Deutschland Antiquitätenschmuggel: Italien fordert Auslieferung

Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeiwagens. Foto: Friso Gentsch/Archiv Foto: dpa

Stuttgart/Ehingen. Nach der Festnahme eines 61-jährigen Italieners in Ehingen (Alb-Donau-Kreis) wegen mutmaßlicher Beteiligung an einem groß angelegten Schmuggel von Antiquitäten will die Justiz in Rom die Auslieferung des Mannes erreichen. Über diesen Antrag müsse aber erst noch entschieden werden, erklärte am Donnerstag ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Stuttgart. Der am Vortag auf Antrag Italiens festgenommene Beschuldigte habe einem vereinfachten Auslieferungsverfahren nach EU-Recht bislang nicht zugestimmt, sagte Oberstaatsanwalt Jan Dietzel. Er wolle sich zunächst mit einem Anwalt beraten.

Zu den konkreten Vorwürfen der italienischen Ermittler machte Dietzel keine Angaben. "Inhaltliche Aussagen in diesem Fall sind Sache der italienischen Justiz, die das Verfahren führt." Die italienische Polizei hatte am Mittwoch mitgeteilt, sie habe in Zusammenarbeit mit europäischen Behörden einen Ring von Antiquitätenschmugglern gesprengt. Dabei seien 23 Verdächtige in Italien, Großbritannien, Spanien und Baden-Württemberg festgenommen worden, teilte die für das kulturelle Erbe zuständige Einheit mit.

In der Ehinger Wohnung des Italieners habe die Polizei 30 000 Euro in bar sichergestellt. Zudem ermittle die Polizei gegen zwei Münchner Auktionshäuser. Insgesamt beschlagnahmten die Behörden demnach mehr als 20 000 Gegenstände im Wert von über 40 Millionen Euro, die bei illegalen archäologischen Grabungen in Sizilien gestohlen worden waren.

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