Frankfurt/Main Dax dreht leicht ins Minus

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen Foto: dpa

Frankfurt/Main.
Der Dax hat am Donnerstag seine anfängliche Erholung abgebrochen. Der deutsche Leitindex büßte die moderaten Gewinne aus dem frühen Handel ein und stand gegen Mittag 0,22 Prozent im Minus bei 11.546,57 Punkten.

Die Anleger reagierten enttäuscht auf neueste Nachrichten zum Handelsstreit: Zur Beilegung des Konflikts zwischen den USA und China wird es nach Informationen von Insidern in diesem Monat keinen Gipfel zwischen den beiden Staatschefs mehr geben, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Für den MDax als Index für die mittelgroßen Unternehmen ging es noch um 0,13 Prozent auf 24.888,87 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 hingegen bewegte sich kaum vom Fleck.

Die britischen Abgeordneten stimmen indes an diesem Donnerstag über eine Verschiebung des Brexits ab. Nach dem Willen von Premierministerin Theresa May sollen sich die Parlamentarier zwischen einer kurzen und einer langen Verschiebung des EU-Austritts entscheiden. Voraussetzung für eine Verlängerung der Frist ist aber, dass alle 27 übrigen Mitgliedstaaten dem zustimmen. Eigentlich wollte Großbritannien die EU am 29. März verlassen - in gut zwei Wochen. Am Mittwochabend votierte das Unterhaus bereits gegen einen EU-Austritt ohne Abkommen.

Davon abgesehen ging die Berichtssaison in eine weitere Runde. So flog die Lufthansa 2018 zwar trotz hoher Treibstoffkosten und teurer Flugausfälle den zweithöchsten Gewinn ihrer Geschichte ein. Doch die gestiegenen Kerosinpreise könnten im laufenden Jahr stärker als gedacht auf das Ergebnis drücken. Die Aktien sackten am Dax-Ende um fast 5 Prozent ab.

Eine geringere Stromerzeugung bei Braunkohle und Kernenergie sowie niedrigere Großhandelspreise belasteten den Energiekonzern RWE im vergangenen Jahr. Allerdings nahmen die Anleger Aussagen zum Schuldenabbau, der Dividende und erwarteten Milliardenentschädigungen für die vorzeitige Abschaltung von Braunkohlekraftwerken positiv auf. Damit machten die Anteilsscheine anfängliche Verluste wett und legten zuletzt moderat zu.

Favorit im MDax waren die Papiere von Gea, die um rund 8 Prozent anzogen. Der Maschinenbauer will trotz eines Gewinneinbruchs die Dividende für 2018 stabil halten.

Knapp dahinter sortierten sich die Aktien von K+S ein. Der Dünger- und Salzproduzent will die zahlreichen trockenheitsbedingten Probleme des vergangenen Jahres hinter sich lassen. Eine gute Nachfrage nach Düngemitteln, die steigende Produktion des neuen kanadischen Werkes und der erwartete Wegfall der abwasserbedingten Produktionsunterbrechungen im Werk Werra stimmen den Konzern zuversichtlich.

Am MDax-Ende fielen die Anteilsscheine von Lanxess um rund 2 Prozent. Wegen schwächelnder Nachfrage in China wird der Spezialchemiekonzern in diesem Jahr beim Betriebsgewinn nach eigener Einschätzung nicht weiter anziehen.

Im Nebenwerte-Index SDax hatten die Anteilsscheine von Wacker Neuson mit einem Plus von knapp 10 Prozent klar die Nase vorn. Der Baumaschinenproduzent verbuchte im Geschäftsjahr 2018 einen Rekordumsatz. Vor allem der anhaltende globale Bauboom und die hohe Nachfrage in den Kernmärkten Europa und Nordamerika wirkten sich positiv aus.

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