Dieselfahrverbot Fellbacher Pflanzen Kölle lässt Autos abschleppen

An einem sonnigen Mittwochnachmittag vor Ostern ist eine Menge los auf dem Kölle-Parkplatz in Fellbach. Aber nicht nur Kunden nutzen die Plätze, sondern auch Pendler. Pflanzen Kölle sieht sich seit dem Dieselfahrverbot gezwungen, Falschparker abschleppen zu lassen. Foto: ZVW/Alexandra Palmizi

Fellbach. Nach Stuttgart rein dürfen ältere Diesel seit 1. Januar nicht mehr. Fahrverbot. Wohin mit dem Auto? Der Trick, das Fahrzeug auf dem Parkplatz eines Super- oder Verbrauchermarktes vor den Toren der Landeshauptstadt abzustellen und in Busse und Bahnen umzusteigen, kann aber nach hinten loslegen. Pflanzen Kölle in Fellbach lässt neuerdings Falschparker abschleppen, warnt Filialleiter Ralf Nowatzki.

Und nicht nur Pflanzen Kölle, unweit der U-1-Haltestellen Esslinger Straße und Höhenstraße, sind Pendlerautos auf ihren Stellenplätzen ein Dorn im Auge, die den Kunden die Parkplätze wegnehmen. Der Kölle-Parkplatz grenzt unmittelbar an eine Park+Ride-Anlage mit über 100 kostenlosen Stellplätzen. Die Anlage ist entweder über die Stuttgarter Straße zu erreichen – oder via Esslinger Straße über den Kölle-Parkplatz.

Ralf Nowatzki nennt es grundsätzlich richtig und auch absolut lobenswert, dieses P+R als bequeme und kostengünstige Möglichkeit zu nehmen, um unter dem Aspekt des Dieselfahrverbotes die Stuttgarter City erreichen zu können. Seit der Einführung des Dieselfahrverbotes am 1. Januar sind diese Parkplätze jedoch in kürzester Zeit zu 100 Prozent belegt, schrieb Nowatzki in einem in dieser Zeitung veröffentlichten Leserbrief. Dies führte dazu, dass Pendler ihre Fahrzeuge in zunehmendem Maße auf den Kölle-Kundenparkplätzen, oft sogar vor dem Haupteingang abstellen. „Wir sind jedoch vor allem im Frühjahr existenziell darauf angewiesen, dass unsere Gäste auf unseren Parkplätzen auch parken können.“

Das Kaufland gegenüber hat keine Probleme mit Falschparkern

Kölle habe sich in den vergangenen Tagen leider vermehrt dazu gezwungen gesehen, die Hilfe von Abschleppunternehmen in Anspruch zu nehmen, „obwohl wir diese Vorgehensweise nun wirklich nicht als Dauerlösung sehen können“. Der Kölle-Filialleiter befürchtet, dass der Leserbrief diese Problematik, verbunden mit den entsprechenden Kosten und dem nicht unerheblichen Ärger, massiv verstärken wird.

Tatsächlich herrscht an einem sonnigen Mittwochmittag vor Ostern reger Auto- und Fußgängerverkehr auf den beiden Parkplätzen, die fast nahtlos ineinander übergehen. Auf der westlich gelegenen P+R-Anlage waren nur noch vereinzelt Stellplätze frei; aber auch auf dem größeren Kölle-Parkplatz waren freie Plätze Mangelware.

Kölle ist nicht der einzige Kundenparkplatz nahe der U 1 in Fellbach, der seit der VVS-Tarifreform am 1. April mehr denn je zum Parken einlädt. Fellbach liegt in der Zone 1. Ein Einzelticket für den Stuttgarter Innenraum kostet 2,50 Euro. Das Kaufland gegenüber Kölle hat keine Probleme mit Falschparkern, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. Keine Probleme mit Falschparkern hat eigenen Angaben zufolge auch der Rewe-Markt Aupperle in der Stuttgarter Straße. In der wenig frequentierten Tiefgarage von DM und Rewe seien immer Plätze frei, selbst wenn oberirdisch alles belegt ist.

Lidl macht gute Erfahrungen mit Strafzetteln auf Kundenparkplätzen

Mit Strafzetteln müssen Falschparker auf den Lidl-Parkplätzen in Fellbach gegenüber Kölle und am Waiblinger Bahnhof rechnen. Sie liegen beide in unmittelbarer Nähe zur U 1 beziehungsweise zur S-Bahn. Um den Kunden während der gesamten Öffnungszeit einen schnellen und bequemen Einkauf sowie ausreichend Parkmöglichkeiten zu bieten, werden die Parkplätze von externen Dienstleistern bewirtschaftet, teilt das Unternehmen mit. „Auf diesen Parkflächen weisen wir mit gut sichtbar angebrachten Schildern darauf hin, dass das Parken für Kunden eine Stunde lang kostenlos ist.“ Dies werde von Mitarbeitern des Dienstleisters anhand der Parkscheibe im Auto kontrolliert.

Erfahrungsgemäß benötigen die Kunden jedoch deutlich weniger als eine Stunde, so dass die kostenlose Parkdauer ausreichend Zeit zum Einkaufen biete. Eine zusätzliche Karenzzeit ließe aber auch Besuche eines nahe gelegenen Drogerie- oder Getränkemarktes problemlos zu. Wenn aber zu lange geparkt wird, wird’s teuer. „Die Bearbeitungspauschale des externen Dienstleisters kann je nach Region bis zu 30 Euro betragen und ist somit dem öffentlichen Verkehr angepasst.“

Die Gebühr könne storniert werden, sollte durch den Kassenzettel eine längere Einkaufsdauer nachgewiesen werden. „Die vollständige Abwicklung aller im Zusammenhang mit dem Verwarnungsgeld stehenden Modalitäten erfolgt dabei ausschließlich durch den Dienstleister.“ Lidl hat eigenen Angaben zufolge mit dieser Vorgehensweise, zwischen Lidl-Kunden und Falschparkern zu differenzieren, gute Erfahrungen gemacht.


Abschleppen erlaubt

Strafzettel und Abschleppen von widerrechtlich geparkten Autos sind grundsätzlich erlaubt, bestätigt die Verbraucherzentrale die Rechtslage. Es müsse aber deutliche Hinweisschilder auf dem Parkplatz geben. Dann seien Parkkrallen und das Abschleppen auf Kundenparkplätzen erlaubt.

Einige Stuttgarter Abschleppunternehmen sind wegen ihrer betrügerischen Geschäfte in die Schlagzeilen geraten. Sie schleppten meist nachts ohne Auftrag, Wissen und Einverständnis der Grundstücksbesitzer Fahrzeuge von privaten Parkplätzen ab und kassierten 250 Euro.

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