Frankfurt/Main Dax steigt zum Verfallstermin am Hexensabbat

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen Foto: dpa

Frankfurt/Main.
Der Hexensabbat hat dem Dax am Freitag kräftig Auftrieb beschert. Der Leitindex kletterte auf den höchsten Stand seit Mitte Oktober, woraufhin das Plus etwas abbröckelt. Am Nachmittag stieg der Dax noch um 0,94 Prozent auf 11.696,17 Punkte.

Der Wochengewinn summiert sich nun aktuell auf 2,1 Prozent. Der MDax stieg am Freitag um 0,55 Prozent auf 25.162,79 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 1,2 Prozent zu.

An sogenannten Hexensabbat laufen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus. Vom "großen Verfall" sprechen Börsianer dann, wenn der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also der Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, auf denselben Tag fällt.

Insgesamt gibt es jährlich vier große Verfallstermine, und zwar jeweils am dritten Freitag der Monate März, Juni, September und Dezember. Zu diesen Terminen können Aktienkurse und auch Indizes ohne wesentliche Unternehmens- oder Konjunkturnachrichten spürbar schwanken. Wegen der mitunter teils wilden Zuckungen an den Märkten wurde der Begriff "Hexensabbat" geprägt. Stärkere Kursausschläge an solchen Tagen gibt es vor allem bei Aktien-Schwergewichten in den entsprechenden Indizes.

Das Interesse der Anleger bleibt außerdem auf das Thema Brexit gerichtet. Zudem will China die Mehrwertsteuer senken, was den Konsum ankurbeln dürfte. Das milderte die schwelenden Konjunktursorgen etwas.

Unter den Einzelwerten rückten erneut die Aktien des Zahlungsabwicklers Wirecard in den Fokus, die am Dax-Ende 8,5 Prozent einbüßten. Strafverfolger nahmen laut dem "Handelsblatt" nun auch das Indien-Geschäft von Wirecard ins Visier. Das Unternehmen stellte indes klar, dass die Inhalte "nicht neu" und bereits mehrfach auch durch externe Prüfungen widerlegt worden seien. Auch eine Verkaufsempfehlung der Citigroup aufgrund der inzwischen zahlreichen immanenten Risiken drückt auf die Stimmung der Anleger.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,01 Prozent am Vortag auf 0,00 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 142,35 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,05 Prozent auf 164,32 Punkte zu.

Der Kurs des Euro hielt sich am frühen Nachmittag über der Marke von 1,13 US-Dollar. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung zu 1,1330 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1295 Dollar festgesetzt.

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