Saison holte sich der FCH 55 Punkte, schoss 55 Tore und landete damit auf Platz fünf. Nach Punkten, Toren und Tabellenplatz der bislang größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Auf den Dritten Union Berlin und den Vizemeister SC Paderborn fehlten dem Team von Frank Schmidt letztlich nur zwei Zähler.

Heidenheims Offensive hat Substanz verloren

Aber die Heidenheimer Offensivabteilung hat in diesem Transfersommer gehörig an Substanz verloren. Toptorjäger Robert Glatzel (Cardiff City), Angreifer Nikola Dovedan (1. FC Nürnberg), Spielmacher Robert Andrich (Union Berlin) und Flügelspieler Tim Skarke (SV Darmstadt) haben den Verein verlassen. Dennoch ist die Zielvorgabe für das Schwaben-Duell klar. „Wir haben da kein anderes Ziel, als den VfB zu schlagen", sagte Vorstandvorsitzender Holger Sanwald, „wir brauchen aber eine Topform und einen Toptag, dann können wir es schaffen."


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